Lehramt - Fachweschsel nach dem 3. Semester

  • Hallo erstmal!


    Ich studiere Germanistik und Anglistik im dritten Semester an der Uni Duisburg-Essen. Allerdings bin ich gar nicht glücklich mit der Wahl des Germanistik-Studiums und während meiner Praktika wurde mir von vielen Seiten auch davon abgeraten zwei Hauptfächer zu unterrichten. Viele der Lehrer dort, die selbst diese Fächerkombination haben, gaben zu, es mittlerweile zu bereuen. Deshalb würde ich gerne Philosophie anstatt Germanistik studieren.


    Meine Frage dabei ist nun, wie hoch die Chancen sind, dass ich mein Bafög, welches ich seit dem 2. Semester beziehe, weiterhin zu bekommen.


    Reicht es aus, einen Neigungswechsel als Grund anzugeben?
    Wird es in meinem Fall evtl. nicht ganz so streng gesehen wie bei einem kompletten Fachwechsel (z.B. von Informatik zu BWL)? Denn immerhin bleiben Anglistik und Bildungswissenschaften weiterhin Teil meines Studiums.
    Falls mir kein "50:50" Bafög gestattet wird, kann ich dann trotzdem Bafög fordern, das ich dann aber komplett zurückzahle?


    Vielen Dank schonmal im Voraus für eure Antworten!


    mfg

  • Erkläre dem STW, weshalb Du Dich unglücklich fühlst und Du so lange brauchtest, um diese Unglücksseligkeit festzustellen.
    Bist Du jetzt im 3. Semester oder hast Du schon drei Semester studiert?
    Wenn Du bereits zwei Semester eingeschrieben warst, dann mußt Du auf jeden Fall den Wechselgrund ausführlich und nachvollziehbar begründen. Es kommt nicht auf die Zahl der geförderten Semester an, sondern auf die Zahl der eingeschriebenen Semester.
    Ein Wechsel nach dem 3. Semester zu begründen, ist i. d. Regel total schwer. Du müßtest einen "unabweisbaren Grund" glaubhaft darstellen und beweisen!


    Doch warum fragst Du hier so spät? Das Studium hat schon begonnen und du müßtest :confused: jetzt im 4. Semester sein?
    Du mußt entscheiden. Es kommt nicht auf die Fächer an, sondern auf die Zahl der studierten Semester.


    Wende Dich doch ans BAföG-Amt, welche über Deinen Antrag zu entscheiden haben.
    Nur dort bekommst Du eine verlässliche Auskunft.
    Würdest Du z. B. auf eine BAföG-Förderung verzichten, wenn sie nach einem FRW komplett zurückzuzahlen wäre? :confused:
    Du kannst hier im Forum auch die SUCHE betätigen.


    franjo

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Das habe ich leider befürchtet, allerdings habe ich auf einer Seite etwas anderes gelesen, was mir Hoffnung machte. :D http://www.******************/FAQ/fachwechsel.php


    Um auf deine Frage, zu antworten: Ich bin diesen Oktober ins dritte Semester gekommen und frage erst deshalb, weil meine Erfahrungen aus dem Praktikum erst ein paar Wochen her sind, es zu dem Zeitpunkt aber zu spät war, um noch zu wechseln.


    mfg

  • Wenn das WS 2013/14 Dein drittes Fachsemester ist, dann solltest Du Dich unverzüglich um einen Wechsel bemühen!
    Sprich mit dem Prüfungsamt der Hochschule!


    Bei einem Fachwechsel wird auch die "Unverzüglichkeit" geprüft.
    Will heißen, der Studiengang ist unverzüglich zu wechseln, sobald Studi merkt, daß das der Studiengang nicht "der Hit" ist (Neigungswandel und Eignungsmängel).


    Du mußt bzw. solltest Dich schnellstens sowohl mit der Uni als auch mit dem STW in Verbindung setzen.


    franjo

  • Danke für die Antwort, ein kleines Update zu meiner jetzigen Situation:
    Ich konnte noch am 29. 10 von Germanistik zu Philosophie wechseln, da noch freie Plätze verfügbar waren.
    Leider meinte der zuständige Sachbearbeiter, dass der Wechsel trotzdem als Wechsel NACH dem 3. Semester angesehen wird, obwohl ich das Studium in Philosophie in vollen Maßen aufnehmen kann, da ich in die für das erste Semester vorgesehene Kurse noch reinkommen konnte.
    Nun soll ich eine Begrünung für den Fachrichtungswechsel einreichen, die auf einem Neigungswechsel basiert.
    Sind diese Gründe (hier in Kurzform aufgelistet) einigermaßen akzeptabel?


