Lebenslauf in der Bewerbung

Tabellarischer Lebenslauf

Der mit Abstand wichtigste Bestandteil der Bewerbungsmappe ist der Lebenslauf. Anhand dessen kann die Personalabteilung des Unternehmens den persönlichen Werdegang der in Frage kommenden Kandidaten genau prĂŒfen und nachverfolgen, ob sie denn wirklich die geforderte Eignung erfĂŒllen. Der Lebenslauf sollte so abgefasst sein, dass sĂ€mtliche Qualifikationen klar und ĂŒbersichtlich sofort ersichtlich sind und beim Personalentscheider Interesse wecken.

Der Lebenslauf gibt somit Auskunft ĂŒber die einzelnen Stationen des bisherigen Lebens und lĂ€sst RĂŒckschlĂŒsse auf den Charakter und die Arbeitseinstellung des einzelnen Bewerbers zu. Schließlich rĂŒckt ein hĂ€ufiger Wechsel der Arbeitsstelle die betreffende Person in ein recht zweifelhaftes Licht. Ähnliches gilt fĂŒr LĂŒcken. Aus diesem Grund sollten alle Angaben so genau wie möglich sein. SpĂ€testens in einem VorstellungsgesprĂ€ch werden solche Ungereimtheiten innerhalb des Lebenslaufes sicher angesprochen.

Grundlagen zum Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das wichtigste Auswahlkriterium einer Bewerbung, daher sollte hier auch entsprechend viel Sorgfalt und Zeit aufgewendet werden. In kĂŒrzester Zeit sollte sich der Leser des Lebenslaufs ein Bild vom Bewerber verschaffen können, daher gilt es hier ausfĂŒhrlich, dennoch kurz und prĂ€gnant zu formulieren.

LĂ€nge und Schriftbild des Lebenslaufs

GrundsĂ€tzlich gilt es mit dem Lebenslauf in der KĂŒrze zu ĂŒberzeugen, daher sollten sich Bewerber an eine LĂ€nge von ein bis zwei Seiten halten. Bei entsprechend viel Berufserfahrung (ab fĂŒnf bis sechs Jahre) kann der Lebenslauf auch drei Seiten enthalten, aber nicht mehr.

Beim Schriftbild sollte hier auf gute Lesbarkeit gesetzt werden. SchriftgrĂ¶ĂŸen von 10 bis 12 bei den EDV-Standard-Schriftarten „Arial“ und „Verdana“ sind ideal. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, dass der Lebenslauf nicht vom Schriftbild der ĂŒbrigen Bewerbung abweicht. Zur besseren Leserlichkeit ist ein Zeilenabstand von 1 bis 1,5 angemessen.

Zeitangaben

Der Lebenslauf sollte lĂŒckenlos abgefasst sein, so dass keine RĂŒckfragen ĂŒber Leerzeiten erforderlich sind. So haben Angaben in ganzen Jahren z.B. 1995 bis 2007 – Bereichsleiter Finanzen bei XY GmbH & Co. KG nichts verloren. Hier sollte eine Angabe zumindest in Monaten erfolgen, wie z.B. 06/1995 bis 03/2007, damit diese ZeitrĂ€ume nĂ€her eingegrenzt werden können. Werden diese Angaben unterlassen, lĂ€sst dies vermuten, dass der Bewerber LĂŒcken im Lebenslauf verschleiern will.

Wahrheitsgehalt

SĂ€mtliche Angaben im Lebenslauf sollten auch den Tatsachen entsprechen. Es macht hier keinen Sinn, Dinge zu vertuschen oder sich selbst grĂ¶ĂŸer zu machen als man ist. Sollte es zu einem VorstellungsgesprĂ€ch kommen, können Falschangaben auffliegen. SpĂ€testens, wenn die Bewerbung zum Erfolg und damit zu einer neuen BeschĂ€ftigung gefĂŒhrt hat, haben LĂŒgen kurze Beine. Sollte hier eine Falschaussage auffliegen, kann dies die KĂŒndigung zur Folge haben, möglicherweise auch strafrechtliche Konsequenzen.

Bewerbungsfoto

Möchte man der Bewerbung ein Bewerbungsfoto beilegen, so kann dies entweder direkt auf dem Deckblatt der Bewerbungsmappe passieren oder eben im Lebenslauf. Wenn es dem Lebenslauf beigelegt wird, sollte es oben rechts festgeklebt und nicht getackert werden.

