Studieren ohne Abitur

Chancen und Hürden

Wieder zur Schule„Studieren, ohne Abitur – geht so etwas denn überhaupt?“ Eine Frage, die sicher all diejenigen Arbeitnehmer/-innen ohne weitere Aufstiegschancen in ihrem Beruf beschäftigt. Was für Abiturienten auch nach einer Ausbildung immer noch ohne Probleme möglich ist, wird mit einem Abschluss der 10. Klasse schon deutlich schwieriger, denn es fehlt die allgemeine Hochschulreife als Zugangsvoraussetzung zur Fachhochschule oder Uni. Aber es gibt sie, die Chance auf eine neue berufliche Zukunft. Wer aber die Entscheidung für das Studium ohne Abitur trifft, statt sich in Weiterbildungsmaßnahmen neu zu qualifizieren, muss einige Bedingungen erfüllen. Grundsätzlich ist vor der Teilnahme an Eignungstests oder dem Direktstudium in jedem Fall eine abgeschlossene Berufsausbildung und die zwei- bis dreijährige Berufserfahrung nachzuweisen. In einigen Bundesländern gehen die Bedingungen für eine Zulassung zum Studium ohne Abitur sogar noch weiter.

Karriereturbo – Studium ohne Abitur

Was spricht für das Studieren ohne Abitur? Einfach nur der Wunsch nach Selbstverwirklichung und neuen Horizonten? Sicher nicht, denn dafür stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander. Vielmehr locken nach dem Studieren an Fachhochschule oder Uni neue berufliche Aufstiegschancen und damit auch finanzielle Vorteile. Weg vom kleinen Rädchen im Kollektiv, hin zu den Schaltzentralen großer Unternehmen. Ein Studium verspricht in erster Linie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bietet den Einstieg in die „Chefetage“ – auch ohne Abitur. Eine Tatsache, die sich auch im Alter auszahlt. Leider hat jede Medaille zwei Seiten, so auch das Studium ohne Abitur.

Große und kleine Steine auf dem dritten Bildungsweg

Sucht man nach den „Schattenseiten“, fällt der Blick natürlich auf die Hürden der Zulassungsvoraussetzungen. Auch wenn ein Studium für Bewerber ohne Abitur nicht unmöglich ist, um ein Probestudium oder Zugangs- und Begabtenprüfungen kommt man dabei selten herum. Welche Voraussetzungen im Einzelnen zu erfüllen sein müssen, wird auf Ebene der Bundesländer individuell geregelt. Und selbst wenn diese Hürden genommen werden, warten auf die Studenten ohne Abi noch ganz andere Herausforderungen fachlicher Natur, da Mathe und Physik im Hörsaal unentbehrlich sind. Neben Pauken, Prüfungen und Formeln versperren aber noch andere kleine und große Steine den Weg vieler Quereinsteiger, von denen der familiäre Rückhalt und eine passende Studienfinanzierung sicher nur einen Bruchteil darstellen.

Vom Arbeitsplatz in den Hörsaal

Studieren ohne Abitur – ein Bildungsweg, der einer breiten Bevölkerungsschicht offensteht und im beruflichen Werdegang neue Türen öffnen kann. Eingeschlagen wird der Weg aber nur von einer kleinen Minderheit, was zum Teil sicher auf Unwissenheit über die vorhandenen Möglichkeiten zurückzuführen ist. Oft sind es aber auch die vielen Steine und Hürden, die es bis zum erfolgreichen Abschluss aus dem Weg zu räumen gilt. Wer will schon nach einer erfolgreichen Berufsausbildung noch einmal die Schulbank drücken?

Und mit genau dieser Frage scheitert das Unternehmen Studieren ohne Abitur bereits an der ersten Hürde, denn eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg an Universität oder FH ist die Motivation – und das über Jahre hinweg. Das Studium ohne Abitur zieht sich inklusive aller Vorbereitungskurse für die Eignungstests, Prüfungen und Planungen schließlich über mehrere Jahre hin, von denen sich mancher Monat als Durststrecke erweisen wird. Und nicht immer ist sofort Unterstützung zur Hand.

Soziales Umfeld – Familie und Freunde

Ein weiterer wichtiger Baustein betrifft das soziale Umfeld, denn ohne die Unterstützung der Familie lässt sich ein Studium ohne Abitur nur in den seltensten Fällen bewältigen. Wer Zuspruch, Trost und Motivation beim Lebenspartner und/oder Kindern findet, kann den einen oder anderen Tiefpunkt meistern. Sofern ein Angestelltenverhältnis besteht, sollte auch der Arbeitgeber die Entscheidung für ein Studium ohne Abitur mittragen, da sich so beim Studieren tiefere finanzielle Einschnitte vermeiden lassen. Und zu guter Letzt muss jeder Bewerber natürlich in der Lage sein, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen, denn sonst droht dem Projekt Studieren ohne Abi schnell das Aus.

