Probleme mit der Vorauszahlung

  • Ich wünschen einen guten Tag - den ich nicht habe,


    denn ich sitze seit etwa 3 Monate in ständigem Kontakt mit meinem BAföG-Amt - dessen Mühlen wirklich langsam mahlen. De Anhörung meiner Erzeuger war letzte Woche und sie meinte, jetzt müsse das noch zum Rechtsstand. Schön und gut, aber ich lebe seit Dezember nur auf Pump und irgendwann wollen meine Freunde auch ihr Geld wieder!


    Deshalb wollte ich mich einmal hier im Forum schlau machen (ich blicke selbst nicht mehr durch), ob das Amt die ganze Sache auch so lang hinausschieben kann, bis sie nicht mehr zahlen müssen. Meine Abendschule geht nur dieses Schuljahr.
    Zudem finde ich es "fahrlässig", dass ich meine Freunde um Geld bitten muss, damit ich jeden Monat um die Runde komme. Ist denn das BAföG-Amt gar nicht verpflichtet irgendwie Geld vorzuschießen?! Ich habe dies nämlich direkt angesprochen und es kam eine Ablehnung. Ich bekomme also nicht einmal 30 Euro jeden Monat vom BAföG-Amt und das war's.

  • Das BAföG-Amt arbeitet schon richtig.


    Grundsätzlich sind Deine Eltern für Deinen Unterhalt zuständig.
    Das kannst du im BAföG (§ 1) nachlesen.
    Doch Du hast keinen Anspruch auf einen Bar-Unterhalt.
    Ergo, es reicht schon aus, wenn Deine Eltern Dir den geforderten Unterhalt anbieten!


    Und aus Deinen sparsamen Hinweisen über Schule, Ausbildung, Alter und sonst. Lebenslauf etc. versuche ich zu deuten:
    Du hast BAföG beantragt.
    Du hast einen BAföG-Bescheid erhalten.
    Gegend diesen Bescheid hast Du Widerspruch eingelegt, da u. a. der Anrechnungsbetrag vom Einkommen der Eltern Dir zu hoch erscheint.
    Du hast vergebens Deine Eltern zur Zahlung des Anrechnungsbetrages gebeten.
    Deine Eltern lehnten die Zahlung aus "pers. Gründen... oder so..." ab.
    Du hast einen Antrag auf Vorausleistungen (§ 36 BAföG) gestellt.
    Deine Eltern wurden vom BAföG-Amt zur Abgabe einer Stellungnahme (Anhörung) aufgefordert.
    Das BAföG-Amt hat nach Eingang der Stellungnahme oder pers. Vorsprache Deiner Eltern (vorige Woche) noch keine Entscheidung über eine mögliche Zahlung getroffen.
    So weit ist alles OK und nicht zu beanstanden.
    Du bekommst e. d. Regel auch keine Infos über den Inhalt der Anhörung. Das BAFöG-Amt entscheidet und Du bekommst Geld. Oder auch nicht. Dann bekämst Du aber schriftlich die Begründung (Ablehnungsbescheid) mitgeteilt.


    Bedenke: Ein Antrag auf Vorausleistungen bedeutet nicht, daß automatisch Geld gezahlt wird. Die Unterhaltsberechtigen werden befragt, ob die Aussagen/Erklärungen des Antragstellers auch stimmen! Außerdem werden die Eltern auf die Rechtsvorschriften hingewiesen.


    Und dieses Vorgehen dauert halt etwas! Und, in Deinem Fall hast Du keinen Anspruch auf Vorschuss.


    Weshalb wollen Deine Eltern nicht zahlen?


    franjo

  • Oh natürlich, Verzeihung!


    Ich habe BAföG beantragt, eine zusage erhalten und meine "Eltern" weigern sich für ihr Kind aufzukommen, weil ich ja Erwachsen bin und gefälligst arbeiten gehen soll. Das dies aber aufgrund der gegebenen Umstände nicht möglich ist (z.B. stehe ich kurz vor den Prüfungen), ist denen total egal. Die sehen nur das Geld, was ihnen denn fehlt. Halt wirklich so nach dem Motto: Du bist 18?! Gut, dann raus und sorg für dich alleine!
    Ist halt seit Jahren ein sehr angespanntes Verhältnis, das nun so ist, dass wir nur Kontakt haben, wenn es wirklich sein muss. Ich hege auch keinerlei Bedürfnis dies zu ändern - zu viel Vorgefallen.


    Danke für deine Antwort franjo!

