Warum so gut wie kein Bafög?

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  • Hallo,


    ich wende mich heute, etwas verzweifelt, an euch. Wollte mich informieren warum ich so wenig Bafög bekomme und ob dies wirklich gerecht ist.


    Ich 23 Jahre alt, Student.
    Laut des Schreibens vom Bafög-Amt bekomme ich circa 35€ Bafög im Monat, was natürlich zum "leben" viel zu wenig ist.
    Meine Eltern sind geschieden. Vater ist schwer Krank, 70% Behinderung und bekommt im Monat ca. 280€ Rente + eine Grundsicherung vom Staat in höhe von 530€.
    Meine Mutter 57Jahre alt, Betriebskrankenschwester, verdient im Monat circa 1800€ Netto. Dies hört sich im ersten Moment viel an. Doch davon soll sie mir, circa 500€ im Monat abtreten (laut Bafög-Amt) oder ich soll sie verklagen. Des weiteren fallen für sie miete 460€ an. Essen, trinken, Strom etc. noch nicht eingerechnet.


    Ist dies wirklich gerecht? Warum habe ich so wenig Anspruch nur vom Amt? Ich meine, meine Mutter muss auch an Altersvorsorge (laut Rentenamt stehen ihr im Moment nicht einmal 650€ Rente in Zukunft zu) denken.
    Zählt meine Mutter mit ihrem Gehalbt wirklich schon zu den "Großverdienern"? Andere Kommilitonen von mir bekommen zum Teil 200€ und mehr obwohl die Eltern selbstständig sind und weit mehr verdienen als meine Mutter. Und ich meine auf Unterstützung von meinem Vater will und kann ich nicht hoffen.
    Ich selbst bin natürlich auch weit entfernt von dem Vermögen was man besitzen darf, so dass es an mir nicht liegen kann.


    Grüße


    Sven

  • In keinem Gesetz wird nach Gerechtigkeit gefragt.
    Wenn Du Deine Eltern, hier: Deine Mutter, finanziell nicht belasten willst aber trotzdem vernünftig und finanziell rel. unabhängig studieren willst, dann bemühe Dich um den KfW-Studienkredit.
    Der muß zwar vollständig zurückgezahlt werden (Zeit rd. 28 Jahre) und wird ganz gering verzinst.


    Die von Dir aufgelisteten Belastungen Deiner Mutter gelten nicht als "außergewöhnlich", da die Mehrzahl der Bundesbürger ebenfalls Rücklagen fürs Alter bilden und auch Miete zahlen müssen.
    Und es geht hier nicht um Deine Kommilitonen sondern ausschließlich um Dich und Deine Familie.


    Deshalb auch mein Hinweis auf den Studienkredit (bis 650 € im Monat). Und das ohne Bürgen und ohne Schufa.
    franjo

  • Natürlich haben andere Familien auch "Belastungen", aber im Vergleich mit dem Einkommen ist es doch recht fraglich warum diese Leute mehr Bafög bekommen als ich.
    Und zum Thema Gerechtigkeit (falls es sowas überhaupt gibt), soll es nicht ANGEBLICH jedem (egal ob er oder sie aus einem finanzstarken bzw. finanzschwachen Haushalt kommt) möglich sein zu studieren? Da sehe ich keine "Gerechtigkeit", denn wer aus einem "reicheren" Haushalt kommt hat viel bessere Chancen und Möglichkeiten!

  • Natürlich hast Du das Recht zu studieren.
    Du hast einen Rechtsanspruch auf eine individuelle Förderung für eine der Neigung, Eignung und Leistung entsprechende Ausbildung nach Maßgabe des BAFöG´s, wenn Dir die für den Lebensunterhalt und Deine Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen.
    ... nach Maßgabe des BAföG´s..
    Und da sind im § 13 BAföG Dein Förderungsbedarf, im § 21 der Einkommensbegriff und Grundlagen zur Ermittlung der Einkünfte und im § 25 geht es um die Freibeträge.
    Und im §§ 1601 BGB steht u. a. geschrieben, daß Verwandte in "gerader Linie" sich gegenüber zum Unterhalt verpflichtet sind.
    Und somit steht Du bei Deinen Eltern an erster Stelle um versorgt zu werden. Und erst danach kommt z. B. die Alterssicherung etc.


    So, das war etwas Verwaltungs- und Gesetzeskram... doch so ist das Gesetz.
    Und daß Deine Mutter mit rd. 1.800 € keine großen Sprünge machen kann, ist klar. Du weist mit dem Finger auf anderes Studis, welche mehr BAföG bekommen. Und was heißt für Dich "reichererHaushalt"?


    Du hast die Chance zu studieren, der Steuerzahler finanziert die Hochschulen und Lehrkörper und auch die Ausbildungsförderung.
    Und wenn Deine Eltern nicht den vom STW errechneten Unterhaltsbetrag aufbringen (können) und Du keine Vorausleistungen beantragen willst (verstehe ich), dann bleibt Dir nur der KfW-Studienkredit.


    Und wenn Du zugig studierst, wirst Du später ein angemessenes Gehalt beziehen und den Studienkredit problemlos zurückzahlen können. Zeige deshalb nicht mit einem Finger auf Studis aus finanzstarke Haushalte, drei Finger weisen immer noch in Deine Richtung. :eek:


    franjo