Arbeitgeber

Wer denn Schritt vom Büro in den Hörsaal wagt und sich um einen Studienplatz bewirbt, muss zudem eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können sowie über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Erst dann können die erforderlichen Eignungsprüfungen abgelegt werden. Umgehen lässt sich dieser Weg nur dann, wenn die Hochschulreife bzw. ein gleichwertiger Abschluss vor dem Studium nachgeholt wird. Bewerbern mit einem Abschluss der 10. Klasse, aber ohne berufliche Qualifikation, bleiben die Tore der Universitäten oder Fachhochschulen auch weiterhin verschlossen.

Zulassungsvoraussetzungen zum Studium ohne Abitur

Beim Wunsch nach finanziellen Vorteilen und besseren Chancen am Arbeitsmarkt stehen viele Arbeitnehmer/-innen aller Altersklassen den Forderungen nach einer höheren Qualifikation gegenüber. Wege aus dieser unbefriedigenden Situation sind Fort- und Weiterbildung oder das Studium ohne Abitur an einer Universität bzw. Fachhochschule.

Was auf dem Papier ohne Weiteres im Bereich des Machbaren liegt, entpuppt sich in der Praxis aber als schwerer und steiniger Weg. Schuld daran sind auch die Zulassungsvoraussetzungen, die es Arbeitnehmern ohne Hochschulreife nicht gerade leicht machen, auf der Karriereleiter ganz noch oben zu klettern. Neben dem Studium ist auch eine Meister Ausbildung als Fortbildung möglich, diese wird mit dem Meister BaföG gefördert, sofern die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdigs hat man nach der AFBG geförderten Fortbilung keinen akademischen Grad,

Hürden auf dem Weg zu neuen Perspektiven

Um überhaupt die Zulassung für ein Studium zu erreichen, egal, ob an einer Fachhochschule, Universität oder vergleichbaren Bildungseinrichtung, muss natürlich zuerst die Eignung unter Beweis gestellt werden. Zugangsprüfungen gehören in vielen Bundesländern deshalb leider zum notwendigen Übel, bevor sich die Türen der Hochschulen öffnen. Alternativ besteht aber die Möglichkeit, ein Studium auf Zeit aufzunehmen, um am Ende der Probezeit die Zugangsberechtigung für Universität oder Fachhochschule zu erhalten. Aber egal, welche Zulassungsvoraussetzung auch erfüllt werden muss – wichtige Bedingungen für ein Studium ohne Abitur bleiben die abgeschlossene Berufsausbildung und einige Jahre Berufserfahrung.

Zugangsprüfung oder Begabtenprüfung

Aufnahmeprüfungen sind nur eine der vielen Hürden, die es bis zum erfolgreichen Abschluss eines Studiums ohne Abitur zu meistern gilt. Was Bewerber alles erwartet, die sich dieser Herausforderung stellen, darum soll es hier gehen. Und die Eignungstests für ein Studium ohne Hochschulreife können sich sehen lassen, auch wenn es sich „nur“ um das Studium an einer Fachhochschule handeln sollte. Kurz: Prüfungsstress winkt bereits vor dem ersten Tag im Hörsaal.

  • ZugangsprüfungEine in vielen Bundesländern anzutreffende Zulassungsvoraussetzung ist die Zugangs- oder Eignungsprüfung, mit welcher die erforderlichen Fähigkeiten für ein Studium ohne Abitur unter Beweis gestellt werden müssen. Um überhaupt für diese Prüfung zugelassen zu werden, ist eine abgeschlossene Ausbildung sowie die mehrjährige Berufserfahrung nachzuweisen. Erst wenn diese Hürde genommen ist, steht man vor dem eigentlichen Problem – Deutsch, Mathe, Physik oder Wirtschaftskunde, Chemie und Biologie. Im schriftlichen Teil der Eignungsprüfung zum Studium ohne Abi wird vor allem Wissen aus diesen Fachbereichen getestet. Umfang und genaues Prüfungsthema hängen dabei immer vom gewählten Studienfach und dem Bundesland ab. Damit ist die Zugangsprüfung für ein Studium ohne Abitur aber noch lange nicht abgeschlossen, in einem mündlichen Teil gilt es, die Professoren im direkten Gespräch von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen.
  • BegabtenprüfungÜber eine Begabtenprüfung erlaubt ein Teil der deutschen Bundesländer den Hochschulzugang auch Personengruppen, die zwar nicht im Besitz der allgemeinen Hochschulreife sind, sich aber aufgrund ihrer Persönlichkeit, den erworbenen Kenntnissen und Begabungen für ein Studium eignen. Aufbau und Ablauf der Begabtenprüfung ähneln stark der normalen Zugangsprüfung für das Studium ohne Abitur, neben schriftlichen Prüfungsleistungen muss eine mündliche Prüfung abgelegt werden, in welcher neben studienspezifischen Fragestellungen auch das Allgemeinwissen auf dem Prüfstand steht.

