Vorstellungsgespräch

Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch

Ist man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, ist man seinem Ziel, den neuen Job zu bekommen, schon einen Schritt weiter gekommen, da der Arbeitgeber sein Interesse am Bewerber zeigt und ihn näher kennenlernen möchte. Gleichzeitig sollte man sich vor Augen halten, dass auch durchaus mehr Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, was also nicht bedeutet, dass die Einladung zum Bewerbungsgespräch ein Garant ist, lediglich eine große Chance. Umso wichtiger ist es, sich ausreichend auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Die folgenden Tipps sind hierzu von sehr großer Bedeutung, damit der Bewerber das Kennenlernen positiv für sich nutzen kann.

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Tipps für das Vorstellungsgespräch

  • Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
  • Welche Fragen kann ich beim Vorstellungsgespräch erwarten?
  • Welche Fragen darf ich stellen?
  • Welche Fragen des Arbeitgebers sind beim Vorstellungsgespräch unzulässig?
  • Welche Gehaltsvorstellung habe ich?
  • Allgemeines Verhalten während des Bewerbungsgesprächs

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Für das Vorstellungsgespräch gilt das Gleiche wie für jede erste Begegnung: Wenn Sie Gelegenheit zur Vorbereitung haben, nutzen Sie sie! Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie frisch geduscht und in sauberer, ordentlicher Kleidung auftreten. Gegebenenfalls sollten Sie vorher auch noch einen Friseurbesuch einplanen. Grundsätzlich sollte die Kleidung für das Vorstellungsgespräch so gewählt werden, wie es in der Branche üblich ist.

Termin bestätigen lassen und Anreise planen

Im Vorfeld ist es sinnvoll sich den Termin zum Vorstellungsgespräch nochmals bestätigen zu lassen. Eventuelle Missverständnisse lassen sich so schon im Vorfeld vermeiden. Falls notwendig können Sie sich auch gleich den Weg beschreiben lassen; informieren Sie sich über Verkehrsmittel und den besten Anfahrtsweg. Grundsätzlich sollte der Bewerber 15 bis 20 Minuten vor dem Termin da sein, um nicht abgehetzt und mit heraushängender Zunge beim Bewerbungsgespräch vorstellig zu werden.

Fahrt- und Übernachtungskosten

Bei längerer Anreise sollte eine Unterkunft am Zielort gesucht werden, damit man einen Tag früher anreist und sich nicht direkt von einer langen Anreise zu dem Vorstellungsgespräch begibt. Ist man bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet, kann man sich diese Kosten für Anfahrt und auch Unterkunft erstatten lassen. Hierzu ist es notwendig, vorher mit dem Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit zu sprechen, der dann ein entsprechendes Formular aushändigt, welches dem Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch zur Unterschrift vorgelegt werden muss. In der Regel werden die Fahrtkosten mit der Bahn für die 2. Klasse oder Pkw in Form von Kilometergeld als Pauschale erstattet.

Über diese Kosten sollte man aber auch im Vorfeld mit dem Arbeitgeber sprechen. Hat er den Bewerber ausdrücklich zum Vorstellungsgespräch geladen, muss er auch die Kosten zur Anreise übernehmen, so lange diese verhältnismäßig sind, was bei einer Bahnfahrt 2. Klasse der Fall ist. Dies gilt allerdings nicht, wenn die Übernahme der Kosten bereits in der Einladung zum Vorstellungsgespräch bereits ausgeschlossen wurde.

Bewerbungsmappe nicht vergessen

Für alle Fälle sollten Sie auch noch Ihre Bewerbungsunterlagen zum Gespräch mitbringen. Gehen Sie nicht davon aus, dass dem Personalchef Ihre Unterlagen in diesem Moment gerade vorliegen. Auch für Sie selbst kann es gut sein, sich kurz vor dem Gespräch in Erinnerung zu rufen, was genau in Ihrer Bewerbung steht. Zudem sollte sich der Bewerber vor Augen halten, dass der Arbeitgeber ihn im Vorstellungsgespräch zu sämtlichen Punkten seiner Bewerbung fragen könnte, daher sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man zu allen Punkten eine Antwort hat, das gilt insbesondere für etwaige Lücken im Lebenslauf.

