Wichtig! 28, verwitwet, abgebr. Studium, Bafög???

  • Ich bin ganz neu hier und schon kommt ein "Roman" von mir.
    Ich habe eine etwas komplizierte Vorgeschichte und hoffe auf Hilfe.


    Ich bin 28, hab nen 7 jährigen Sohn und fange jetzt im Herbst an Grundschullehramt zu studieren.
    Dazu will/muss ich einen Bafögantrag stellen. Also war ich schon mal beim betroffenen Amt, da ich einige Fragen hatte wurde aber sehr unhöflich abgewiesen und habe keine Auskunft erhalten.
    Nun hab ich folgendes Problem:
    Ich habe 1999 Abi gemacht und dann direkt im Oktober 99 Angefangen Medizinische Informatik zu studieren, 2000 hab ich geheiratet und 2001 (planmässig) meinen Sohn bekommen. Soweit so gut.
    Ende 2001 wurde bei meinem Mann eine sehr starke Schilddrüsenüberfunktion festgestellt und durch die Medikamente ist er sehr stark depressiv geworden etc, nun war es aber so dass mein Mann Koch war und nur abends gearbeitet hat und während ich tagsüber an der Uni war hat er auf den kleinen aufgepasst. Als er nun so schwer krank wurde ging das nicht, er war wirklich nicht in der Lage auf meinen Sohn aufzupassen, also blieb ich erstmal zuhause, da für mich das natürlich Priorität hatte. Eigentlich hätten sich die Symptome auch wieder legen sollen, also hätte ich einfach im nächsten Semster weitergemacht weswegen ich immatrikuliert blieb.
    Einen Platz in der KITA haben wir nicht bekommen (da war mein Sohn erst 1,5) da diese zu dem Zeitpunkt nur alleinerziehenden vorbehalten war.
    Leider haben sich seine Beschwerden verschlimmert so dass wir irgendwann beschlossen bevor ich Semster ohne Ende sammle, höre ich schweren Herzens lieber auf zu studieren und suche nach einem Ausbildungsplatz.
    Hab mich dann im März 03 geext und erstmal am Wochenende gejobbt, musste ja von irgendwoher Geld kommen(da mein Mann zeitweise nicht in der Lage war zu arbeiten), da konnte eine Freundin auf meinen Sohn aufpassen.
    Durch viel Glück hab ich dann im Januar 04 einen KITAplatz für meinen Sohn bekommen und konnte eine Ausbildung anfangen zur Konditorin (da ich schon immer gern gebacken habe).
    Leider ist dann im Juni 04 mein Mann ganz plötzlich gestorben.
    Trotzdem habe ich meine Ausbildung 2006 beendet und danach bis vor kurzem auch als Konditorin gearbeitet. Aber der Job lastet mich Kopfmässig einfach nicht aus und ist dafür körperlich um so anstrengender, 12h Schichten sind völlig normal...
    Meine Eltern waren so lieb und haben mir gesagt ich soll doch nochmal studieren, sie würden mich unterstützen, ich müsse aber versuchen Bafög zu bekommen.
    So bin ich dazugekommen mich wieder an Unis zu bewerben.
    Nun will aber das Bafögamt von mir eine Begründung erstens warum ich damals abgebrochen habe (und zwar muss das ein unabdingbarer Grund sein mit Nachweisen weil ich im 7. Semester abgebrochen habe, 5.Semester war ein Urlaubssemester, die anderen zwei war ich dann noch immatrikuliert aber habe wegen oben genannten Problemen nicht studiert), klar Begründung habe ich, aber nach 5 Jahren keine Nachweise mehr ausser das mein Mann gestorben ist... Auserdem soll ich begründen warum ich 1. eine Fachfremde Ausbildung (also Konditorin statt irgendwas mit Informatik) gemacht habe und warum ich jetzt wiederum was völlig anderes machen will (Lehramt Grundschule) um überhaupt ne geringe Chance auf Bafög zu haben.


    Darf das Bafögamt das alte Studium überhaupt anrechnen? Ich habe damals nie auch nur einen Cent Bafög erhalten auch nie einen Antrag gestellt!!! Hatte mich deswegen auch nie mit dem Thema Bafög beschäftigt. Natürlich kann ich verstehen dass ein Bafögempfänger nicht den Studiengang wechseln soll oder kann da das Kosten verursacht, aber ich habe ja noch nie auf "Staatskosten" gelebt! Und als ich vor 5 Jahre abgebrochen habe musste ich davon ausgehen, dass ich nie mehr die Möglichkeit haben würde nochmal zu studieren!


    Und braucht man nach 5 Jahren wirklich eine Begründung warum man was anders studieren will? Mein Leben hat sich durch die Krankheit und den Tod meines Mannes in eine völlig andere Richtung entwickelt, die ich mir sicher nicht gewünscht habe und die auch nicht abzusehen war! Aber trotzdem habe ich doch jetzt das Recht das beste aus meinem Leben zu machen, oder?


