Werbungskostenabzug bei der persönlichen Asisstenz im Arbeitgebermodell

  • Hallo liebe Community,


    ich beziehe bereits Wohngeld, wobei mein anzurechnendes Jahreseinkommen momentan aufgrund § 3 Abs 26 EStG deutlich reduziert ist, da ich als Übungsleiterin angestellt bin und somit bis 2400 Euro pro Jahr als Werbungskosten abgezogen werden.


    Nun überlege ich den (freiwilligen) Jobwechsel in die Pflege (besser: Persönliche Assistenz nach dem Arbeitgebermodell). Hier greift § 3 Abs 26 EStG ja nicht, da in diesem Fall mein Arbeitgeber keine juristische Person des öffentlichen Rechts ist, obwohl grundsätzlich auch Pflegetätigkeiten abgedeckt sind - oder? Greift hier aber evt. § 3 Abs 36? Falls ja, wie hoch ist dann der Werbungskostenabzug? Oder gibt es hier irgendeine andere Rechtsgrundlage, die auch für diese Tätigkeit einen Werbungskostenabzug legitimiert?


    Dafür bin ich leider zu wenig Juristin. Da ich mich am Ende meines Studiums befinde und momentan Geld für den Berufseinstieg spare, ist für mich ein Unterschied im Wohngeld in Höhe von ca 300 Euro nicht unerheblich für die Entscheidung.


    Besten Dank für eure Hilfe!

  • Wenn du angestellt bist, ist das ganz normales Einkommen, das auch angerechnet wird. Du erhältst einen Werbekostenabzug von 1.000,00 € jährlich (Falls du höhere Werbungskosten hast, musst du diese nachweisen.) sowie Pauschalabzüge von je 10% für Steuern, Krankenversicherungs- und Sozialversicherungsbeiträge, soweit diese gezahlt werden. Ich verstehe Nr. 36 eher so, dass wenn du zuhause z. B. deine Eltern pflegst und dafür ihr Pflegegeld erhältst, dann ist dieses anrechenfrei. Ist aber nicht der Fall, wenn du das beruflich ausübst.

  • Hallo! Danke für die Anworten! Ich schätze das ähnlich ein. Nun ergab sich aber noch eine andere Frage, besser gesagt wurde ich darauf gestoßen.


    Für das Kalenderjahr 2018 wurden die 2400 Euro Werbungskosten/Steuerfreibetrag (wie auch immer man das nennt) nach § 3 Abs 26 EStG auf sechs Monate aufgeteilt, da mein Vertrag über sechs Monate befristet ist. Somit habe ich im Monat einen Abzug von circa 400 Euro vom anrechenbaren Einkommen, der sich eben auf diese Gesetzesnorm bezieht. Wenn ich nun nach vier Monaten meine Arbeitsstelle wechsele und daraus resultierend keine "Übungsleiterin" mehr bin, habe ich dann trotzdem Anspruch auf auf Abzug in Höhe von 400 Euro bis Ende des sechsten Monats? Der Betrag von 2400 Euro bezieht sich ja auf eine jährliche Summe, die nur monatlich aufgeteilt wurde. Anders herum: Hätte ich von vorne herein einen Vetrag über drei Monate gehabt, wären die 2400 Euro ja auf drei Monate aufgeteilt gewesen.


    Wisst ihr, was ich meine?


    1000 Dank für eure Hilfe! Ich bin wirklich verzweifelt, da ich meine Sachbearbeiterin soetwas nicht fragen kann. Sie meint immer, Auskünfte (also schlichtes Verwaltungshandeln) gehöre nicht zu ihrem Aufgabengebiet.

  • Also die Aussage deiner Sachbearbeiterin finde ich kurios. Wofür ist sie denn dann da? Oder haben die da Zu- und Sachbearbeiter, die unterschiedliche Aufgaben haben?


    Die 2.400 € Abzug im Jahr sind für ehrenamtliche Tätigkeiten. D.h. alles, was darüber hinaus geht ODER was eben keine ehrenamtliche Tätigkeit ist, fällt nicht unter diesen Freibetrag. Alles, was du im Rahmen der 2.400 € als Übungsleiterin verdient hast, wird nicht angerechnet. Alles Andere schon. Dafür gibt es dann - falls kein Minijob - die 1.000 € Werbungskostenabzug. Ich hoffe, ich habe deine Frage richtig verstanden und meine Antwort verständlich ausgedrückt. Du könntest ja auch z. B. den neuen Pflegejob ausüben und noch das Ehrenamt. Letzteres würde nicht angerechnet werden (bis 2.400 €), ersteres schon.


    Da du im Laufe eines Bewilligungszeitraumes wechselst, muss deine Sachbearbeiterin prüfen, ob die Änderung eine Einkommenserhöhung von mind. 15% nach sich zieht. Wenn vorher nichts angerechnet wurde, wird das vermutlich der Fall sein.


    Ich weiß nicht, wie viel du verdienen wirst im neuen Job, aber dein Wohngeld verringert sich evtl. nur und fällt nicht ganz weg, so dass du unterm Strich immer noch mehr im Monat insgesamt hast. Ich würde ja sagen, lass es dir doch mal von deiner SB ausrechnen, aber dafür ist sie vermutlich auch nicht zuständig.^^