Informationen über das Unternehmen sammeln

Zur richtigen Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch gehört auch die Sammlung von Informationen über das Unternehmen, zu dem man eingeladen wurde. Während der Arbeitgeber bereits Informationen aus der Bewerbungsmappe über den Bewerber hat, muss sich der Bewerber eigenständig um seine Kenntnisse über den Betrieb kümmern.

Im Zeitalter der frei verfügbaren Medien hat jeder Bewerber die Möglichkeit, ausreichend Informationen zu sammeln. Sei es durch die Webseite des Unternehmens, Werbeanzeigen in Funk- und Fernsehen oder anderen Veröffentlichungen. Sofern die Möglichkeit besteht, sollte auch ein Geschäftsbericht angefordert oder gesucht werden, um sich über Umsatzzahlen und ggfls. Aktienkurse etc. zu informierten.

Darüber hinaus sollte man eine Vorstellung über die Größe des Unternehmens haben, die Anzahl der Mitarbeiter etc. Gleichzeitig sollte man sich über die Stellung des Unternehmens auf dem Markt machen und die Konkurrenz kennen, sowohl regional als auch überregional bei größeren Unternehmen.

Bei der Recherche nach Informationen zum betreffenden Unternehmen werden sicherlich auch Fragen beim Bewerber auftauchen, die während des Bewerbungsgesprächs gefragt werden können.

WICHTIG: Wer sich nicht über das Unternehmen informiert, geht zweifellos unvorbereitet in das Vorstellungsgespräch, was bereits ein K.O. Kriterium sein kann, denn mit Fragen wie:

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?
  • Was halten Sie von unseren Produkten/ Dienstleistungen?

Welche Fragen sollte ich beim Vorstellungsgespräch erwarten?

Während des Vorstellungsgesprächs will sich der Arbeitgeber ein Bild von Ihrer Persönlichkeit machen. Dabei fällt der Arbeitgeber nicht direkt mit der Tür ins Haus, sondern baut seine Frage auf. Zunächst werden allgemeine Frage gestellt, wie z.B.:

  • Erzählen Sie etwas über sich
  • Was wissen Sie über uns und warum haben Sie sich hier beworben?
  • Was erwarten Sie von der Tätigkeit in unserem Unternehmen?

Um die Qualifikationen des Bewerbers zu prüfen, wird der Arbeitgeber höchstwahrscheinlich intensiv auf den Lebenslauf eingehen und den Bewerber bitten, seinen „Lebenslauf“ noch einmal in Worten zu resümieren, und sich dabei auf die wichtigsten Stationen seiner Laufbahn zu beschränken.

Die wohl am häufigsten gestellten Fragen bei einem Vorstellungsgespräch sind auch:

  • Welche besonderen Stärken haben Sie?
  • Wo liegen Ihre Schwächen?

Auf diese Fragen sollte man also vorbereitet sein und nichts lange ins Grübeln kommen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, das weiß auch der Arbeitgeber. Sollte man hier behaupten, dass man keine Schwächen hat, ist das also gelogen. Bezogen auf die Stelle sollte man vorsichtig mit der Nennung der Schwächen sein. Elementare Dinge, wie Pünktlichkeit oder direkt bezogen auf die Tätigkeit im Beruf gehören hier nicht hin.

In beiden Fällen, sowohl bei Stärken als auch Schwächen ist es von Vorteil, diese jeweils mit Tätigkeiten oder Ereignissen zu belegen. Bei den Schwächen kann man auch gleich einen Verbesserungsvorschlag bringen, wie man um die Schwächen herumkommt, und dass man daran arbeitet, diese zu beseitigen.