Form des Lebenslaufs

Um einen Lebenslauf anzufertigen, gibt es zwei Formen. Diese wÀren:

  • tabellarischer Lebenslauf
  • ausfĂŒhrlicher Lebenslauf

In beiden FĂ€llen muss der Lebenslauf ĂŒber eine Überschrift verfĂŒgen. Entweder direkt mit „Lebenslauf“ versehen oder je nach Art der angestrebten Stelle und Unternehmen mit dem englischen Begriff „Curriculum Vitae“.

Dabei sollte der Lebenslauf maschinell, also mit dem Computer erstellt werden, was die Lesbarkeit deutlich vereinfacht. Nur bei ausdrĂŒcklicher Aufforderung sollte ein Lebenslauf handschriftlich angefertigt werden, dies kann beispielsweise bei kreativen Berufen der Fall sein, damit der Personalchef auch eine Schriftprobe erhĂ€lt.

Tabellarischer Lebenslauf

In Deutschland hat sich bei einer Bewerbung der Lebenslauf in einer tabellarische Form durchgesetzt. Die Daten werden entweder  chronologisch so angeordnet, dass die Ă€ltesten Ereignisse immer an erster Stelle auftauchen oder eben so, dass die jĂŒngsten TĂ€tigkeiten zuerst aufgefĂŒhrt werden. So wird die Aufmerksamkeit des Lesers schnell auf die eigentlich relevanten Daten gelenkt. Was, wo zuerst steht, ist aber keinesfalls eine freie Entscheidung des Bewerbers. Bewerber mit Berufserfahrung sollten im Lebenslauf ihre beruflichen TĂ€tigkeit zuerst nennen, wohingegen Bewerber um einen Ausbildungsplatz ihre schulischen Leistung voran stellen sollten, da sie in der Regel ĂŒber keine Berufserfahrung verfĂŒgen und die schulische Laufbahn relevant ist.

Gliederung des Lebenslaufs

Die Gliederung im Lebenslauf sollte klar in Blöcke unterteilt werden. Hierzu eignet sich auch das Hervorheben jedes einzelnen Blocks mit einer Hintergrundfarbe der Schrift oder einer Unterstreichung sowie Nummerierung.

Die Unterteilung in Blöcke könnte so aussehen:

1. Persönliche Daten

Vor dem eigentlichen schulischen und beruflichen Werdegang stehen im Lebenslauf die persönlichen Daten des Verfassers, also Angaben ĂŒber:

  • Vor- und Nachname (Geburtsname)
  • Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Familienstand
  • NationalitĂ€t (nur bei auslĂ€ndischen Bewerbern ohne deutsche Staatsangehörigkeit)
  • Religionszugehörigkeit (nur wenn fĂŒr ausgeschriebene Stelle von Relevanz)

Hier reichen kurze Angaben. Auch zum Familienstand reicht der Status und wenn vorhanden, die Anzahl der Kinder. Der Beruf des Partners muss nicht genannt werden. Auch Angaben zu den Eltern mĂŒssen nicht gemacht werden, dies ist höchstens bei Bewerbern interessant, die z.B. minderjĂ€hrig sind und sich um eine Ausbildungsstelle bewerben.

Auch wenn bereits Name und Kontaktdaten auf dem Deckblatt genannt sind, sollten diese im Lebenslauf noch einmal wiederholt werden. In der Regel hat der Verantwortliche im ausgesuchten Betrieb keine Zeit, sÀmtliche Unterlagen nach den Kontaktdaten zu durchsuchen, daher ist der Lebenslauf die erste Anlaufstelle.

2. Berufserfahrung

  • Arbeitgeber
  • Stellung im Betrieb
  • TĂ€tigkeitsbeispiele (max. fĂŒnf)

Der Arbeitgeber sollte in seiner vollen Rechtsform und dem Ort der TÀtigkeit angegeben werden. Bei der Stellung im Betrieb sollte der Bewerber angeben, welche Position er in welcher Abteilung des Betriebes besetzt hat. Von Vorteil ist hier die Nennung von ein paar TÀtigkeitsbeispielen. Dabei sollte die Auswahl der Beispiele so gewÀhlt werden, dass diese möglichst zur neuen, ausgeschriebenen Stelle passen.

Auch ein Praktikum kann hier mit angegeben werden, da es schließlich auch zur Berufserfahrung gehört. An dieser Stelle sollten aber auch nur Praktika aufgefĂŒhrt werden, die sich ĂŒber mehrere Monate erstrecken. Sollte es sich lediglich um ein Praktikum handeln, welches ĂŒber ein paar Wochen (bspw. Schulpraktikum) ging, sollte dies anstatt bei der Berufserfahrung in der Rubrik Schule mit angefĂŒhrt werden.

