Hilfe!!! Möchte Klage bei Verwaltungsgericht gegen ablehnenden Bescheid einreichen

  • Hallo,
    brauche dringend Hilfe. Hier eine E-Mail, die ich dem Studentwerk zukommen lassen habe, um eine Gerichtsverhandlung zu verhindern darin wird denk ich ganz gut erklärt, um was es geht, kann aber gerne noch mehr Fragen dazu beantworten:



    vielen Dank für Ihre Antwort. Vom meinem Recht eine Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen möchte ich, wenn möglich, -- in meinem persönlichen Interesse, aber auch in Ihrem Interesse und im öffentlichen Interesse -- absehen. Ein letztes Mal möchte ich Sie bitten die Richtigkeit des von Herrn ....... im Auftrag des Studentenwerks erklärten Widerspruchsbescheides zu überprüfen.


    Mir wird in dem Widerspruchsbescheid zur Last gelegt, dass ich den Fachrichtungswechsel nicht unverzüglich vorgenommen habe, sondern mit einer Verspätung von einem Semester. Meiner Betrachtungsweise nach hat der Fachrichtungswechsel faktisch schon im Wintersemester stattgefunden, da ich zu dieser Zeit schon die Konsequenzen aus meinem Entschluss, für den Fall einer Zulassung zu meinem Wunschstudium Bachelor Biologie mein bisheriges Lehramtsstudium Chemie/Biologie aufzugeben, gezogen habe und das Wintersemester in der Art gestaltet habe, dass ich ausschließlich Bachelorspezifische Kurse belegt habe. Eine Anrechnung von bachelorspezifischen Kursen auf das Lehramt ist ohne Probleme möglich, jedoch nicht in umgekehrter Weise. Denn die Bachelorveranstaltungen sind auf Grund des vertiefenden Biologiestudiums oft umfangreicher und anspruchsvoller. Mein faktisches Studium des Bachelor Biologie im Wintersemester wurde mir in vollem Umfang auf mein mittlerweile auch in formalerweise betriebenes Studium des Bachelor Biologie angerechnet. In diesem Sinne bin ich meines Erachtens auch der Pflicht meine Ausbildung umsichtig zu planen und zügig durchzuführen nachgekommen.
    Von der Option mein Studium durch eine Exmatrikulation zu unterbrechen, habe ich Abstand genommen, da es für meine Gesundheit ungünstig gewesen wäre, aber ich eventuell auch mit studienrechtlichen Kosequenzen hätte rechnen müssen. Denn bei einer Exmatrikulation laufen die Fristen für die Wiederrholungsprüfungen weiter. Da ich im 3. Semester vor Beginn meiner Krankheit schon zu mehreren Prüfungen angemeldet war, die ich nicht bestanden habe, hätte mir unter Umständen durch die weiterlaufende Frist in einem Unterbrechungssemester die Zwangsexmatrikulation und dadurch der endgültige deutschlandweite Ausschluss von der Aufnahme eines Studiums mit der Fachrichtung Biologie gedroht. Dies war mir nicht zuzumuten und die Alternative einer Beurlaubung stand mir nicht mehr zur Verfügung, da ein wichtiger Grund, wie der meiner Krankheit weggefallen ist.
    Weiterhin betrachte ich mein Studium im Wintersemester 2012/2013 als Parkstudium in dem Sinne, dass ich nach meiner Erkrankung ein neues Wunschstudium angestrebt habe, den Abschluss des 1.Staatsexamen für mein bisheriges Studium aber nicht generell ausgeschlossen habe, sondern es wesentlich von einer Zusage bzw. Absage für den Bachelorstudiengang Biologie abhängig gemacht habe. Ein Überbrückungsstudium in dem Sinne, dass ich Veranstaltungen besucht habe, die ich sowieso nicht hätte einbringen können oder gar das Studium faktisch ausgesetzt hätte, ohne irgendwelche Leistungen zu erbringen, war in meinem Fall mit Sicherheit nicht gegeben. Nach meiner Auffassung verstößt der Widerspruchsbescheid des Studentenwerks deshalb gegen Art. 3 Abs. 1 GG.
    Auch ist der Fachrichtungswechsel meiner Ansicht nach unverzüglich erfolgt, weil ich ihn zum nächstmöglichen Bewerbungstermin durchgeführt habe.,d.h. ich habe ohne schuldhaftes Zögern die Fachrichtung gewechselt, nachdem mir klar geworden ist, dass ich nunmehr den Bachelor Biologie als mein Wunschstudium ansehe.



    Ich hoffe sehr, dass Sie Ihren Widerspruchsbescheid einer nochmaligen eingehenden Überprüfung unterziehen können und ein Gerichtsverfahren verhindert werden kann, da ich den Widerspruchsbescheid nach wie vor leider nicht akzeptieren kann und als letztes Mittel rechtliche Schritte erwägen werde.



    Besten Dank und mit freundlichen Grüßen,




    und als Antwort kam:


    Sehr geehrter Herr ...........,


    wir haben den Sachverhalt ausführlich geprüft. Eine andere Entscheidung kann an dieser Stelle nicht getroffen werden.
    Ich bedauere, dass ich Ihnen keine andere Mitteilung machen kann.
    Mit freundlichen Grüßen


    .........................




    Meine Ansatzpunkte:
    "Ob der Auszubildende seiner Verpflichtung zu unverzüglichem Handeln nachgekommen ist, beurteilt sich nicht allein nach objektiven Umständen. Vielmehr ist auch in subjektiver Hinsicht zu prüfen, ob ein etwaiges Unterlassen notwendiger Maßnahmen dem Auszubildenden vorwerfbar ist und ihn damit ein Verschulden trifft, oder ob ein solches Unterlassen durch ausbildungsbezogene Umstände gerechtfertigt ist (BVerwG, Urt. v. 21.6.1990, a. a. O.).“


    Das mit dem Parkstudium wird in der Rechtssprechung des BverWg (FamRZ 1986, 397) gut abgehandelt und es passt wie die Faust aufs Auge auf meinen Fall. Falls euch juristische Datenbanken offenstehen könnt Ihr es dort nachlesen.


    "Hier wie dort sei es nicht gerechtfertigt, die Ausbildungsförderung zu versagen, wenn ein Student lediglich die Zeit bis zum nächstmöglichen Wechsel des Studienfaches überbrücke. Es bestehe kein sachlicher Grund, denjenigen, der in einem anderem als im gewünschten Studiengang immatrikuliert sei und sich in dieser Zeit auch durch Besuch von Veranstaltungen im gewünschten Fach auf die Aufnahmeprüfung für das gewünschte Studienfach vorbereite, schlechter zu stellen als den Studenten, der diese Warte- und Vorbereitungszeit anders gestalte"




    Habe ich eine Chance? Ich will Prozesskostenhilfe beantragen, wie hoch sind die Anwaltskosten der gegnerischen Seite, wenn ich verliere?


    Vielen Dank schon im Vorraus!