Lücken im Lebenslauf

Bereiten Sie sich darauf vor, gegebenenfalls zu Lücken in Ihrem Lebenslauf befragt zu werden. Geben Sie hier ehrlich und gelassen Auskunft. Arbeitslosigkeit kann jeden betreffen – Lügen sollten Sie in diesem Punkt vermeiden. Auf die Frage:

  • Was haben Sie in dieser Zeit gemacht?

Könnten Sie beschreiben, dass Sie sich in dieser Zeit weiterqualifiziert haben, sei es durch Selbststudium oder Fachkurse, die ggfl. belegt werden können. Jeder Arbeitgeber weiß, was Arbeitslosigkeit bedeutet, dass muss man nicht noch einmal erläutern. Wichtig für den Arbeitgeber ist zu erfahren, was der Bewerber in dieser Zeit gemacht hat. Gerade zu diesem Punkt kann der Bewerber im Vorstellungsgespräch Stellung nehmen.

Fragen zu Beweggründen der Bewerbung

Häufig wird auch der Bewerber im Vorstellungsgespräch nach den Gründen Fragen, warum man sich gerade in diesem Unternehmen beworben hat. Bei der Frage:

  • Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?

Können Sie Punkte sammeln, wenn Sie sich ausreichend über das Unternehmen informiert haben. Übertreiben Sie hier bei der Antwort nicht, aber lassen Sie ihn Ihre Begeisterung durchaus spüren. Im gleichen Zuge könnte auch die Frage auftauchen

  • Haben Sie sich noch bei anderen Firmen beworben?

Die Antwort lautet hier meist ja. Das können Sie auch ruhig sagen, das wird den Arbeitgeber nicht überraschen. Sie dürfen aber gerne um Verständnis dafür bitten, dass Sie sich nicht näher dazu äußern wollen, bei welchen anderen Firmen Sie sich beworben haben.

Fragen beim Arbeitgeberwechsel

Bewerbungen werden nicht nur verschickt, wenn man derzeit keine Anstellung hat, auch aus ungekündigter Stellung kann man sich bewerben. In diesen Fällen wird den zukünftigen Arbeitgeber interessieren, warum man seinen Job wechseln möchte, daher sind solche Fragen nicht unüblich:

  • Warum wollen Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln?
  • Was gefällt Ihnen in Ihrem aktuellen Unternehmen nicht?
  • Welche Besserungen erhoffen Sie sich bei uns?

Diese Fragen sollte man zwar ehrlich aber auch mit Bedacht beantworten. Sprechen Sie nur von sich und beispielsweise von besseren Aufstiegschancen, die Sie sich erhoffen. Auch wenn es mit dem jetzigen Arbeitgeber Krach gibt, hat das den neuen Arbeitgeber nicht zu interessieren und schon gar nicht sollte über Betriebsinterna und Abläufe im Vorstellungsgespräch gesprochen werden. Auch muss der tatsächliche Grund für den Arbeitgeberwechsel nicht genannt werden.

Fragen zur Arbeitsweise

Grundsätzlich will der Arbeitgeber dem Bewerber in seiner Arbeitsweise auf den Zahn fühlen, daher sind Fragen wie:

  • Arbeiten Sie lieber im Team oder alleine?
  • Wie lösen Sie Probleme innerhalb eines Teams?
  • Wie können Sie Ihre Meinung im Team einbringen und auch durchsetzen?
  • Wie reagieren Sie in Stresssitautionen?
  • Wie können Sie mit Termindruck umgehen?
  • Wie gehen Sie mit schwierigen Situationen im Betrieb um?
  • Wie können Sie Probleme mit schwierigen Kunden lösen?

Diese und ähnliche Fragen mögen banal klingen, sind sie aber nicht. Hier macht es Sinn, Fragen so zu beantworten, dass sie auch gleich mit der bisherigen Tätigkeit belegt werden können. Erzählt man dem Gegenüber im Vorstellungsgespräch, dass man gerne im Team arbeitet, im gleichen Zuge aber erklärt, dass man seine Meinung auf Biegen und Brechen durchsetzt, entsteht ein Widerspruch. Auch Stress- und Termindrucksituationen kann man mit seiner bisherigen Tätigkeit in der Regel anhand von Beispielen belegen.