  • Es dauert... leider.
    Doch das sog. Verwaltungsverfahren mit Anhörungen usw.. dauert halt etwas länger. Siehe auch meine Auflistung.
    Leider ziehen manche Eltern einen persönlichen Schlussstrich mit dem Kommentar:
    "Mein "Heranwachsender" ist jetzt 18 oder 25 Jahre... wir als Eltern erhalten kein KG mehr u.s.w.
    also ist auch unsere Unterhaltspflicht erloschen."


    Ich drücke Dir die Daumen und berichte hier!
    franjo

  • Hallo,


    hier wird immer betont, dass es so lang dauert.....
    snuki, wenn Du selbst dich um den Unterhalt gekümmert hättest
    (siehe dazu im Bürgerlichen Gesetzbuch), würde es bestimmt auch so lang;
    ich wage eher zu sagen länger dauern.
    Vorschuß - worauf????
    Es steht doch gar nicht fest, dass du tatsächlich einen höheren Anspruch hast.
    Also ein "Vorschuss" -ohne feststehenden höheren Anspruch- wäre dann doch eher
    ein Darlehen/ Kredit. Und sowas vom BAföG-Amt ????


    Nichtsdestotrotz, wenn Du es selbst versucht hättest einzuklagen, hätte Dir auch
    passieren können, dass aufgrund von Fehlern aus Unkenntnis der rechtlichen Lage/
    Materie das Ganze den Bach runtergegeangen wäre.


    Um dies auch zu vermeiden, und Dir den Rücken von den Formalitäten frei zu halten,
    gibt es das von Dir und franjo beschriebene Verfahren. Also bitte, nicht
    das Amt trödelt wenn es mal länger dauert (scheinbar).
    Die Anhörung der eltern war nun schon gewesen, es kann also mit einer abschließenden
    Entscheidung gerechnet werden. Ist die gefallen, kann Dir dies auch mitgeteilt werden;
    und wenn es berechtigt ist, auch die Nachzahlung gemacht werden.


    Wie franjo schon andeutete: Geduld.


    dms

  • Ja, das mag sein, aber bisschen schusselig ist meine Sachbearbeiterin nichtsdestotrotz :( . Das hätte schon ein wenig schneller ablaufen können - ich weiß natürlich, dass sie nicht nur mich hat, aber es ist dennoch derzeit keine "Antragzeit"... und ach naja.
    Und ich hätte gern eine Art Darlehen, ja! Ich hatte dies direkt angesprochen (Stand im Wartebereich auf einem Zettel, dass das Amt auch Darlehen gibt), es wurde aber verneint. Weil wie gesagt: ich pumpe seit der Zeit meine Freunde an! >.< Und das geht auch nicht ewig... Wie soll man sonst seine monatlichen festen Kosten bezahlen?! (Boah bin ich froh, dass ich mich auf meine Freunde verlassen kann bzw ich das Vertrauen genieße, dass sie auch ihr Geld zurück bekommen. Ich weiß nicht, wo ich sonst stehen würde.... :( )

  • Sorry Snuki, daß ich Dir hier widerspreche :confused:


    Das Vorausleistungsverfahren ist ein etwas langwieriges Verfahren. Denn, das BAföG-Amt will den zum Unterhalt verpflichteten Eltern ans Geld. Und zwar allein auf Grund der Aussage des Kindes.:confused:
    Da ist es doch - und das verstehst Du bestimmt auch - normal, daß die Eltern vor einer Vorausleistung von Beträgen gefragt werden, ob die Aussage des Kindes überhaupt zutrifft. Weiterhin ist zu klären, weshalb die Eltern ggf. nicht zahlen wollen. Hat sich z. B. das Kind der "Nichtleistung" der Eltern selbst zuzuschreiben?


    Es wird im BAföG an drei Stellen über "Abschlagszahlungen etc." geschrieben, welche äußerst eng auszulegen sind.
    Keine dieser - von mir verkürzten - Vorschriften erfüllst Du.


    Und zwar:
    § 36 Abs. 2 BAföG bei Vorausleistungen, wenn die Eltern im Zeitrahmen von 8 Wochen keine Einkommensnachweise vorlegen.
    Deine Eltern haben die Einkommensnachweise vorgelegt. Somit entfällt dieser Ausnahmegrund.


    § 51 Abs. 2 BAföG bei der erstmaligen Antragstellung, wenn das BAföG-Amt nicht innerhalb von rd. 10 Wochen über den Antrag entscheiden kann. Doch da Du einen BAföG-Bescheid erhalten hast, hat das BAFöG-Amt eine Entscheidung getroffen.


    § 50 Abs. 4 BAföG beim Wiederholungsantrag, wenn dieser ganz rechtzeitig und "im wesentlichen vollständig" gestellt wurde und das BAföG eine nahtlose Weiterförderung nicht veranlassen kann.