Fazit: Vor dem Studium ohne Abitur bleibt eines den meisten Betroffenen eines nicht erspart – Prüfungsstress. Zugangs- und Begabtenprüfung sind in fast allen Bundesländern Pflichtveranstaltungen, um die Zulassung für das Studieren ohne Abi zu erhalten. Lediglich Bayern und Berlin machen an dieser Stelle eine Ausnahme und gehen andere Wege.

Probestudium und Direktzugang

Eine Zugangsprüfung als Eintrittskarte für das Studium ohne Abitur ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer diesen Weg zur Uni scheut und sich auf andere Art und Weise die Zugangsberechtigung für ein Studium verdienen will, wird in Probestudium und Direktzugang sicher eine willkommene Alternative sehen. Leider steht diese Tür zum dritten Bildungsweg interessierten Arbeitnehmern und Angestellten, egal welcher Altersklasse, nicht in jedem Bundesland offen. Und einige wichtige Voraussetzungen müssen auch beim Probestudium oder dem Direktzugang erfüllt sein – ohne Berufserfahrung und Ausbildung bleiben die Türen deutscher Unis in jedem Fall verschlossen.

  • Studieren auf Zeit – das ProbestudiumHier ist der Name Programm, denn neben Uni-Atmosphäre und Campusleben erwartet den Studenten auf Zeit auch der Prüfungsstress. Beim Probestudium nehmen Bewerber für ein Studium ohne Abitur am täglichen Hochschulbetrieb im gewählten Studienfach teil, besuchen alle Vorlesungen und müssen sich auch den Leistungstests in Form von Prüfungen oder Testaten unterziehen. Was Dauer und Umfang eines Probestudiums betrifft, herrschen in den einzelnen Bundesländern zwar keine einheitlichen Regelungen, aber häufig erstreckt sich der zeitliche Rahmen bis zum Ende des Vordiploms. Liegen zu diesem Zeitpunkt alle erforderlichen Leistungsnachweise vor, kann auch ohne Abi weiterstudiert werden. Per Probestudium den Schritt zum erfolgreichen Studienabschluss können Bewerber in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen wagen.
  • Direktzugang – Student der ersten Stunde„Gehen Sie direkt zur Uni und nicht übers Gymnasium!“ – so ähnlich könnte man den Direktzugang umschreiben, denn weder Probestudium noch Zugangsprüfung machen den Einstieg ins Studium ohne Abitur hier zum Hindernislauf. Einzig in einem Eignungsgespräch müssen die Bewerber ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen. Was auf den ersten Blick so einfach scheint, muss doch einen Haken haben. Und genau so ist es, denn für den Direktzugang wird die Messlatte bei den Voraussetzungen für das Studium ohne Abitur etwas höher gelegt. Bewerber sollten entweder einen guten Berufsfachschul-/ Fachschulabschluss oder die Meisterprüfung bzw. entsprechende Qualifizierungen vorweisen können, um den Start in ein Studium ohne Abitur zu wagen. Angeboten wird dieser Weg zum beruflichen Aufstieg in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Meisterstudium

Eine letzte Möglichkeit zum Studieren ohne Abitur bietet allen Bewerbern, die sich für eine berufliche Neuorientierung interessieren, das Meisterstudium. Die Regelungen und Zulassungsvoraussetzungen für ein solches Studium können im bundesdeutschen Vergleich zwischen den einzelnen Ländern erheblich variieren. Während einige Hochschulen mit dem Nachweis der erfolgreich abgelegten Meisterprüfung Bewerbern sofort ihre Tore zum Studium ohne Abitur öffnen (Hessen, Baden-Württemberg oder Niedersachsen), beschränken sich die Möglichkeiten einer beruflichen Neuorientierung in anderen Bundesländern auf den unbeschränkten Zugang für Fachhochschulen, etwa in NRW oder Sachsen-Anhalt.