3. Schule, Ausbildung und Studium

Nach den persönlichen Daten sollte nĂ€her auf den Besuch von Schulen, AusbildungsstĂ€tten und höheren Bildungseinrichtungen und deren AbschlĂŒsse eingegangen werden.

Schulzeit

Hier sollte das Datum der Schulzeit genannt werden, sowie das Datum des Schulabschlusses, z.B. Erweiterter Sekundarabschluss II an der Hermann-Frieb Realschule sowie Ausstellungsdatum des Abschlusszeugnisses. Gleiches gilt fĂŒr das Abitur, hier sollte allerdings auch noch die Abiturnote mit angegeben werden.

Wehr-/ Zivildienst und soziales Jahr

Je nachdem, was in zeitlicher Abfolge zuerst kommt, wird nun der Wehr- oder Zivildienst (soziales Jahr) oder ggfls. eine Ausbildung genannt. Wenn es fĂŒr die ausgeschriebene Stelle von Vorteil ist, kann man hier auch nennen, wo der Zivildienst oder das soziale Jahr absolviert wurden.

Berufsausbildung

Bei der Ausbildung sollte die erlangte Berufsbezeichnung samt Abschlussnote genannt werden. DarĂŒber hinaus der Ausbildungsbetrieb in seiner gesamten Rechtsform sowie Ort der Ausbildung. Hier können wieder ein paar Beispiele der TĂ€tigkeitsfelder mit aufgefĂŒhrt werden, die wĂ€hrend der Ausbildung ausgefĂŒhrt wurden.

Studium

VerfĂŒgt der Bewerber ĂŒber ein Hochschulstudium, so ist im Lebenslauf die UniversitĂ€t/ Fachhochschule des Studiums, der Studiengang sowie der Abschluss samt Benotung anzugeben. Wenn es fĂŒr die ausgeschriebene Stelle von Vorteil ist, sollte hier auch auf die Schwerpunkte des Studienganges sowie der Abschlussarbeit hingewiesen werden.

4. zusÀtzliche Qualifikationen

  • Fremdsprachen
  • EDV-Kenntnisse
  • Fahrerlaubnis

Fremdsprachen

Bei den Sprachkenntnissen sollte man ehrlich zu sich selbst sein. Entweder man beherrscht sie perfekt in Wort und Schrift (z.B. als Muttersprache) oder hat sehr gute bis gute Kenntnisse. Kennt man lediglich ein paar Vokabeln und muss sich zudem mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen dabei verstĂ€ndigen, macht es mehr Sinn, solche „Fremdsprachenkenntnisse“ gar nicht erst zu nennen. Hat man seine Fremdsprache nur aus der allgemeinen Schule, sollte man dies auch so schreiben, z.B. Schulenglisch.

EDV-Kenntnisse

Im allgemeinen werden mittlerweile EDV-Kenntnisse vorausgesetzt. Hierzu zĂ€hlen in der Regel Kenntnisse in MS-Office, SAP bei Kaufleuten sowie DATEV in Steuerberufen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass hier auf die Stellenausschreibung zu achten ist. Werden „sehr gute Kenntnisse“ verlangt und das trifft auch den Bewerber zu, so sollte auch im Lebenslauf z.B. stehen „sehr gute Kenntnisse in SAP“ etc.

Fahrerlaubnis

Kann man einen FĂŒhrerschein vorweisen, zeigt es dem Personalchef MobilitĂ€t, auf diesen sollte man also hinweisen. Wird bedingt durch die Stellenausschreibung ein besonderer FĂŒhrerschein (z.B. LKW, Staplerschein) oder ein Personenbeförderungsschein verlangt, so sollte man diesen im Lebenslauf auch nennen, sofern man ĂŒber die nötige Fahrerlaubnis verfĂŒgt.

5. Weiterbildung

Hat der Bewerber an Seminaren zur Fort- oder Weiterbildung teilgenommen, ist es von Vorteil, diese im Lebenslauf mit anzufĂŒhren und Zertifikaten zu belegen, da diese Maßnahmen Lernbereitschaft signalisieren und fĂŒr die Eigeninitiative des Bewerbers sprechen. Gleiches gilt fĂŒr Studierende, die in NebenfĂ€chern zum Hauptstudium Scheine gemacht haben. DarĂŒber hinaus können auch Auslandsaufenthalte z.B. Auslandsstudium- oder Semester oder Sprachreisen genannt werden, die unter Anderem die WillensstĂ€rke zur Spracherlernung verdeutlichen.