Arbeitgeber stellt provokante Fragen – was tun?

Das Vorstellungsgespräch dient beiden Parteien. Einerseits möchte der Arbeitgeber mit dem Bewerbungsgespräch den Bewerber näher kennenlernen und Aufschlüsse über seine Art und Qualifikation erhalten, der Bewerber hat gleichzeitig die Möglichkeit seinen „zukünftigen“ Arbeitgeber kennenzulernen, sofern es zu einer Anstellung kommt. Um den Bewerber aus der Reserve zu locken, stellt der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch auch sehr gerne provokante Frage, wie beispielsweise:

  • Glauben Sie, dass Sie mit Ihren Unterlagen einen Job bekommen?
  • Nennen Sie mir ein paar Gründe, warum ich gerade Sie einstellen sollte?
  • Wer hat Sie bei der Kleiderwahl beraten?
  • Glauben Sie, dass Sie besser sind als die anderen Bewerber?
  • Warum wirken Sie so nervös?

Dass ein Vorstellungsgespräch nicht gerade mit einem Tag am Strand gleichzusetzen ist, sollte Jedem bekannt sein, eine gewisse Nervosität ist also schon von vorne herein vorhanden. Der Bewerber sollte aber auch bedenken, dass der Arbeitgeber bereits Interesse bekundet hat, als er ihn zum Vorstellungsgespräch geladen hat.

Der Bewerber sollte sich seiner Sache sicher sein und diese souverän, aber nicht überheblich, rüberbringen. Schweißgebadet und voller Angst muss niemand ins Bewerbungsgespräch gehen, daher eignen sich vorher ein paar Entspannungsübungen. Wer seine Hausaufgaben erledigt und sich auf das Vorstellungsgespräch gut vorbereitet hat, hat nichts zu befürchten, und vor allem nichts zu verlieren.

Welche Fragen des Arbeitgebers sind unzulässig?

Das Vorstellungsgespräch dient dem Kennenlernen und der Klärung von noch offenen Fragen aus der Bewerbung. Manche Arbeitgeber stellen ihren Bewerbern jedoch auch unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch. Unter „unzulässigen Fragen“ versteht man Fragen nach Sachverhalten, die auf die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit keine Auswirkung haben. Zu diesen Fragen, die im Vorstellungsgespräch nicht gestellt werden sollten (abgesehen von Ausnahmen), zählen Fragen zu:

  • Parteiangehörigkeit/ politische Einstellung
  • Religionszugehörigkeit
  • Schwangerschaft
  • Familienplanung
  • Krankheiten
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Vereinsmitgliedschaften
  • persönliche Vermögensverhältnisse

Ausnahmen

Möchte man sich für eine politische oder religiöse Stelle bewerben, sind diese Fragen natürlich zulässig und auch legitim. Gleiches gilt für Vorstrafen, wenn man sich für verantwortungsvolle Tätigkeiten, beispielsweise mit Kindern oder bei Sicherheitsunternehmen bewirbt. Befindet man sich jedoch noch in einem laufenden Verfahren, so muss man hier nichts angeben, da der Ausgang in einem laufenden Verfahren noch ungeklärt ist.

Krankheiten können im Vorstellungsgespräch grundsätzlich verschwiegen werden, sofern sie der Tätigkeit nicht hinderlich oder ansteckend sind. Liegt eine Krankheit vor und ist bereits beim Vorstellungsgespräch absehbar, dass man arbeitsunfähig (auch nur vorübergehend) wird, so muss man dies dem Arbeitgeber ehrlich beantworten.

