Gezwungen Bafög zu beantragen?

  • Hallo ihr Lieben,


    ich habe folgendes anliegen:


    Meine Eltern sind geschieden. Meine Mutter ist erwerbstätig, mein Vater arbeitslos (und auch nicht gewillt zu arbeiten). Er hat vor wenigen Wochen eine stolze Summe von 170.000 Euro geerbt.
    Ich fange jetzt im September an zu studieren und habe meinen Vater deshalb dazu aufgefordert, mir einen Unterhaltsbetrag von 350 Euro zukommen zu lassen, meine Mutter würde ebenfalls 350 Euro zahlen (diese Beträge stammen aus einem 3 Jahre alten, dynamischen Unterhaltstitel, welcher noch gültig ist).
    Mein Vater fordert mich nun via Anwalt dazu aus, Bafög zu beantragen. Dort muss er sein Vermögen, also seine geerbten 170.000 Euro, nicht angeben und muss 0 Euro an mich zahlen. Unterhaltstechnisch hingegen müsste er durch eine Mangelberechnung sein Vermögen für Unterhaltszahlungen einsetzen.
    Er will einfach durchs Bafög fein raus sein, ich sehe es aber nicht ein, dass er auf seinem Berg Geld sitzt und meine Mutter (ohne Berg Geld ;)) zahlen muss. Kurz zur Vorgeschichte, es gab tausende Rückstände mit ihm, tausend Gesprche mich Anwälten, nur Probleme. Er ist Alkoholiker, belog das Jugendamt bezüglich Krankheiten, und so weiter und sofort. Auf jeden Fall niemand, dem man 170.000 Euro gönnt.


    Meine Frage ist nun:
    + muss ich der Forderung meines Vaters nachkommen und Bafög beantragen?
    Ich finde dies sehr unfair, da 1. meine Mutter so als einziger Elternteil zahlen müsste, 2. mein Vater dank der geerbten großen Summe eigentlich in der Lage wäre zu zahlen, und 3. dadurch, dass ich durch Bafög ja ein Staatsdarlehen aufnehme, ich ja quasi seinen Unterhaltsteil für mich selbst zahle (im Vergleich zum normalen Unterhalt) und Ich ja auch diesen Betrag zurückzahlen muss
    + mein Unterhaltsanspruch beläuft sich laut Titel auf 700 Euro (halb/halb zu zahlen von meinen Eltern). Bafögmäßig ist mein Bedarf nur 590 Euro. Gibt es eine Möglichkeit an die Differenz zu kommen?


    Was würdet Ihr mir raten, wie ich weiter vorgehen soll?


    Liebe Grüße

  • Dein Vater bzw. Anwalt haben Recht!
    Das BAföG wird nach dem Einkommen und nicht nach dem Sparbuch der unterhatsverpflichteten Eltern gerechnet.
    Du mußt BAFöG beantragen, wenn Du fürs Studium auf eine Unterstützung angewiesen bist.
    Und wenn Deine Eltern (vor zwei Jahren) keine Einkünfte hat/hatte, dann könntest Du den vollen BAföG-Satz bekommen.
    Wenn Deine Mutter als Alleinverdienerin jedoch über ein rel. hohes Einkommen verfügt, dann könnte z. B. Deine Mutter den vollen Unterhaltsbeitrag (Bafög-Anrechnungsbetrag) leisten müssen... und Dein Vater nichts.


    Dafür gibt es reichlich Gründe und auch Gerichtsbeschlüsse.
    Auch z. B. dann, wenn Du den halben BAföG-Satz zurückzahlen mußt! Das ist einer studierenden Person zuzumuten!


    franjo