    Hier wo ich jetzt lebe kann man diesen Studiengang gar nicht studieren, ein Umzug kommt wegen meinem Sohn aber für mich nicht in Frage!
    Dazu kommt noch dass ich mit dem Studiengang damals völlig überfordert war, das aber selber nicht wahrhaben wollte. Nur ein Bsp: der Studiengang hat auf 60% Physik basiert und ich hatte nur 2,5 Jahre (8.,9. und Anfang 10. Klasse) Physik, danach bedingt durch einen Umzug nicht mehr.
    Im Studium wurde aber LK-Wissen Physik vorausgesetzt...


    Grundschullehramt liegt jedoch völlig mit meinem Können und meinen Neigungen auf einer Linie!



    So nun zu dem zweiten Problem:


    Ich beziehe Witwenrente (390 Euro netto im Monat). Nun habe ich schon zigmal bei der Hotline angerufen weil ich gerne wissen wollte wie diese Rente angerechnet wird.
    Jedesmal habe ich eine andere Auskunft erhalten.
    Zum Beispiel wurde mir einmal gesagt, Witwenrente wäre das gleiche wie Halbwaisenrente, also Freibetrag 120 Euro und kein zusätzlicher Freibetrag für meinen Sohn. Ein Anderes Mal wurde gesagt, Witwenrente würde gar nicht angerechnet werden und wieder ein anders mal, sie würde wie ganz normales Einkommen zählen, sprich mit dem zugehörigen Freibetrag plus den Freibetrag für meinen Sohn.
    Und es waren noch ein paar andere Varianten dabei...


    Nun würde ich gerne wissen was wirklich stimmt!!



    So vielen Dank falls jemand bis hier hin gelesen hat und wenn mir jetzt noch jemand bei meinen Problemen helfen kann, würde ich mich sehr freuen!!!!

  • Hallo,
    also theoretischer Weise dürften die dein letztes Studium nach der langen Zeit nicht anrechnen. Daher verstehe ich auch nicht wieso du eine Begründung abgeben musstest! Ich würde denen klar machen dass du durch die Krankheit deines Mannes keinen anderen Ausweg hattest und du ja schließlich auch die Verantwortung für dein Kind hattest. Und mit der anderen Ausbildung würde ich begründen dass du keinen anderen finanziellen Ausweg gesehen hast.
    Zum andern mit deiner Witwenrente kann es gut möglich sein das dies angerechnet wird, nur sind die 390€ unter dem Sozialsatz. Und dir wird ja auch dein Kind mitberechnet, also dafür steht dir auch Geld zu. Unteranderm kannst du auch Wohngeld beantragen.


    LG

  • Schonmal Danke für die Antwort!


    Noch habe ich keine Begründung abgeben, da ich gerade erst am Ausfüllen meines Antrages bin und noch auf Unterlagen warte, aber ich war ja beim Bafögamt wegen einiger Fragen und da hat die mir das so vor den Latz geknallt, dass ich ja schonmal studiert habe und dann auch noch so lange und das es ja egal wäre ob ich damals Bafög bekommen habe oder nicht und das ohne eine Begründung warum ich damals abgebrochen habe und jetzt eben was anderes machen will, ich auf keinen Fall Bafög erhalten würde...


    Ich habe jetzt mal eine Rohfassung einer Begründung formuliert aber ich finde das ganz schön Tricky...

  • Du musst gucken das du die Begründung leicht dramatisch formulierst, wo ich denke das dass nicht übertrieben ist denn die Situation war ja auch schlimm. Du solltest auch erwähnen wieso du jetzt was anderers studieren willst, vielleicht mit der Begründung das du halt aus deiner bisherigen Lebenserfahrung (mit Kind) eine andere Sichtweise als früher hast.


    Drück dir aufjeden Fall die Daumen und sag mal bescheid ob es geklappt hat.

  • Danke!


    Ja ich werd hier bescheid sagen obs geklappt hat, kann aber dauern bis der Bescheid dann da ist. Abgeben werde ich den Antrag nächsten Montag, bisdahin hab ich alle Unterlagen zusammen.

  • Muss dir leider sagen dass du schlechte chancen hast. Jeder Fall ist natürlich individuell gelagert. Ein Zweitstudum wird nicht gefördert, wenn du im ersten Studiengang länger als 2 Semester eingeschrieben warst (übrigens egal ob du Bafög bekommen hast oder nicht). Du wirst vermutlich auf die Härtefallregelung bestehen, aber leider zählen individuelle Schicksale nicht.


    So sieht es leider aus. Und während du vermutlich diesmal dein Studium ohne Bafög durchziehst aber meistens weniger als ein Harz4-Empfänger hast, wirst du feststellen, dass deine Kommilitonen sich ein laues Leben vom Bafög machen. Du wirst jeden unterbzahlten Job annehmen, deine Leistungen eventuell darunter leiden... tja, hier spricht jemand aus Erfahrung.