Rückzahlung bei Praktikum - aber nur bei BWZ von 1 Jahr!?

  • Hallo!


    Altbekanntes Problem: Wird innerhalb des BWZ ein Praktikum absolviert, wird das Einkommen auf den gesamten BWZ angerechnet. Dies wusste ich letztes Jahr bei meiner Antragsstellung noch nicht. Da ich davon ausging, evtl auch noch während meines Praktikums BAföG beziehen zu können, da Praktikumsgehälter in Deutschland ja meistens nicht zum leben reichen, habe ich BAföG für ein ganzes Jahr beantragt, was sich jetzt im Nachhinein als Fehler erwiesen hat.


    Das BAföG-Amt verlangt jetzt von mir eine Rückzahlung von knapp 2000€, nämlich alles was ich letztes Semester bekommen habe, obwohl ich da ja noch nichts verdient habe und mit meinem jetzigen Verdienst gerade mal so auskommen würde.


    Heute habe ich also meine Sachbearbeiterin angerufen und gefragt was gewesen wäre wenn ich BAföG nur für letztes Semester beantragt hätte und anscheinend müsste ich dann jetzt nichts zurückzahlen.


    Das kann doch nicht gerecht sein? Ich muss das gesamte letzte Semester zurückzahlen, einzig und allein nur deshalb weil ich wissen wollte, ob mir während der Praktikumszeit noch BAföG zusteht und ich es deshalb für ein Jahr beantragt habe.


    Kann ich jetzt noch etwas tun? Dass mir jetzt während meiner Praktikumszeit kein BAföG mehr zusteht verstehe ich ja, dass ich aber so eine hohe Rückzahlung machen soll (das Geld habe ich noch nicht einmal), verstehe ich nicht.

  • Die Praktikumsvergütung gilt als Ausbildungsvergütung.
    Und dabei gilt nicht die "4800€" Einkommensgrenze im BWZ von 12 Monaten.
    Die Rückforderung besteht zu Recht. Ja, das BAföG-Amt kann und muß den Betrag fordern.
    Du kannst einen formlosen Antrag auf Stundung und ggf. Verrechnung mit der anstehenden Ausbildungsförderung beantragen.
    Es wäre lediglich noch die Frage zu klären, ob es sich ein Pflichtpraktikum lt. Prüfungs/Studienordnung handelte oder um ein freiwilliges Praktikum, welches lt. PO nicht gefordert wird.


    franjo

  • Danke für die Antwort.


    Ich absolviere mein Praktikum 5 Monate lang. Die ersten 3 sind Pflicht, die letzten 2 freiwillig.


    Dass die Rückzahlung der Gesetzeslage entspricht, ist mir jetzt auch klar. Aber ich finde es einfach unlogisch. Wenn ich BAföG nur für letztes Semester beantragt hätte, müsste ich jetzt nichts zurückzahlen. Und mit einem 5-monatigen Praktikumsgehalt wird man ja schließlich nicht so reich dass man 1 Jahr lang davon leben kann.

  • Da gibt seit einiger Zeit eine neue Regelung bzgl. Praktikumsvergütung und Anrechnung (deshalb mein obiger Hinweis). Nachzulesen im BAFöG und der aktuellen Verwaltungsvorschrift.


    Bei einem Pflichtpraktikum können geltend gemachten Werbungskosten über die in Tz. 22.1.1 festgelegten Pauschalbeträge hinaus berücksichtigt werden, wenn diese unmittelbar dem Ausbildungsbedarf zuzuordnen sind. Hierunter fallen jedoch nicht die Werbungskosten für die doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten und Verpflegungsmehraufwendungen.
    Aber... :cool:
    Soweit neben einer förderungsfähigen Ausbildung freiwillige Praktika oder Pflichtpraktika freiwillig über die vorgeschriebene Dauer hinaus geleistet werden, fallen die Vergütungen aus diesen Zeiten nicht unter § 23 Abs. 3 BAföG (volle Anrechnung); sie sind unter Berücksichtigung der Freibeträge nach § 23 Abs. 1 BAföG (also wie Einkommen) anzurechnen. Die Werbungskostenpauschale gibt es jedoch nur einmal.


    Ich würde zur Fristwahrung zunächst einmal schriftlich Widerspruch einlegen. Den Widerspruch solltest Du mit den Nachweisen und Erklärungen persönlich abgeben.
    Zum Widerspruch reichst Du eine Bescheinigung des Prüfungsamtes bzgl. Pflichtpraktika etc. auch eine Kopie der PO sowie die Verdienstaufstellung aus der gesamten Praktikumszeit (jeden Monat einzeln aufgelistet). Bedenke bitte, dass die BAföG-Ämter keine aktuellen Prüfungsordnungen haben! Das ist nicht ihre Aufgabe. Deshalb die Kopie Deiner PO!:D


    Und dann könnte Dir geholfen werden... :rolleyes:


    franjo