Kindergeldanspruch rückwirkend geltend machen

  • Hallo verehrte Community,


    ich habe derzeit ein relativ akutes Problem.


    Teil I)
    Ich befand mich in einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten bis Januar 2011 - habe die Prüfung jedoch nicht bestanden, somit die Ausbildung nicht abgeschlossen. Das Kindergeld erhielt ich bis einschließlich Januar 2011 auf mein eigenes Konto, da ich einen Abzweigungsantrag gestellt habe. Hintergrund: kein Kontakt zur Mutter/Vater und wohnhaft in eigenständiger Wohnung. Die Zahlung wurde damals eingestellt, weil meine Mutter (die auch Kindergeldberechtigte ist in meinem Fall) die entsprechende Post "Mitteilung über Einkünfte und Bezüge eines volljährigen Kindes" nicht an mich weitergeleitet hat. Daraufhin stellte die Familienkasse die Zahlung ein. Ich selbst habe leider keine Informationen erhalten. Ich bin 1988 geboren und dementsprechend spielt das Alter beim Anspruch keine Rolle.


    Im Jahr 2011 habe ich Einkünfte und Bezüge i.H.v. 8.125,00€ Brutto erhalten, abzüglich des Pauschbetrages liege ich somit unter der Höchstgrenze von 8.004,00€. Meinen Anspruch habe ich also nicht durch mein Einkommen verwirkt.


    Im April 2012 habe ich über das Arbeitsamt einen Bildungsgutschein in Anspruch genommen um meine Ausbildung zu beenden. Diese habe ich nun im Januar 2013 erfolgreich beendet.


    Kurz zusammengefasst heißt das für mich also:


    bis 01/2011: Zahlung des Kindergeldes


    02/2011 - 12/2011: Einkommen unter 8.004,00€, teilweise beschäftigt gewesen, ansonsten ordnungsgemäß bei der Agentur für Arbeit als 'arbeits-/ausbildungssuchend' gemeldet gewesen.


    01/2012 - 03/2012: ordnungsgemäß bei der Agentur für Arbeit als 'arbeits-/ausbildungssuchend' gemeldet gewesen.


    04/2012 - 01/2013: Ausbildung fortgesetzt und erfolgreich beendet


    Da die Einkünfte im Jahr 2012 keine Rolle spielen habe ich diese hier weg gelassen.


    FRAGE NR. 1: Die Familienkasse hat mir bereits telefonisch zugesichert, dass dort ein entsprechender Anspruch auf Kindergeld für den Zeitraum 02/2011 bis 01/2013 besteht. Dennoch frage ich hier nochmal: ist das richtig?



    Teil II)
    Meine Mutter war bis 01/2011 meine entsprechende Kindergeldberechtigte. Den erneuten Antrag mit den ensprechenden Nachweisen für o.g. Sachverhalt habe ich nun über meinen Vater bei der zuständigen Familienkasse eingereicht. Dieser Antrag wurde mit dem Verweis auf §64 (1) EStG abgelehnt.


    "Auszug zu §64: (1) Für jedes Kind wird nur einem Berechtigten Kindergeld gezahlt."


    Meine Theorie dazu: Der Antrag wurde lediglich abgelehnt, da ich nun über meinen Vater das Kindergeld beantragt habe, anstatt dies über meine Mutter zu tun.
    FRAGE NR. 2: Stimmt meine Theorie?


    Teil III)
    Falls meine Theorie zu Teil II) stimmt, habe ich ein weiteres Problem: ich unterhalt keinerlei Kontakt zu meiner Mutter, weiß derzeit nicht mal wo sie wohnt und genau genommen soll das auch so bleiben. Es muss doch also möglich sein, meinen Vater als Kindergeldberechtigten einsetzen zu lassen, da es in meinem Fall ja lediglich auf eine rückwirkende Zahlung geht und nach der Zahlung des entsprechendes Betrages auch keine weiteren Ansprüche gegenüber der Familienkasse bestehen.
    Ich habe bereits etwas von einer "Verzichtserklärung" seitens meiner Mutter gehört, jedoch weiß ich jetzt schon, dass sie so etwas niemals unterschreiben wird.


    FRAGE NR. 3: Wie soll ich vorgehen? Wie kann ich vorgehen?


    Teil IV)
    Meine größte Sorge besteht darin, da es sich um 4.416,00€ handelt, dass meine Mutter durch irgendwelche Umstände an dieses Geld gelangen könnte. Wenn dies nämlich der Fall wäre, ist das Geld für immer verloren... ;-(


    FRAGE NR. 4: Wie kann ich das verhindern?


    Ich danke vorab für euren Rat und hoffe hier eine Lösung finden zu können.


    Schönen Abend noch...

  • FRAGE NR. 1: Die Familienkasse hat mir bereits telefonisch zugesichert, dass dort ein entsprechender Anspruch auf Kindergeld für den Zeitraum 02/2011 bis 01/2013 besteht. Dennoch frage ich hier nochmal: ist das richtig?


    Die Frage lässt sich beantworten, wenn wir den Posteingang bei der Familienkasse einsehen könnten.
    Ohne dass wir wissen, wessen welche Post bei welcher Familienkasse eingegangen ist, kann hier nicht bestätigt werden,
    ob die telefonische Auskunft, dass dort ein Antrag, der noch für diesen Zeitraum gilt, vorliegt.


    dms

  • Meine Theorie dazu: Der Antrag wurde lediglich abgelehnt, da ich nun über meinen Vater das Kindergeld beantragt habe, anstatt dies über meine Mutter zu tun.
    FRAGE NR. 2: Stimmt meine Theorie?


    Der von dir zitierte Paragraph gibt Dir evtl. die Antwort, ob deine Theorie zutrifft.


    dms

  • FRAGE NR. 3: Wie soll ich vorgehen? Wie kann ich vorgehen?


    Zitat

    ich unterhalt keinerlei Kontakt zu meiner Mutter, weiß derzeit nicht mal wo sie wohnt und genau genommen soll das auch so bleiben.


    unter diesem Aspekt wird es schwer.


    Allerdings muss nach dem von Dir hier zitierten Paragraphen Du ja gar nicht tätig werden.


    dms


  • Schau mal hier rein, evtl. findest Du da die Lösungen: KLICK HIER


    Gilt auch für deine anderen 4 Fragen.


    dms