BAföG-Anspruch nach langer Erkrankung

  • Hallo,
    ich habe nach langer Erkrankung in der Vergangenheit nun große Probleme bezüglich meines weiteren Anspruchs auf BAföG.
    Folgende Situation:
    Im Oktober 2011 begann ich mein Studium (Bachelor) und bezog hierfür elternabhängiges BAföG.
    Bevor ich das erste Semester komplett abschließen konnte (einen Teil der Prüfungen konnte ich noch absolvieren), wurde ich schwer krank. Dies brachte einen Krankenhausaufenthalt von 19 Wochen und diverse, über Monate andauernde Nachbehandlungen mit sich.
    Anschließend konnte ich in meinem Semester nicht mehr mithalten und besuchte im darauf folgenden Jahr das Semester erneut (das Studium beginnt ausschließlich zum Wintersemester).
    Während des Jahres der Krankheit bezog ich, bis auf 3 Monate, auch kein BAföG mehr, da ja im
    Krankheitsfall nicht länger Anspruch besteht.
    Natürlich habe ich mich damals bei der Hochschule und beim BAföG-Amt beraten lassen, wie ich am Besten verfahre.
    Man riet mir, ich solle mich auf keinen Fall Exmatrikulieren / neu Bewerben und auch KEIN Urlaubssemster nehmen, da ich ja nun mal attestiert erkrankt sei und deshalb die zwei Semester 'fehlte'.
    Bezüglich meines BAföG-Anspruchs bekam ich die Auskunft, dass ich nur in den letzten Beiden Semestern meines Studiums Probleme bekommen könne, da ich ja dann 2 Semester "zu lang" studieren würde, hierfür könne ich aber dann ein Antrag auf Verlängerung des BAföG-Anspruchs stellen.
    Im Oktober letzten Jahres nahm ich dann - erneut
    mit dem ersten Semester - das Studium wieder auf, beantragte BAföG und erheilt dies dann auch - bis jetzt.
    Nun fordert das BAföG-Amt von mir Leistungsnachweise, Praktikantenverträge etc. die das 4. Semester betreffen, dass ich ja nun besuchen würde, wäre ich nicht erkrankt gewesen! Doch ich befinde mich ja nun erst im im 2. bzw im Übergang zum 3. Semester (eben mit diesem einen Jahr Verzug).
    Nach mehreren Erklärungsversuchen hieß es, dass es egal sei "was ich gemacht habe", ich sei offiziell im 4. Semester und müsse,
    um weiter Leistungsanspruch zu haben, alle Nachweise aus diesem Semester vorweisen können.
    Nach weiteren Diskussionen zeigte man mir den Weg auf, ein Bittschreiben (hinausschieben des Nachweisens der Leistungsnachweise) zu verfassen und dann eben "zu hoffen" dass dorthin gehen entschieden würde, dass ich daraufhin einen positiven Bescheid erhalte.
    Es wurde mir gesagt, dass es für diesen Fall keine gesetzliche Grundlage gebe und dies somit eine Einzelfallentscheidung sei.
    Nun habe ich erst mal keinen Leistungsbezug mehr, reiche brav weitere Unterlagen, die Sie von mir und meinen Eltern möchten, ein und hoffe.
    Doch was diese Situation im Weiteren mit sich bringt ist:
    Selbst wenn ich in ein zwei Monaten einen positiven bescheid bekomme und wieder Leistungen beziehe, stehe ich in einem Jahr wieder vor dem gleichen Problem (befinde mich im 4. Semester und brauche Leistungsnachweise aus dem 6. Semester).
    In weiteren zwei Jahren das Ganze dann nochmal ...
    Wer hat ähnliches erlebt? Ich bin doch bestimmt nicht die einzige Studentin im BAFÖG-Bezug die das Pech hatte, durch eine schwerwiegende Erkrankung für einen längeren Zeitraum auszufallen!?
    Ich bin für jeden Rat oder jede fachliche Auskunft dankbar!
    Viele
    Grüße und vielen Dank!

  • Wiederholungssemester zählen als Fachsemester.
    Rückstufungen und "Neuanfänge" gehen entsprechend dem BAföG zu Lasten des Studis.
    Urlaubssemester werden nicht mitgezählt.


    Wg. Krankheit ein/zwei Urlaubssemester bei der Uni beantragen, ist üblich und oft praktiziert.
    Solltest Du damals diesbezüglich unrichtig oder unvollständig beraten worden sein... auch DAS geht zu Deinen Lasten.


    Eine krankheitsbedingte Studierunfähigkeit erfüllt die Voraussetzungen einer Verlängerung der Förderung und somit auch die Weiterförderung ohne Leistungsnachweis (§ 48 BAFöG).


    Das sog. "Bittschreiben" ist der formlose Antrag auf Weiterförderung aus Krankheitsgründen ohne Leistungsnachweis (§ 48 Abs. 2 BAföG).
    Was natürlich nicht bedeutet, daß Dir für den gesamten Erkrankungszeitraum eine Weiterförderung zugesichert wird.


    Pauschal wird gerechnet: Zwei Semester Erkrankung = Ein Semester Weiterförderung.... wenn die weiteren Voraussetzungen vorliegen.
    Dabei mußt Du nachweisen, daß Du tatsächlich studierunfähig erkrankt warst und Du innerhalb des zu verlängernden Zeitraumes auch den Leistungsnachweis erbringen kannst.


    Nun mußt nun Du selbst entscheiden, wie es weitergehen (soll).
    Ich würde alle vorhandenen Atteste und auch Nachweise der Studienleistungen zusammen fassen und den o. a. Antrag stellen.
    Gleichzeitig würde ich mir vom Prüfungsamt den frühestmöglichen Termin bestätigen lassen, wann der Leistungsstand über vier Semester erreicht ist.


    franjo