Antrag für elternabhängiges Schülerbafög

  • Guten Tag :)


    ich habe folgendes Problem und erhoffe mir bei euch ein wenig mehr klarheit über die mögliche Bewältigung. Gleich vorweg, ich werde auch ein wenig die Vorgeschichte schildern, da mein Problem sicherlich kein einfaches ist. Ganz schonungslos und sachlich, damit meine Situation wirklich klar ist.


    Ich bin 28 Jahre alt und fange nächste Woche an einem Kolleg in einem Vorkurs damit an, mein Abitur nachzuholen. Ich müsste den Vorkurs wohl an sich nicht zwingend machen, sondern könnte möglicherweise auch erst nach dem Sommer in den regulären Unterricht einsteigen. Da ich mein Wissen aber auffrischen und ganz allgemein 'wieder reinkommen will' in das Schulleben, will ich den Kurs gerne machen.
    In meiner Zulassung steht, dass ich für den Vorkurs meine Berufstätigkeit beibehalten oder elternabhängiges Bafög beantragen kann (das gilt nicht für über 29-jährige!). Ab der Einführungsphase darf ich dann nicht mehr berufstätig sein, kann aber elternunabhängiges Bafög beantragen. Ich bin derzeit arbeitslos.


    Soweit so gut, jetzt das eigentliche Problem: ich habe in den vergangenen 9 Jahren zwei schulische Ausbildungen angefangen, beide aber aufgrund von mittelschweren bis schweren Depressionen abbrechen müssen. Die Erste nach zwei von drei Jahren, die Zweite nach einem von drei Jahren. Bei beiden Ausbildungen habe ich bereits schulisches Bafög erhalten. Ich zahle momentan monatlich auch noch einen gewissen Betrag zurück, da ich nach dem Abbruch der zweiten Ausbildung so kaputt war, dass ich nicht rechtzeitig beim Bafögamt bescheid gesagt hatte und auch nach dem Abbruch noch für zwei-drei Monate Bafög erhalten hatte.
    Und genau da liegt der Hase begraben, da ich angst habe, jetzt kein drittes mal Schülerbafög zu erhalten. Ich werde momentan noch vom Jobcenter unterstützt, habe dort vorhin aber unmissverständlich erklärt bekommen, dass ab jetzt eben das Bafögamt Ansprechpartner Nummer Eins ist.
    Nun ist es so, dass ich es natürlich trotzdem versuchen werde und einen Bafög-Antrag einreichen werde. Ich bin seit einem Jahr in therapeutischer Behandlung und meine Therapeutin hat mir kürzlich für diesen Fall ein Attest ausgestellt, aus dem hervor geht, dass ich besagte Ausbildungen aufgrund schwerer Depressionen abbgebrochen hatte, ich eben jetzt aber gesundheitlich viel gefestigter bin und nun unbedingt mein Abitur nachholen will. Dass ich schlicht um Unterstützung dafür bitte. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurück drehen und alles besser machen, aber naja.. Ich bin damals schlicht komplett von Ängsten beherrscht gewesen und habe das alles leider nicht adäquater auf die Reihe gebracht. Dieses Attest würde ich dem Antrag in jedem Falle beilegen. Ich überlege auch, ob ein persönlich geschriebener Brief, in dem ich das alles nochmals darlege, ebenfalls eine gute Idee wäre.
    Ich habe nachher meine 'Einschulung' und bekomme dann das von dem Kolleg ausgefüllte Formblatt 2. Anschließend würde ich den Antrag so schnell wie möglich einreichen.


    Nun ist ein ganz wichtiger Punkt für mich die Krankenversicherung, die ab nächstem Monat eben nicht mehr vom Jobcenter bezahlt wird. Bin wie gesagt noch in Therapie und habe angst, die nicht fortsetzen zu können. Brauche ich für die Bezuschussung der Gebühren durch das Bafög-Amt ein spezielles Formular oder wird das beim Hauptantrag geregelt? Bzw sollte ich das lieber anderswo hier im Forum klären?


    Noch wichtige Informationen sind folgende: meine beiden jüngeren Geschwister haben beide im Herbst mit dem Studium angefangen und Studenten-Bafög beantragt (wurde auch bewilligt). Ich wohne momentan bei meiner Mutter, die ebenfalls durch das Jobcenter unterstützt wird. Mein Vater ist aus gesundheitlichen Gründen Frührentner. Beide erhalten so wenig Geld, dass die Verdienst-Obergrenze nicht überschritten wird.


    Also, denkt Ihr, ich habe eine Chance auf eine dritte Bewilligung? (Vor dem Sommer müsste ich dann ja auch nochmal einen Antrag stellen, da ich dann nicht mehr nur drei Stunden am Tag das Abitur mache, sondern Vollzeit und auch offiziell als Schüler, bekomme dann erst den Schülerausweis). Wie sieht es mit eventuellen Härtefall-Regelungen aus?


    So, ich glaube das war erstmal das Wichtigste. Oder habe ich was vergessen? Braucht Ihr sonst noch Informationen?


    Ich bedanke mich jedenfalls schonmal ganz ehrlich für jede eventuelle Hilfe und will abschließend sagen, dass ich einfach nur hoffe, dass das alles irgendwie funktioniert, damit ich ganz in Ruhe mein Abitur nachholen und anschließend studieren oder zumindest eine Umschulung hin zu einem Beruf machen kann, der mir momentan durch das fehlende Abitur schlicht noch verwehrt bleibt.


    lg Liam

  • Hallo Liam,
    es gibt nur einen Weg, die oben geschilderten Probleme aufzubröseln:
    Stell bei Deinem örtlichen BAföG-Amt einen Antrag auf Ausbildungsförderung, ggf. sogar als Antraf auf "Vorabentscheidung". Und zwar JETZT!
    Ob persönliche Briefe oder Hinweise auf Bedürftigkeiten etc. bei einer klaren rechtlichen Vorschrift Sinn haben, wage ich zu bezweifeln.
    Beantrage BAFöG und fülle ausführlich die Anlage zum Grundantrag "schulischer und beruflicher Werdegang" aus.
    Mit einem kleinen Brief und Begründung für die zwei Schulabbrüche.


    Mehr kannst Du aktuell nicht tun. Und die Leser und Mitschreiber hier im Forum ebenfalls nicht.
    Denn es gibt klare Rechtsvorschriften, woran sich das BAföG-Amt hält. Auch wenn Du aus Deiner Vergangenheit eine gewisse Summe erstatten mußt, die Leute vom BAföG-Amt sind nicht nachtragend. Und wenn dann Deine Förderung sichergestellt ist, könnte sogar der Restbetrag der "BAföG-Schulden" mit der anstehenden Förderung verrechnet werden.
    Und bzgl. Krankenversicherung... Gehe mit der aktuellen Schulbescheinigung zu Deiner Krankenkasse... dort wird Dir zum "Schüler/Studententarif" geholfen.


    Du schaffst es! :)


    franjo