    - zu sprachtheorielastiges Studium gegenüber analytischen und fiktionalen Anteilen, die ich mir ursprünglich versprochen hatte
    - Überfordert beim Finden von passender Thematik bei den Hausarbeiten, da kein Draht zum Kurs "Laut und Schrift"
    - persönliche Interessenverschiebung zu philosophischen Texten, da viel damit in der Freizeit beschäftigt
    - Schwierigkeiten beim Vermitteln von bestimmten Sachverhalten in Deutsch beim Unterrichten während meines Eignungspraktikum
    - zu praxisfern, sehr hoher Anteil an mittelalterlicher Sprache und Kultur, welche nicht mein Interesse findet und ich mich intellektuell nicht imstande da, die Klausur mitzuschreiben


    Kann man schreiben, dass man sich überfordert sieht, 2 Hauptfächer später zu unterrichten, weil man das während es Praktikums gemerkt hat? Oder wird erwartet, dass man so etwas vor Beginn des Studiums wissen muss?


    lg

  • Du mußt dem BAFöG-Amt erklären und glaubwürdig nachweisen, daß Du für die bisherige Fächerkombination nicht geeignet bist.


    Insbesondere - und das ist enorm wichtig zu erklären - weshalb Du mehr als drei Semester gebraucht hast um festzustellen, daß der Studiengang nicht Deiner Eignung und Deinen Neigungen entspricht.


    Du hast nach dem dritten Semester gewechselt. Also im vierten Semester. Und dafür gelten enorm strenge Regeln! :(


    Ach ja, und zu Deinem letzten Absatz.... Natürlich hättest Du wissen müssen, was Dich in dem gewählten Studiengang erwartet!
    Bedenke: Wenn z. B. jemand den Studiengang "Musik" auswählt erwartet er garantiert nicht, daß ihm an der Hochschule noch die Noten erklärt und das Klavierspielen beigebracht werden. OK? :rolleyes:


    Dafür gibt es Studienberatungen und vor dem Abi Zeit, sich über das geplanten Studium zu informieren.


    Ach ja, weder schreibe noch bewerte ich Begründungen!


    franjo

  • Aber manchmal ist doch eben so, dass man erst während des Praktikums selbst bzw. während des Studiums merkt, dass der Arbeitsaufwand nicht dem entspricht, was man erwartet hat. Als Schüler hat man doch eine ganz andere Sicht auf dei Dinge.


    Nein, ich habe mich wohl unklar ausgedrückt: Ich habe 2 Semester Germanstik studiert und das dritte begonnen, konnte aber 2 Wochen nach Beginn des dritten Semester noch wechseln. D.h dass ich im dritten Semester schon mein erstes Semester in Philosophie beginnen kann, auch wenn ich drei Wochen verpasst habe. Aus diesem Grund hatte ich auch gehofft, dass es als Wechsel nach dem 2. und nicht nach dem dritten Semester angesehen wird, was allerdings nicht der Fall war.


    Wissen Sie evtl, ob der für einen zuständige Sachbearbeiter des Studentenwerks letzendlich die Begründung für den Fachrichtungswechsel liest und als akzeptabel oder unzureichend befindet? Oder wird diese Begründung noch einmal weitergeleitet? Die Art und Weise wie dieser mir nämlich erklärt hat, wie ich so etwas zu begründen habe, hat mir nämlich eigentlich Hoffnung gemacht.
    Er sagte in etwa so etwa wie: Also Sie missen dann ihren Neigungswechsel in 4-5 Sätzen begründen und dann sollte das im Prinzip klappen mit der Weiterförderung.


    Danke noch einmal für Ihre Hilfe.


    mfg

  • Ja wenn das so ist.... und Du innerhalb des dritten Semesters gewechselt hast... dann macht der später Wechsel wenig Probleme.:o
    Deshalb schreibe doch ganz ehrlich, daß Du Dich nicht ausführlich genug informiert hast und der Studienalltag total anders ist als Du es Dir vorgestellt hast.
    Die Begründung wird nicht veröffentlicht, sie bleibt in der Akte und allenfalls bei einem erneuten Wechsel hervor-gezaubert ;)


    franjo