Daneben setzt das Meisterstudium oft auch ein gewisses Mindestmaß an Berufserfahrung und in einigen Fällen auch den Wohnsitz im betreffenden Bundesland voraus. Spätestens jetzt wird jedem Bewerber klar – die Bedingungen für ein Studium ohne Abitur sind auch beim Meisterstudium alles andere als einfach. Die zuständigen Arbeitsagenturen halten in der Regel Broschüren und weiteres Informationsmaterial für alle bereit, die sich für diese Art des Studierens interessieren und einen Meisterbrief in der Tasche haben.

Fazit: Trotz bestandener Meisterprüfung müssen sich Bewerber für ein Studium ohne Abitur auf die eine oder andere Hürde einstellen. Kleiner Tipp: Besonders einfach macht es allen Meistern/-innen das Land Niedersachsen, hier öffnet der Meisterbrief die Tore der Hochschulen und Fachhochschulen ohne weitere Einschränkungen.

Studienfinanzierung

Klamme Haushaltskassen – ein Phänomen, das für viele Studenten zum ständigen Begleiter wird und sich erst verabschiedet, wenn man selbst der Universität endgültig den Rücken zuwendet. Aber nicht nur Abiturienten müssen sich mit den finanziellen Zwängen des Studentenalltags auseinandersetzen, auch für manchen Bewerber um ein Studium ohne Abitur wird Geld schnell zum Thema. Auf den ersten Blick haben Bewerber mit Berufserfahrung gegenüber ihren Kommilitonen natürlich die Nase vorn, schließlich sollte die bisherige Tätigkeit in einem Unternehmen auch auf dem Konto Spuren hinterlassen haben. Nach einem Kassensturz wird aber auch beim Studenten, der Büro gegen Hörsaal tauscht, schnell klar, dass ein Studium ohne Abitur nur mit finanzieller Hilfe von außen möglich sein wird, denn die Kosten steigen schnell auf mehrere 10.000,- Euro.

viele Kosten laufen weiter!

Letztendlich müssen auch beim Studenten ohne Abitur laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllt (Versicherungen, Kredite und Telefon), Lehrmaterial beschafft und für den eigenen Unterhalt, manchmal sogar den einer ganzen Familie, gesorgt werden. Ein erfolgreicher Abschluss des Studiums hängt also nicht nur von Theorie und Praxis ab, sondern auch vom richtigen Händchen bei der Finanzplanung.

Neben den schwierigen Zulassungsvoraussetzungen scheitert der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung in vielen Fällen auch an der Angst vor den finanziellen Konsequenzen, die ein solcher Schritt mit sich bringt. Oder wer kann sich durch´s Studieren ohne Abitur einen Verzicht auf mehrere Hundert Euro an Einkommen leisten?

Studienfinanzierung – drei Wege, ein Ziel

Grundsätzlich lassen sich beim Thema Finanzierung eines Studiums ohne Abitur drei Auswahlmöglichkeiten unterscheiden, jede mit Vor- und Nachteilen. Zu den bekanntesten Formen der Förderung zählt sicher das BAföG, gefolgt von diversen Modellen zum Bildungskredit. Speziell bei letzter Variante beteiligen sich inzwischen auch private Banken an der Finanzierung eines Studiums ohne Abitur. Eine dritte Variante, das Stipendium, kommt beim Studium ohne Abitur nur unter bestimmten Voraussetzungen als Mittel der Studienförderung in Frage. Auf den nächsten Seiten zeigen wir allen Interessierten am Studium ohne Abitur deshalb, an welcher Stelle mit Förderungen gerechnet werden kann.

  • BAföG

    Aus dem Beruf zurück zur Schulbank – ein Schritt, der nicht nur finanzielle und berufliche Vorteile verspricht, sondern auch mit neuen Herausforderungen auf alle Bewerber wartet, die an den Toren deutscher Hochschulen zum Studium ohne Abitur Einlass begehren. Wer den dritten Bildungsweg einschlägt, muss vor allem eines genau im Auge behalten – die eigenen Finanzen. Damit ein Studium ohne Abitur nicht zum russischen Roulette wird, greift das Gesetz zur Ausbildungsförderung allen Betroffenen unter die Arme. Obwohl nach Meinung einer breiten Öffentlichkeit nur für Auszubildende gedacht, steht diese Möglichkeit auch Bewerbern ohne Abitur offen.