Das Verhalten, nicht die Antwort sind entscheidend

Nicht immer interessiert den Personalchef wirklich die Antwort auf die Frage – oft geht es ihm auch nur um Ihre Reaktion. Möglicherweise will er wissen, ob Sie überhaupt darüber informiert sind, welche Fragen zulässig sind und welche nicht, möglicherweise will er aber auch sehen, wie Sie sich in einer solchen, potenziell unangenehmen, Situation verhalten.

Es ist sinnvoll, sich schon rechtzeitig eine Strategie zu Recht zu legen, wie man mit solchen Fragen im Vorstellungsgespräch umgeht. Wer sich seines Taktgefühls sicher ist, kann die Antwort auf die Frage durchaus auch höflich verweigern, eventuell auch mit einem Hinweis auf die Unzulässigkeit der Frage, oder aber als Gegenfrage stellen, in welchem Zusammenhang die Frage mit der angebotenen Stelle steht.

Übrigens haben Sie bei solchen Fragen sogar ein gesetzliches Recht auf Lüge. Bedenken Sie auch, dass das Recht auf Lüge nicht bedeutet, dass Sie Ihren Arbeitgeber arglistig täuschen dürfen!

Welche Fragen darf ich im Vorstellungsgespräch stellen?

Vorab zu Fragen des Bewerbers beim Vorstellungsgespräch. Mann sollte überwiegend den Arbeitgeber sprechen lassen, daher gilt als Faustregel im Bewerbungsgespräch:

  • 2/3 zuhören
  • 1/3 reden

Hat sich der Bewerber gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet, so hat er auch bereits Informationen über das Unternehmen eingeholt. Diese gilt es nun zu vertiefen und gleichzeitig Interesse beim Arbeitgeber zu bekunden. Bestimmt haben sich bei der Recherche Fragen aufgetan, die Sie, sollten Sie eingestellt werden, direkt betreffen würden. Notieren Sie sich diese Fragen und bringen diese im Vorstellungsgespräch ein. Entweder wenn sich der Moment im Gespräch ergibt, oder wenn am Ende die berühmte Frage

  • Haben Sie noch Fragen?

kommt. Es gibt mit Sicherheit Fragen, die gestellt werden sollte. Antwortet der Bewerber hingegen, dass er keine Fragen mehr hat, zeugt das von Desinteresse. Daher ist es äußerst wichtig, dass der Bewerber sich für das Vorstellungsgespräch ein paar Fragen aufschreibt, oder welche stellt, die sich im Bewerbungsgespräch ergeben haben.

Grundsätzlich bleibt es jedem Bewerber frei, welche Fragen er stellt. Man sollte sich aber im Vorstellungsgespräch davor hüten, Fragen nur um des Fragens willen zu stellen. Der Gesprächspartner merkt dies natürlich, wenn man nur interessiert tut, aber unwesentliche Fragen stellt oder Fragen, die eigentlich schon vorher im Gespräch beantwortet wurden.

Fragen Sie beispielsweise nach der aktuellen Entwicklung in der Firma, wie sieht es jetzt aus und was wird sich zukünftig ändern? Insbesondere kann der Bewerber im Vorstellungsgespräch durchaus auf Geschäftsberichte, Internetseiten etc. des Unternehmens Bezug nehmen. Damit wird signalisiert, dass man sich ausgiebig mit der Thematik befasst hat. Gleichzeitig kann man sich nach dem Untereinander der Mitarbeiter erkundigen. Viele Unternehmen bieten regelmäßig Teamabende oder Ähnliches an, um das Betriebsklima zu steigern. Solche Themen können also durchaus im Vorstellungsgespräch eingebracht werden.

Vielleicht wurden auch in der Stellenanzeige Fähigkeiten verlangt, die Ihnen als unwichtig für die Tätigkeit erscheinen – auch hier können Sie nachfragen.

Generell können Sie aber alle Fragen stellen, die sich Ihnen stellen. Es ist Ihr gutes Recht, sich über die Firma zu informieren, für die Sie vielleicht arbeiten werden – das Vorstellungsgespräch ist schließlich für das gegenseitige Kennenlernen da.