    Diese Ausnahmefälle erfüllst Du - wie schon geschrieben - nicht.
    Und jeglicher Schriftverkehr ist wieder mit Fristen verbunden. Und es gibt Beteiligte, welche schamlos :cool: diese Fristen bis zum Ende ausreißen, ggf. zum Nachteil des anderen Beteiligten. Nach Deinen Äußerungen hier, solltest Du ganz dringend mit Deinen Eltern ein Gespräch führen. Wer das Verfahren hinauszögert, kann ich nicht klar erkennen. Wir hier im Forum kennen auch nur Deine Aussage.


    Mehr kann ich Dir hierzu nicht schreiben, da wir hier im Forum auch Deinen schulischen und beruflichen Werdegang nicht kennen (siehe meine erste Antwort). Ebenso wenig die Gründe zur Nichtzahlung Deiner Eltern.


    So kannst Du erkennen, daß Deine BAföG - Sachbearbeiterin sehr wohl fähig ist, das Vorausleistungsverfahren qualifiziert zu führen.


    franjo

  • Hmm.... schon blöd, aber gut. Warte ich die Zeit ab, was anderes bleibt mir ja eh nicht.


    (Ich wüsst nur gern, wie das beim nächsten BAföG-Antrag wäre, da ich überlege, mich auch bei einer schulischen Ausbildung zu bewerben. Da wäre ja wieder dieses Dilemma :( )

  • Das Dilemma bleibt. Es wird jedoch erträglicher :rolleyes:, denn eine Anhörung ist nicht jedes mal erforderlich.
    Wenn das BAföG-Amt festgestellt hat, daß sich die Meinung der Eltern nicht ändern wird, erfolgt keine erneute Anhörung.
    Und davon gehen die Ämter aus.


    Du "kasperst" hier mit Deiner schulischen und beruflichen Vergangenheit herum. Den Grund kann ich hier nicht erkennen.
    Trotzdem forderst Du hier mit den wenigen Infos eine 100-%ige Hilfe vom Forum.
    Das ist m. E. von Dir unfair, oder wie siehst Du das? :confused:


    franjo

  • Das ist keine böswillige Absicht oder so. Ich wüsste auch GANZ EHRLICH nicht, was meine schulische Vergangenheit mit dem jetzigen BAföG-Antrag zu tun hätten :eek: :confused: . Mir geht es "nur" darum, ob denn jemand weiß, wie es mit Darlehen etc. aussieht, weil ich eben einen Schuldenberg anhäufe. -> Die bisherigen Antworten haben mir natürlich sehr geholfen bzw mich beruhigt!!
    Wie gesagt, ich sehe gerade keinen Grund, warum das wichtig wäre. Zudem merkt sich das Internet alles >.< seine ganze Vergangenheit in einem Forum breitzutreten, finde ich persönlich etwas gewagt.

  • snuki ...
    Deine schulische und berufliche Vergangenheit ist zur Beantwortung Deiner obigen Fragen schon extrem wichtig.:rolleyes:
    Nun denn, es ist Deine Angelegenheit.


    Das ist das Gleiche, als wenn Du bei einer KfZ Werkstatt anrufst, weil Dein Wagen nicht anspringt.
    Auf die Frage des Werkstattmeisters, um welches Fahrzeug es sich denn handelt, würdest Du ihm nicht antworten mit dem Hinweis: "Datenschutz, es ist nicht wichtig, um welches Fahrzeug es sich handelt, ihr wollt mir später bestimmt Werbung zuschicken" usw.:rolleyes:


    Beim BAföG und insbes. beim Vorausleistungsverfahren ist die schulische und berufliche - wie auch das Alter - sehr wichtig.


    OK, Du hast Dich entschieden. Für die Rückzahlung des im Freundeskreis geliehene Geld bist Du selbst zuständig.


    franjo

  • N'abend!


    Hm, also meinst, du oder auch wer anders hätte aufgrund genauerer Angaben besser helfen könn?!


    Naja, ich wurde jedenfalls die Tage angerufen und der Antrag ist durch und eben auch bewilligt :o also voll toll!! Schade nur, dass es echt so lang gebraucht hat.. Leider muss ich noch einmal beantragen und hoffe denn, dass es schneller geht bzw überhaupt noch mal bewilligt wird.
    Aber das soll ja nicht euer Problem sein :rolleyes: ^^ ich weiß jetzt jedenfalls, dank der schnellen Hilfe, dass die Vorausleistungsanträge ewig dauern können, vor allem, wenn die Eltern nicht mitspielen und zwischendurch Weihnachten ist ;) .


    *winke*