Fernstudium

Studieren von Zuhause

Im wahrsten Sinne des Wortes die Schulbank zu drĂŒcken, ist fĂŒr ein akademisches Studium heute nicht mehr nötig. Statt Tag fĂŒr Tag zum Campus fahren zu mĂŒssen, bieten vielen UniversitĂ€ten und Hochschulen inzwischen ein Fernstudium an. Das klingt nach einem bequemen Weg: Von zu Hause aus zu lernen und die Unterlagen per Post oder via Internet zu erhalten. Der Eindruck tĂ€uscht. Was sich so einfach anhört, ist genauso schwer wie ein PrĂ€senzstudium, wenn nicht sogar schwerer.

Ein Fernstudium setzt Ausdauer und Eigeninitiative voraus

Ein Fernstudium, das von den meisten Teilnehmern berufsbegleitend und/oder mit Kind in Angriff genommen wird, verlangt die gleiche Leistung und umso mehr Eigeninitiative, die nicht nur fĂŒr ein paar Wochen, sondern fĂŒr mehrere Jahre anhalten muss. Hinzu kommt die finanzielle Belastung durch das Fernstudium und das Problem, allen AnsprĂŒchen gerecht zu werden, im Beruf, in der Familie und beim Studium.

Etwas leichter wird es durch ein Teilzeitstudium, bei dem nur die HĂ€lfte des Pensums je Semester verlangt wird. Das heißt, der zeitliche Aufwand pro Tag, Woche und Monat ist bei einem Teilzeitstudium weitaus geringer, weil weniger Kurse belegt werden und damit auch weniger Lernmaterial bearbeitet werden muss. DafĂŒr dauert das Studium allerdings doppelt so lange und setzt einen noch lĂ€ngeren Atem voraus.

Genaue Planung ist das A und O

Zur Planung gehört daher, sich ĂŒber das Ziel im Klaren zu sein, welcher Studiengang mit welchem Abschluss infrage kommt. Bei den akademischen Graden herrschen seit dem Bologna-Prozess Bachelor– und Master-StudiengĂ€nge vor. Ganz selten werden noch DiplomstudiengĂ€nge angeboten.

Der zweite Punkt ist der Aufwand. Wie viel Zeit nimmt das Studium in Anspruch, welche PrĂ€senz- und/oder Pflichtveranstaltungen gibt es, wie viele PrĂŒfungen stehen an – das sind nur einige Fragen, die in diesem Zusammenhang gestellt werden sollten.

Mindestens ebenso wichtig sind die Finanzen. Ein Fernstudium kostet teilweise weit ĂŒber 10.000 Euro. Diese Summe kann nicht jeder aufbringen. Deshalb ist es ratsam, sich Informationsmaterial von mehreren Fernhochschulen zu besorgen, persönliche GesprĂ€che in den Studienzentren zu fĂŒhren, genau zu vergleichen und dann zu entscheiden.

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Fernstudium tatsĂ€chlich etwas fĂŒr ihn ist, kann es vorab mit einem Fernlerngang probieren, der eventuell sogar einem spĂ€teren Studium zugutekommt. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist geringer. DafĂŒr gibt der Kursus Aufschluss darĂŒber, ob man auch lĂ€ngere Zeit willens ist, konsequent zu lernen.