Berechnung von zeitlich befristeten Minijob

  • Es handelt sich hier um einen Antrag von 2016. Dieser wurde vom 01.09.2016 - 31.08.2017 bewilligt. Ein Folgeantrag wurde gestellt, aber bisher nicht genehmigt, da noch die Einkommensteuererklärung verlangt wird (obwohl wir nicht veranlagt sind und damit die neue Bewilligung in die Länge gezogen wird, wie bereits beim Antrag 2016 - Ist das normal?).

    Meine Familie hat ein Jahreseinkommen laut Einkommensberechnung von 15780,98€.

    Mein Sohn (19Jahre) hat nun befristet vom 24.4. - 31.8.2017 einen Aushilfsjob (nach Bedarf) auf Minijob-Basis angenommen und insgesamt Brutto 1097,50€ verdient. Dieses Geld ist uns im Juni, Juli und August zugeflossen. (Im August hat er nicht mehr gearbeitet, da in dieser Zeit der Betrieb Urlaub hatte; RV Voller Beitrag (40,61€); KV Pauschalbeitrag, PV und AV kein Beitrag).

    Daraufhin wurde rückwirkend ab 1.5.17 das Wohngeld neu berechnet.

    Kann mir bitte jemand hilfreiche Infos geben

    1. ob der Minijob überhaupt anrechenbar ist? (15% Regel; §27 WoGG)

    2. wie die Berechnung des Jahreseinkommens für mein Sohn aussehen sollte und wie das anschließend anzurechnen ist?


    Vielen Dank im voraus für jeden (weiteren) Hinweis.

  • Hallo,

    1. ob der Minijob überhaupt anrechenbar ist? (15% Regel; §27 WoGG)

    2. wie die Berechnung des Jahreseinkommens für mein Sohn aussehen sollte und wie das anschließend anzurechnen ist?

    entscheidend ist hier nicht das Jahreseinkommen, sondern der Zeitpunkt der Änderung. Dementsprechend dürfte die Anrechnung rechtens sein.


    Gruß!

  • Hallo Hoppel,

    die Frage ist ja gerade: Wie wird das Einkommen berechnet bzw. angerechnet? z.B. Wird der Zugang des Geldes auf das Konto genau dem Monat zugewiesen - Dann hätte man also 3 Monate eventuell zu viel verdient (durch die Summe der beiden Einkommen) und müsste die 3 Monate zurückzahlen. Oder wird der Gesamtbetrag des Einkommens anteilig (irgendwie) pro Monat zugerechnet. Oder vielleicht gibt es noch irgendeine andere Berechnungsmöglichkeit?


    Grüßle

  • Zuerst mal: Natürlich ist ein Minijob anrechenbares Einkommen. Hätte er ihn von Anfang an gehabt bei Antragsstellung, hätte man ihn auch angeben müssen als Einkommen. Wenn man mitten im Bewilligungszeitraum eine Arbeit aufnimmt, muss das gemeldet werden. Wohngeldstellen erhalten eine Übersicht über alle angemeldeten Beschäftigungsverhältnisse, und wenn diese nicht nur vorübergehend (weniger als 2 Monate) ausgeübt wurden, werden Einkommensnachweise angefordert und das Wohngeld neu berechnet.


    Zu einer nachträglichen Wohngeldminderung kommt es nur, wenn sich durch die Änderung das Gesamteinkommen um mehr als 15% erhöht.


    Beim Wohngeld gilt nicht das Zuflussprinzip wie z. B. beim Jobcenter. Es wird das Einkommen für Mai-August auch für diesen Zeitraum berücksichtigt. Davon werden aber auch Pauschalen für die gezahlten Sozialversicherungsbeiträge sowie ein Freibetrag für Kinder unter 25 J. mit eigenem Einkommen abgezogen. Auf den 1. Blick dürfte sich da nichts ändern. Ob der Sachbearbeiter noch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet, da ihr etwas verschwiegen habt, ist seine Entscheidung. Wir machen das idR nicht, wenn kein Schaden (= zuviel gezahltes Wohngeld) entstanden ist und bislang noch nichts verschwiegen wurde. Handhabt aber meines Wissens jede Wohngeldstelle unterschiedlich.

  • Ein Folgeantrag wurde gestellt, aber bisher nicht genehmigt, da noch die Einkommensteuererklärung verlangt wird (obwohl wir nicht veranlagt sind und damit die neue Bewilligung in die Länge gezogen wird, wie bereits beim Antrag 2016 - Ist das normal?).

    Habt ihr Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit? Ansonsten reichen normal Gehaltsnachweise (Lohnabrechnungen, Verdienstbescheinigung des Arbeitsgebers o.ä.).

  • Zitat

    Habt ihr Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit?

    Nein, ich bin Gesellschafter-Geschäftsführer und Angestellter, aber kein Freiberufler oder Geschäftsführer einer Personengesellschaft etc.

    Zitat

    Zu einer nachträglichen Wohngeldminderung kommt es nur, wenn sich durch die Änderung das Gesamteinkommen um mehr als 15% erhöht.

    Danke für diesen Hinweis, darum ging es mir bei der Frage und die ist damit geklärt. (Benutzer Theo hat mir schon freundlicherweise die Berechnung zu kommen lassen.)


    Zitat

    ... wenn diese nicht nur vorübergehend (weniger als 2 Monate) ...

    Diese Zeitangabe hatte ich gesucht ;-) Danke.


    Zitat

    Ob der Sachbearbeiter noch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitet, da ihr etwas verschwiegen habt, ist seine Entscheidung.

    Gibt es nur schwarze Schafe da draußen? Ich bin dann wohl eines der wenigen weißen Schafe...aber man wird leider oft (von manchen Sachbearbeiterinnen) wie ein schwarzes Schaf behandelt! Oder anders ausgedrückt. Manchmal hat man das Gefühl, wenn man ein schwarzes Schaf wäre, dann wäre das Leben leichter.


    Zitat

    Beim Wohngeld gilt nicht das Zuflussprinzip wie z. B. beim Jobcenter. Es wird das Einkommen für Mai-August auch für diesen Zeitraum berücksichtigt. Davon werden aber auch Pauschalen für die gezahlten Sozialversicherungsbeiträge sowie ein Freibetrag für Kinder unter 25 J. mit eigenem Einkommen abgezogen.

    Genau darum geht es. Wie würde denn in meinen Fall die Berechnung aussehen?

    Wenn in diesem Fall das Zuflussprinzip nicht gilt, dann würde also nicht die pauschal versteuerte Einnahme von Brutto 1097,50€ / 4 Monate gerechnet und der Anteil dem jeweiligen Monat zugerechnet. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, dann ist die (meine) Frage: Wie müsste ich dann vorgehen bei der Berechnung?