Im Nachhinein abgelehnt, was tun?

  • Hallo Leute.. Ich habe letzten Monat einen vorläufigen Bescheid bekommen weil das Gehalt von meinem leiblichen Vater noch nicht ermittelt wurde.
    Nun habe ich gerade in den Briefkasten geguckt, und noch mal Post vom Amt in Charlottenburg.
    Die haben das Gehalt ermittelt (netto ca 2500)und wollen nun alles von mir zurück (1134€)
    Und ich bekomme von denen gar nichts mehr!! Ich bin völlig am Ende! Was soll der sch***? Ich und meine Mutter sollten SCHRIFTLICH bestätigen dass wir den Aufenthaltsort meines leiblichen Vaters nicht kennen! Ich habe seit über 15 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm, er ist ein mieses ar***Loch, er hat sich niemals um mich gekümmert, und jetzt bekomme ich wegen dem kein Geld??
    Wo liegt da die die Logik in diesem verdammten System? Ich habe nicht mal unterhalt von dem bekommen, welches er mit auch schuldet!
    Was soll ich jetzt machen?? Kann das Job Center mir zahlen? Oder bin ich jetzt schlicht und einfach am ar***??
    Kann ich Geld von meinem Erzeuger einklagen ? Kann ich mir alles holen was dieser miese... Besitzt? Ich Brauche dringend einen Rat... Tut mir leid wegen dieser vulgären Aussprache aber ich bin ziemlich aufgebracht


    Liebe grüße, Gerrit.

  • Bei Deiner Ausdrucksweise würde ich als Dein Erzeuger auch nichts zahlen, zumindest freiwillig. :mad:
    Wenn Du vom Staat Geld willst, dann prüft der Staat, vertreten u. a. durch das BAFöG-Amt, ob Du bedürftig bist und unterhaltsrechtlich keine anderen Personen für Dich u. a. Unterhalt zahlen müssen. :rolleyes:
    Warst Du mit dem Rückforderungsbescheid überhaupt schon beim BAföG-Amt und hast Dich dort erkundigt, bevor Du hier "die wilde und unflätige Sau" spielst? :mad:
    Wenn Du, damals vertreten durch Deine Mutter, jahrelang keinen Unterhalt erhalten/eingeklagt habt, dann ist es Euer Problem und nicht der Allgemeinheit, sprich Bürger und Steuerzahler!


    Du hast Schüler-BAföG beantragt. Dazu sind die Einkommensunterlagen der Eltern = Vater und Mutter erforderlich. Dabei wurde dem Amt erklärt, daß die Unterlagendes Vaters nicht vorgelegt werden können. >Und es wurden Vorausleistungen (§ 36 BAföG) beantragt.


    Da das Amt für Ausbildungsförderung nicht so schnell die Einkommensunterlagen Deines Vaters erhielt, wurde Dir zunächst unter dem "Vorbehalt der Rückforderung usw. ) BAföG als Vorausleistung gewährt.
    Nun hat das BAföG-Amt die Einkommensunterlagen des Vaters erhalten und eine abschließende Berechnung vorgenommen und festgestellt, daß Dein Vater Geld hat und Du somit - im Sinne des BAföGs und des Unterhaltsrechts - nicht bedürftig bist.
    Die "unter dem Vorbehalt der Rückforderung" gezahlten Beträge hat das BAFöG-Amt - zu Recht - zurück gefordert. Und da Du den Antrag gestellt hast, von Dir!
    Damit ist für das BAföG-Amt der Vorgang erledigt. So steht es in den Antragsunterlagen, welche Du unterschrieben hast! :eek:


    Einen Rat gebe ich Dir hier nicht, weil ich darauf keinen "Bock" habe.
    Ich habe Dir nur aufgezeigt, wie es bei Dir gelaufen ist bzw. gelaufen sein kann.
    Den richtigen Rat und die rechtliche Unterstützung bekommst Du während den Sprechzeiten bei Deinem BAföG-Amt.
    Aber bitte, sei dann etwas freundlicher!


    franjo

  • Franjo, mir ist schon klar, was passiert ist. Und ich bin mir dessen auch ziemlich bewusst. Aber wenn du kein 'Bock' hast, mir hier einen Rat zu geben, warum schreibst du dann?
    Im Jahre 2011 habe ich schon einmal Bafög bekommen - ohne das etwas von meinem Erzeuger angerechnet wurde.


    Zu meiner Ausdrucksweise:
    Stelle dir doch mal bitte vor, du hast nie wirklich etwas mit deinem Vater am Hut gehabt weil er es nicht für nötig hält mich als Sohn anzuerkennen.
    Dazu habe ich mir in dem letzten Jahr hier in Berlin (komme ursprünglich aus Essen im Ruhrgebiet)
    Den allerwertesten aufgerissen, damit ich etwas erreiche. Ich habe sehr viel durch gemacht. Jetzt habe ich endlich eine Ausbildung in dem Bereich wo ich schon immer hin wollte, Und liege nicht wie viele Langzeit Arbeitslose nur auf der faulen Haut, und lebe nicht ohne irgendwas dazu beizutragen auf Staatskosten.
    Auf gut deutsch - ich mache etwas aus mir. Und aufgrund der Gesetzgebung, wird mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Klar kann ich es verstehen, dass das Amt nicht fördern sollte, wenn die Eltern beispielsweise reich sind. Oder halt einfach extrem viel verdienen.
    Aber es sollte definitiv Ausnahmen gehen!
    Ich habe mit meinem Vater nichts zu tun, und in den Jahren wo meine das Geld hätte einklagen können, war er Harz IV Empfänger, es gab nichts zu holen! Sie hatte lediglich den Titel gegen ihn!
    Und die Grenze, wie viel man verdienen darf als Elternteil, ohne dass etwas angerechnet wird, ist definitiv zu niedrig.! Meine Mutter verdient brutto 1500 ca.
    Sie hat multiple sklerose, und hat dadurch so oder so einen Mehraufwand!
    Und die Wohnung / unterhalt ist auch nicht umsonst, und selbst wegen ihrem Gehalt wurde mir 80€ ca abgezogen!
    Ich fühle mich vom Staat einfach nur verarscht.
    Und ich bitte dich jetzt noch mal, mir evtl ein paar Tips zu geben.
    Meine Aussprache war vielleicht nicht gerade toll, aber ich war einfach zu aufgebracht um normal zu schreiveb..