    Regeln für das BAföG

    Grundsätzlich lässt sich jede Ausbildung mithilfe von BAföG fördern – auch das Studium ohne Abitur. Auf den ersten Blick setzt aber das Alter der Antragsteller Grenzen, da die Ausbildungsförderung nur bis zum 35. Lebensjahr gewährt werden kann. Für eine junge aufstrebende Generation sicher kein großes Problem. Was passiert aber, wenn erst jenseits dieser Altersgrenze der Wunsch nach einem beruflichen Alltag auftaucht? Kein Problem – auch beim BAföG bestätigen Ausnahmen die Regel – sofern es sich um ein Studium ohne Abitur handelt oder die Betroffenen sechs Jahre für Ausbildung und Berufstätigkeit nachweisen können. In diesem Fall greift die Studienförderung auch ohne Berücksichtigung des elterlichen Einkommens.

    Nach dem Studium – die BAföG Rückzahlung

    Das BAföG nimmt zwar einen Teil der finanziellen Last von den Schultern der Studenten ohne Abitur, bei der BAföG Rückzahlung werden Absolventen aber gleich behandelt. Wie ein „klassisches“ BAföG muss auch die Ausbildungsförderung für ein Studium ohne Abitur nach fünf Jahren wieder zurückgezahlt werden.

    Fazit: Studieren, mit oder ohne Abitur – ohne Förderung oft ein finanzielles Abenteuer. Aber auch mit dem BAföG lassen sich finanzielle Einschnitte nicht immer vermeiden.

  • Bildungskredit

    Nicht jede Finanzierung für das Studium ohne Abitur muss unbedingt den Weg über einen BAföG-Antrag einschlagen, inzwischen bieten sich auch andere Möglichkeiten an, mit denen der Traum von einer glänzenden Karriere in die Tat umgesetzt werden kann. Wer sich für ein Studium ohne Abitur an Fachhochschulen oder Universitäten interessiert, wird am Thema Bildungskredit sicher nicht vorbeikommen. Gründe für diese Variante der Finanzierung gibt es viele, etwa wenn die Voraussetzungen für das BAföG nicht erfüllt werden oder das gewählte Studium aus irgendeinem Grund nicht förderungsfähig ist.

    Ansprechpartner für einen Bildungskredit sind beim Studieren ohne Abitur unter anderem die BAföG-Ämter, bei denen sich ein KfW-Kredit zur zeitlich begrenzten Studienfinanzierung beantragen lässt. Mittlerweile nutzen aber auch private Banken Finanzierungslücken des Studiums ohne Abitur und springen mit einem Bildungskredit ein. Wer sich für diese Variante einer Studienfinanzierung interessiert, sollte die einzelnen Angebote genauer vergleichen, denn nicht immer erweisen sich die Konditionen als vorteilhaft. Wichtig ist vor allem eine möglichst niedrige Verzinsung bei flexiblen Rückzahlungsoptionen. Wer startet schließlich gern mit einem großen Schuldenberg aus dem Studium ohne Abitur in eine neue Zukunft?

  • Stipendium

    Stipendien sind eine weitere Möglichkeit, wie sich das Problem der Finanzierung eines Studiums ohne Abitur an Uni oder Fachhochschule lösen lässt. Interessant ist diese Form der Förderung vor allem für besonders begabte Arbeitnehmer/ -innen und kann dabei helfen, die Kosten des Studierens möglichst gering zu halten. Welche Möglichkeiten bieten sich Bewerbern, um ein Studium ohne Abitur über ein Stipendium zu fördern?

