über 30, erstes hochschulstudium -> elternunabhängiges bafög?

  • hallo,


    um kurz meine situation zu beschreiben:


    seit beendigung der realschule 1997 hatte ich mir vorgenommen zu studieren.


    2005 hatte ich die fachhochschulreife über meine zweite ausbildung bekommen und daraufhin 2 semester an einer fh studiert. aufgrund der aufkommenden semestergebühren von zusätzlich 500€ hab ich dieses studium abgebrochen, da ich es so nicht mehr finanzieren konnte.


    darauf folgten arbeitslosigkeit, und mal der eine oder andere job.
    nach gescheiteter selbstständigkeit 2010 wusste ich nicht mehr was ich tun sollte.
    studieren wollte ich noch immer, hatte nur kein geld dafür.


    mir ging es schon lange sehr schlecht, und mit 2010 hatte ich dann hilfe bei einer psychotherapeutin gesucht.
    die hat schwere depressionen festgestellt.
    ich war dann in klinischer behandlung, wo neben den depressionen auch noch eine borderline persönlichkeitsstörung festgestellt wurde.


    seitdem nehme antidepressiva, und in der klinik wurde ich darauf aufmerksam gemacht, das ich über ein kolleg mein abitur nachholen kann, und somit auch nicht mehr auf den technichen bereich meines fh-abschlusses beschränkt bin.
    ausserdem sollte ich so wieder zurück in einen geregelten lebenslauf finden.


    mein abitur hab ich im juli 2014 bestanden und mich auch sogleich an einer uni beworben, und den platz bestätigt bekommen.



    nun habe ich beim bafögamt meinen erstantrag abgegeben, aber ich soll jetzt eine zitat: "formlose Erklärung, ob Sie bereits nach dem 1. Studium vorhatten zu studieren bzw., warum sie erst jetzt mit dem 2. Studium begonnen haben"


    also, studieren wollte ich schon immer, da mir eine geistige arbeit deutlich mehr zusagt als körperliche.
    das erste studium war nur fh, und ich habe es aus finanzierungsgründen abgebrochen.


    aus langjähriger, schleppend stärker werdenden depressionen, (vermute ich seit meinem 14. lebensjahr) und meiner erst mit über 30 erkannten persönlichkeitsstörung, war ich erst nach der behandlung und durch gabe von antidepressiva in der lage mein abitur nachzuholen und jetzt ein studium anzufangen.


    es ist nachweislich ein problem der störung, das man immer wieder schulen, ausbildungen, arbeit etc abbricht und depressionen sind häufiger begleiter.



    also was möchte das bafög amt nun von mir? ich bin mir sicher, wenn ich etwas schreibe das denen nicht passt, ich kein bafög bekommen werde und ich somit das studium vergessen kann.


    die probleme der persönlichkeitsstörung etc kann ich mir von meiner psychologin bescheinigen lassen, aber reicht das?



    edit:
    Eine dieser Voraussetzungen für die Förderung mit BAföG über das 30. Lebensjahr hinaus wäre, wenn die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife über den zweiten Bildungsweg erlangt wurde und dadurch das 30. Lebensjahr überschritten wurde. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn die Zugangsberechtigung an einer Fachoberschule, die eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordert, einem Kolleg oder Abendgymnasium etc. erlangt wurde. Hierbei ist zu beachten, dass sofort nach der Hochschulreife mit dem Studium begonnen werden muss.


    Auch können persönliche oder familiäre Gründe dafür verantwortlich sein, dass ein Studium nicht rechtzeitig begonnen werden konnte. Die folgende Auflistung zeigt legitime Verhinderungen:


    Kindeserziehung (Kinder bis 10 Jahren)
    Betreuung behinderter Kinder
    Betreuung hilfebedürftiger Kinder
    Schwangerschaft
    Erkrankung / Behinderung
    Durchfallen im Auswahlverfahren
    ein mindestens acht-jährige Dienstzeit bei der Bundeswehr oder der Bundespolizei (ehemals BGS), sofern der Dienst vor dem 23. Lebensjahr angetreten wurde


    was zutrifft habe ich fett hervorgehoben.

  • um nochmal zur frage zu kommen.


    ich soll jetzt eine zitat: "formlose Erklärung, ob Sie bereits nach dem 1. Studium vorhatten zu studieren bzw., warum sie erst jetzt mit dem 2. Studium begonnen haben"


    reichen die oben genannten angaben, oder was sollte ich dazu schreiben?

  • von januar 2011 bis april 2011. dannach noch bis zum kolleg krankgeschrieben.
    auch die ersten 2 jahre während des kollegs gings mir oft nicht so gut. erst als ich seit ca 1 jahr ein anderes antidepressivum bekomme.


    vorher auch schon lange depressionen, nur nicht festgestellt. war oft bei verschiedenen ärtzen. nur durch eigeninitiative hab ich mir hilfe bei einer psychotherapeutin gesucht. ich schätze das ab dem alter von 14 jahren die depressionen angefangen haben.

  • Hallo,


    ehrlich gesagt glaube ich kaum, daß das alles ausreichend für BaföG ist. Aber versuchen solltest Du es.


    Zitat

    reichen die oben genannten angaben, oder was sollte ich dazu schreiben?


    Du kannst nicht mehr "dazu schreiben". Schon allein deswegen, weil Du Deine Angaben durch entsprechende ärztliche Atteste (und damit ist nicht die Bescheinigung vom Hausarzt gemeint) nachweisen mußt. Anders gesagt: Du hast gar keine Möglichkeit, hier etwas zu "drehen", weil Du sehr plausibel nachweisen mußt, daß es Dir bis dato nicht möglich war, ein Studium aufzunehmen. Jeder Versuch, da etwas zu beschönigen, führt unweigerlich zu einer Ablehnung.


    Gruß!