Kindergeld

für volljährige Kinder

Studentin sitzt am Schreibtisch und lernt

Für volljährige Kinder kann das Kindergeld über das 18. Lebensjahr hinaus bis zum 25. Geburtstag gewährt werden.

Wichtige Änderungen

Da die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren stetig zunehmen und für den gleichen Lebensstandard mehr Geld aufgebracht werden muss, ist es nur angemessen, dass auch das Kindergeld erhöht wird. Diese Anhebung wurde vom Bundestag am 10.07.2015 bewilligt.

Kindergelderhöhung

Rückwirkend zum 01.01.2015 sind der Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderzuschlag gestiegen. Das Kindergeld ist in zwei Schritten angehoben worden: zum 01.01.2015 um vier Euro auf 188 Euro und zum 01.01.2016 um weitere zwei Euro auf 190 Euro. Ab dem dritten Kind erhalten Eltern nun 196 Euro und ab dem vierten Kind 221 Euro.

Steuer-Identifikationsnummern müssen ab 2016 angegeben werden

Eine weitere elementare Änderung, die nicht missachtet werden sollte, ist die Neuerung, dass ab 2016 in allen Kindergeldanträgen zwingend die Steuer-Identifikationsnummern des Antragstellers sowie des berechtigten Kindes angegeben werden müssen. Bei nicht Eintragung der Nummern wird der Antrag nicht bearbeitet. Bei laufenden Kindergeldzahlungen, die bereits vor dem Jahreswechsel bewilligt wurden, müssen die Identifikationsnummern der Familienkasse schriftlich gemeldet werden.

Abschaffung der Einkommensgrenze von 8.004 Euro

Zum 01.01.2012 hatten sich bereits die Voraussetzungen für den Kindergeldanspruch volljähriger Kinder, wozu auch das Gros der Studenten zählt, im Zuge des Steuervereinfachungsgesetzes grundlegend geändert – die allgemeine Einkommensgrenze von 8.004 Euro jährlich ist weggefallen.

Art der Ausbildung für Anspruch entscheidend

Differenzierung zwischen Erst- und Zweitausbildung

Befindet sich das volljährige Kind noch in der ersten Berufsausbildung / dem Erststudium, wird das Kindergeld weiterhin bedingungslos gezahlt. Bei einer zweiten Berufsausbildung oder einem weiterführendem Studium ist der Kindergeldanspruch abhängig sowohl von der Art des Beschäftigungsverhältnisses und der Arbeitszeit – die Erwerbstätigkeit muss anspruchsunschädlich sein.

Kindergeldanspruch endet automatisch

Prüfungsergebnisse und Höchstalter

Mit dem Monat der schriftlichen Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse über die Berufsausbildung oder das Studium erlischt grundsätzlich der Anspruch auf das Kindergeld für volljährige Kinder, spätestens jedoch mit Vollendung des 25. Lebensjahres. Dabei ist unerheblich, ob es sich um eine Erst- oder weiterführende Ausbildung handelt.

Sonderfall: Kind mit Behinderung

Leidet das Kind an einer geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung, kann das Kindergeld auch über das 25. Lebensjahr hinaus gewährt werden. Weitere Informationen dazu unter

Ausbildung im Sinne des Kindergeldes

Kind muss für einen Beruf ausgebildet werden

Für den Bezug des Kindergeldes über das 18. Lebensjahr hinaus erkennen Familienkassen jene Ausbildungsmaßnahmen an, die dem volljährigen Kind Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen vermitteln, auf deren Grundlage der angestrebte Beruf als Erwerbsgrundlage ausgeübt werden kann. Darunter fällt z.B. der Besuch der folgenden Ausbildungsstätten:

  • Allgemeinbildende Schule
  • Betriebliche Ausbildung
  • Berufsakademie
  • Berufskolleg, Berufsfachschule
  • Fachoberschule
  • Universität, Hochschule, Fachhochschule

Erste Berufsausbildung / Erststudium

Kindergeld wird bedingungslos gezahlt

Während des laufenden Erststudiums bzw. der ersten Berufsausbildung und auch in der Wartezeit auf einen entsprechenden Ausbildungs- oder Studienplatz wird das Kindergeld bis zum o.g. Höchstalter für volljährige Kinder – unabhängig von ihrer Arbeitszeit oder Vergütung – weitergezahlt. Bis zum 31.12.2011 galt hier die Einkommensobergrenze von 8.004 Euro jährlich. Nach aktueller Rechtslage kann das Kind über Einkünfte in beliebiger Höhe verfügen, ohne, dass der Anspruch gefährdet ist.

Zwischen Schulabschluss und Antreten der Berufsausbildung / des Studiums sollte nicht zu viel Zeit vergehen, da das Kindergeld hier nur für längstens vier Monate gezahlt wird.

Erste Berufsausbildung / Erststudium bereits abgeschlossen

Tätigkeit muss unschädlich sein – Vergütung und Arbeitszeit entscheidend

Hat das volljährige Kind schon eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen und strebt eine zusätzliche Ausbildung oder Weiterbildung an, so besteht der Kindergeldanspruch nur dann weiterhin, wenn die gegenwärtige Tätigkeit unschädlich im Sinne des Kindergeldes ist. Dies trifft zu bei:

  • Einkommen aus einem Ausbildungsverhältnis
  • Einkommen aus einer geringfügiger Beschäftigung (Mini-Job)
  • regelmäßigen Wochenarbeitszeiten von max. 20 Stunden

Mehr zu Kindergeld während der Ausbildung:

Vorübergehende Unterbrechung der Ausbildung / des Studiums

Wird das Studium oder die Ausbildung aufgrund von Krankheit oder Mutterschutz (nicht Kinderbetreuungszeiten!) unterbrochen, so besteht für diesen Zeitraum weiterhin Anspruch auf Kindergeld.

Kindergeldanspruch bei Arbeitslosigkeit / Ausbildungslatzsuche

Für volljährige Kinder, die bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind oder andere Sozialleistungen, z.B. Hartz IV beziehen, wird das Kindergeld nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt. (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG)

Eine geringfügige Beschäftigung gem. § 8 / 8a SGB IV (Mini-Job, 450,00 Euro Job) ist in diesem Fall nicht anspruchsschädlich.

Bei ernsthaften Bemühungen – diese müssen vierteljährlich nachgewiesen werden – um einen Ausbildungs- oder Studienplatz kann das Kindergeld hier auch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden.

Verlängerung des Kindergeldanspruches

Hat das Kind den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst abgeleistet, verlängert sich der Kindergeldanspruch entsprechend um diese Zeit über das 21. bzw. 25 Lebensjahr hinaus. Gleiches gilt für eine freiwillige Verpflichtung zum Wehrdienst von nicht länger als drei Jahren anstelle des Grundwehrdienstes.

Quellen und weiterführende Informationen

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