    • staatliches AufstiegsstipendiumIn der Vergangenheit waren beim Thema Studium über den dritten Bildungsweg und Förderung mithilfe eines Stipendiums vor allem private Stiftungen gefragt. Allerdings hat sich diese Situation inzwischen deutlich verbessert, da heute das staatliche Aufstiegsstipendium für frischen Wind bei der Finanzierung eines Studiums ohne Abitur sorgt. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Antrag beim Bundesministerium für Bildung und Forschung sind eine besonders erfolgreiche Berufsausbildung (Notendurchschnitt von mindestens 1,9) sowie der Nachweis einer 2-jährigen Berufserfahrung. Wer sich für den Weg des Aufstiegsstipendiums für sein Studium ohne Abitur entscheidet, muss aber nicht zwingend an einer Universität studieren, auch die Aufnahme des Studiums ohne Abitur an einer Fachhochschule wird gefördert. Leistungen werden entweder für das Vollzeitstudium vergeben, hier können Bewerber für das Studium ohne Abitur mit maximal 720,- EUR pro Monat rechnen (zuzüglich einer Betreuungspauschale für Kinder), oder ein berufsbegleitendes Studium finanziell unterstützt.
    • private StipendienNeben einem staatlichen Aufstiegsstipendium bietet sich für den dritten Bildungsweg noch der Griff zu einer weiteren Form der Studienfinanzierung über Stipendien an. Private Stiftungen und Fördervereine greifen Arbeitnehmern/ -innen auf dem Weg zum Studium ohne Abitur finanziell unter die Arme und helfen dem Sprung in eine neue Karriere nach. Vor dem Antrag lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf die Förderungsvoraussetzung, denn im Gegensatz zu den staatlichen Hilfen unterscheiden sich die Bedingungen der Stiftungen recht deutlich, was ein Vergleich zwischen Kirchenstiftungen und Institutionen aus dem Umfeld der Gewerkschaften zeigt. Wer das Studium ohne Abitur an Universität oder Fachhochschule mithilfe einer Stiftung finanzieren will, muss sich aber in jedem Fall auf strenge Auswahlkriterien einstellen.

FH oder Uni – wo winken bessere Möglichkeiten ohne Abi?

Der Weg die Karriereleiter hinauf führt in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes über ein Studium, ob nun mit oder ohne Abitur. Eine Frage, die sich jedem Bewerber um einen Studienplatz stellt, betrifft die Art der Hochschule. Was verspricht bessere Aufstiegschancen – eine Fachhochschule oder die Universität? Und eine Antwort ist wesentlich schwerer, als im ersten Augenblick angenommen. Grundsätzlich besteht zwischen FH und Uni ein wesentlicher Unterschied in Bezug auf die Wichtung zwischen Theorie und Praxis.

Während in den Hörsälen der Universitäten vor allem zukünftige Forscher und Wissenschaftler herangezogen werden, legt die Fachhochschule wesentlich mehr Wert auf praxisrelevante Inhalte und kann zusätzlich mit kürzeren Studienzeiten punkten. Wer sich für das Studium ohne Abitur entscheidet, um in Industrie und Wirtschaft schnell neue Chancen ergreifen zu können, wird sich an einer FH sicher gut aufgehoben fühlen. Für eine Laufbahn im Bereich der Grundlagenforschung lohnt sich dagegen eher das Studium ohne Abitur an einer Universität.

Fazit: Die Frage, ob das Studium an einer Fachhochschule oder Universität die besseren Chancen bietet, muss jeder Bewerber allein beantworten. Wichtig sind hierbei vor allem die eigenen Ziele und der Anspruch an die Zukunft.

Vollzeit-Studium oder Abendschule?

Wer sich für den dritten Bildungsweg und damit ein Studium ohne Abitur entscheidet, muss nicht zwangsläufig die Berufstätigkeit aufgeben. Schließlich gibt es heute Mittel und Wege, um beides miteinander zu verbinden. Auf der einen Seite lockt das berufsintegrierte Studium, welches Arbeitsalltag und berufliche Weiterbildung an Uni oder Fachhochschule zu verbinden weiß. Anderseits kann das Studium ohne Abitur aber auch gänzlich in Eigenregie absolviert werden – in Form eines Fernstudiums. Letzteres setzt aber ein hohes Maß an Disziplin und Lernbereitschaft voraus.

Die Vorteile beider Wege zum Studium ohne Abitur in seiner klassischen Form liegen auf der Hand, da die finanziellen Probleme eines Vollzeitstudiums klar in den Hintergrund treten. Zudem bleibt das gewohnte Umfeld erhalten, was natürlich Familien mit Kindern besonders zugute kommt. Jedem Absolventen muss an dieser Stelle aber klar sein, dass weiterführende akademische Grade beim Fern- oder berufsbegleitenden Studium unter Umständen versagt bleiben. Mittlerweile tummeln sich auf dem Gebiet solcher Studienangebote nicht nur private Institute und Fachhochschulen, auch staatliche Bildungseinrichtungen setzen beim Studieren ohne Abitur auf dieses Modell.

Fazit: Beim Studium auf hohem Niveau, mit der Aussicht auf einen weiterführenden akademischen Grad, kommen auch Bewerber ohne Abitur am Vollzeitstudium selten vorbei. Neue Chancen in Wirtschaft, Industrie und Handel lassen sich dagegen auch mit der berufsbegleitenden Alternative verwirklichen.