Ein anderes Thema beim Vorstellungsgespräch ist die Gehaltsvorstellung, die im nächsten Abschnitt behandelt wird.

Welche Gehaltsvorstellungen habe ich?

Oft wird schon in der Stellenanzeige nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt. Viele Bewerber gehen auf diese Bitte nicht ein, weil Sie sich dadurch keine Chancen verbauen wollen. Dadurch steigt aber sogar das das Risiko, dass die Bewerbung sofort aussortiert wird, da dem Unternehmen quasi eine Pflichtangabe in der Bewerbung verweigert wird.

Hat man also im Anschreiben noch keine Angaben zur Gehaltsvorstellung gemacht, sollte man zumindest darauf verweisen, dass man diese gerne in einem persönlichen Vorstellungsgespräch besprechen würde. Wenn dem so ist, sollte der Bewerber in dieser Hinsicht vorbereitet in das Bewerbungsgespräch gehen und konkrete Vorstellung von seinem Gehalt haben. Dabei sollte die Gehaltsvorstellung immer in einem Brutto-Jahresgehalt angegeben werden. Dabei sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Weihnachts- und Urlaubsgeld (13. und 14. Monatsgehalt)
  • betriebliche Altersvorsorge, VWL
  • Dienstwagen (falls angeboten)
  • Personalrabatte etc.
  • Übernahme von Fortbildungskosten etc.

Man sollte am besten eine Gehaltsspanne angeben (z.B. 30.000 bis 35.000 EUR), in der sich der eigene Gehaltswunsch bewegt. Die Gehaltsspanne kann aber bereits im Anschreiben der Bewerbung genannt werden. So signalisiert der Bewerber Verhandlungsbereitschaft und Flexibilität für das Vorstellungsgespräch.

WICHTIG: Der Bewerber sollte nicht selbst festlegen, wann er das Thema Gehaltsvorstellung in einem Vorstellungsgespräch anspricht. Der Arbeitgeber wird noch früh genug darauf zu sprechen kommen.

Allgemeines Verhalten beim Vorstellungsgespräch

Normalerweise ist das Bewerbungsgespräch das erste Zusammentreffen von Bewerber und Arbeitgeber. Beide Seiten dürfen Höflichkeit, Freundlichkeit und Ehrlichkeit von ihrem Gegenüber erwarten.

Bei einem Vorstellungsgespräch interessiert sich der Arbeitgeber weniger für Ihre fachliche Qualifikation – hielte er Sie für unqualifiziert, hätte er Sie schließlich nicht eingeladen. Vielmehr zählt hier, wie Sie in das bestehende Team passen würden und ob Ihr Äußeres zum Image des Unternehmens passt.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrem Verhalten während des Bewerbungsgesprächs vielleicht die Weichen für Ihr weiteres Berufsleben stellen. Verhalten Sie sich so, wie Sie sich auch sonst im Arbeitsalltag verhalten würden – und so, wie Sie es von jemandem in der gleichen Situation erwarten würden. Machen Sie allerdings nicht den Fehler und treten übertrieben bescheiden oder gar unterwürfig auf. Sie sind kein Bittsteller, Sie sind ein Bewerber – und Sie bieten fachliche Kompetenz und Arbeitskraft.

Kaum ein Bewerbungsgespräch dauert über eine Stunde – Ihnen steht also nur eine beschränkte Zeit zur Verfügung, um dem Arbeitgeber zu vermitteln wer Sie sind und um Ihn einzuschätzen. Für den unglücklichen Fall, dass zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner gar keine Verbindung oder gar Antipathie zustande kommt, sollten Sie bedenken: Wenn Sie schon keine Stunde miteinander auskommen, wären ganze Arbeitstage auch nicht viel besser. Vielleicht sind Sie in einem solchen Fall in einer anderen Firma besser aufgehoben.