    LG Gerrit

  • Unterhaltsrechtlich ist er Dein Vater. Und somit hat er Dir eine entsprechende Ausbildung - ggf. bis zum Studium - finanziell zu ermöglichen. Sollte er kein Einkommen oder über ein zu geringes Einkommen verfügen, dann könnte Du BAföG bekommen.


    Wenn Du "früher" schon einmal BAFöG ohne Anrechnung der Einkünfte Deines Vaters, dann hast Du Glück gehabt und/oder das BAföG-Amt kannte nicht die Adresse Deines Vaters.
    Fakt ist: Jetzt ist die Adresse bekannt und sein Einkommen wurde angerechnet.
    Daß du in der Vergangenheit von Deinem Vater nicht "verwöhnt wurdest", ist traurig. Doch Du bist kein Einzelfall.
    Deshalb wurde im BAFöG die §§ 36 + 37 eingearbeitet.
    Bei zahlreichen Studentenwerken wurden tw. eigene Teams gebildet, welche sich ausschließlich mit den Problem der Vorausleistungen beschäftigten.
    Also, kein Einzelfall und somit kein Anspruch auf Mitleid etc.; sondern lediglich auf Verständnis :eek:.


    Ich würde an Deiner Stelle zum BAföG-Amt gehen und erneut mit dem Formblatt 8 Vorausleistungen nach § 36 beantragen. Gleichzeitig erklärst Du, ob Dein Vater Dir den lt. BAföG errechneten Unterhalt zahlt. Das kannst Du in dem Formblatt erklären.
    Gleichzeitig nimmst Du z. B. den alten Unterhaltstitel mit.


    Das BAföG-Amt wird sich schon mit Deinem Vater auseinander setzen und in Erfahrung bringen, ob- und ggf. warum er Dir den Unterhalt verweigert. Wichtig ist jedoch, daß Du zuvor Deinem Vater eine Kopie des BAFöG-Bescheides zuschickst und ihn aufforderst, innerhalb von zwei Wochen den mtl. Unterhaltsbetrag auf Dein Konto zu überweisen, einschl. Rückforderungsbetrag.
    Gleichzeitig legst Du gegen den Rückforderungsbescheid zur Fristwahrung Widerspruch ein.
    Das hört sich kompliziert an, doch ein paar Grundsätzlichkeiten sind erforderlich, wie z. B. die Aufforderung an Deinen Vater zur Unterhaltszahlung. :confused:
    Und bei der Zahlungsaufforderung halte Dich zurück! Keine Beleidigungen usw.!
    Du darfst und mußt gleichzeitig Deinem Vater schreiben, welchen Schultyp Du besuchst und welchen Abschluß Du anstrebst!


    Ganz wichtig, hier der erneute Zeigefinger von mir:
    1-) Vater per Einschreiben anschreiben.
    2.) Ein paar Tage später, beim BAFöG-Amt zur Fristwahrung Widerspruch einlegen und Vorausleistungen beantragen, die Kopien des alten Titels und des aktuellen Schreibens an Vater (/s. Pkt. 1) beifügen und sich dort helfen lassen.
    3.) sich wundern, wie weit man/frau mit Freundlichkeiten kommt ;)
    4.) nicht ausrasten, wenn nicht sofort gezahlt wird, denn gerade im Unterhaltsverfahren müssen Fristen eingehalten werden.
    5.) Freuen, daß Du - nach Stand der Dinge und Deinen Erklärungen - den Rückforderungsbetrag nicht erstatten mußt. Der wird mit den ausstehenden Unterhaltszahlungen Deines Vaters verrechnet.


    franjo

  • Uff, ja das hört sich erst einmal kompliziert an. Aber das werde ich dann machen! Vielen vielen Dank!!
    Jetzt habe ich bloß noch ein Problem: ich kenne die Anschrift meines leiblichen Vaters nicht...
    Kann ich mir die vom Bafög Amt geben lassen? Die haben die doch auch herausgefunden. Oder was kann ich da machen??
    LG gerrit

  • Es liest sich kompliziert, in der Durchführung ist es für Dich rel. einfach.


    Bei einem sog. Vorausleistungsverfahren sind die "Arbeiten hinter den Kulissen" für das BAföG-Amt sehr umfangreich.
    Deshalb habe ich so ausführlich geschrieben, damit Du mögliche Zeitverzögerungen (Termine etc.) verstehst.


    Wenn Du nicht die Anschrift Deines Vaters kennst, dann soll das BAFöG-Amt sich selbst mit ihm in Verbindung setzen.
    Das mußt Du denen nur sagen/schreiben!


    Gruß
    franjo