6. Hobbys

Ob Hobbys im Lebenslauf angegeben werden, sei jedem Bewerber freigestellt, da sie eher eine neutrale Funktion in der Bewerbung haben und keine berufliche Qualifikation ausdrĂŒcken, jedoch RĂŒckschlĂŒsse auf den Charakter zulassen. Sicherlich gibt es auch Hobbys, die auch mit dem angestrebten Job in Verbindung gebracht werden können, diese sollten mit in den Lebenslauf aufgenommen werden.

AusfĂŒhrlicher Lebenslauf

Der ausfĂŒhrliche Lebenslauf sollte sĂ€mtliche Angaben enthalten wie auch der tabellarische Lebenslauf. Der Unterschied besteht darin, nicht in einer Tabelle sĂ€mtliche Punkte stichwortartig zu nennen, sondern ausfĂŒhrlich ausschreiben. So entsteht eine kurze „Biografie“ des Bewerbers. Der ausfĂŒhrliche Lebenslauf ist allerdings nicht die Regel, da er nur in bestimmten Berufszweigen auf ausdrĂŒcklichen Wunsch anzufertigen ist. In der Regel wird solch ein ausfĂŒhrlicher Lebenslauf in kreativen Berufen verlangt, um auch den Sprachgebrauch anschaulich darzustellen.

LĂŒcken im Lebenslauf

Im Laufe des Berufslebens kann es passieren, dass man fĂŒr ein paar Wochen oder gar Monate ohne Arbeit ist. Hier sollte der Bewerber aber tunlichst unterlassen, diese Zeiten im Lebenslauf auszulassen oder zu vertuschen, da Arbeitslosigkeit nicht weiter schlimm ist. LĂŒcken bis zu drei Monaten kann man als „Bewerbungsphase“ oder „Stellensuche“ deklarieren, bei ZeitrĂ€umen darĂŒber hinaus sollte man eine gute BegrĂŒndung haben, z.B. Kindeserziehung etc.

Am Ende des Lebenslaufs…

Zu Beginn des Lebenslaufs steht die Überschrift, jedoch vergessen viele Bewerber auch am Ende Angaben. Jeder Lebenslauf sollte am unteren Rand mit einem Datum und Unterschrift des Bewerbers versehen werden. Handelt es sich um einen Lebenslauf mit mehreren Seiten, so ist eine Nummerierung auch sinnvoll.

Bedeutung des Lebenslaufs

Wie bereits an verschiedenen Stellen angesprochen, kommt dem Lebenslauf als Bestandteil einer Bewerbung eine elementare Rolle zu. Speziell in deutschen Unternehmen und Betrieben wird sehr viel Wert auf eine möglichst lĂŒckenlose Aufstellung der einzelnen Lebensabschnitte gelegt. Fehlende Angaben fĂŒhren schnell zu einem negativen Eindruck und sollten aus diesem Grund vermieden, bzw. begrĂŒndet werden. Arbeitgeber und Personalberater versuchen in der Regel, gleich mehrere Dinge aus einem Lebenslauf heraus zu lesen. Zum einen gibt er natĂŒrlich Auskunft ĂŒber das bereits Erreichte und vermittelt einen gewissen Eindruck von der erlangten Berufserfahrung. Was aber in den meisten Personalabteilungen wesentlich wichtiger ist, sind die Informationen zwischen den einzelnen Zeilen. UnwillkĂŒrlich und ohne es zu merken, verarbeitet jeder Bewerber mehr Daten, als er eigentlich denkt. Schließlich tragen hĂ€ufige Wechsel des Arbeitgebers oder des Berufes ihren Teil zum Bild der Arbeitgeber ĂŒber den jeweiligen Bewerber bei.

Der Lebenslauf dient bei einer Bewerbung dazu, sich nach Möglichkeit im besten Licht zu prĂ€sentieren und durch die eigenen FĂ€higkeiten zu ĂŒberzeugen. Allerdings sollte gerade bei einer Bewerbung im Ausland auf die Unterschiede zwischen den hiesigen Anforderungen und denen im Ausland geachtet werden. Die Bedeutung, welche einem Lebenslauf außerhalb der deutschen Grenzen zukommt, ist zum Teil eine ganz andere. In manchen FĂ€llen ist nur eine kurze Fassung gewĂŒnscht. Erst wenn von Seiten der Arbeitgeber grĂ¶ĂŸeres Interesse besteht, werden genauere Angaben erforderlich. Selbst die Form kann im Ausland betrĂ€chtlich von der hier gewohnten abweichen. Bevor man also einfach daran geht, den eigenen Lebenslauf zu verfassen, sollten vorher einige Überlegungen getroffen werden, an welche Adresse die Bewerbung gerichtet ist und was fĂŒr ein Bild vermittelt werden soll.