BAföG-Förderung weg - zu niedriges Einkommen für Wohngeld. Und jetzt?

  • Hallo,


    Ich bin eben vom Sozialamt zurück mit der Mitteilung, dass ich mit meiner derzeitigen finanziellen Aufstellung kein Wohngeld erhalten kann. Der Grund ist mein niedriges Einkommen. Ich habe momentan einen Nebenjob neben dem Vollzeitstudium, bin aber auf der Suche nach einer weiteren Einkommensquelle. Bis einschließlich September erhielt ich den Vollsatz elternunabhängige BAföG-Förderung.

    Ich habe im Moment einen Nebenjob der mit zw 310 und 330€ bringt im Monat (je nach gearbeiteten Abend- und Wochenendstunden). Weil ich seit einigen Tagen die 30 Jahre geknackt habe, wird meine Krankenversicherung aber wesentlich teurer und meine Miete beträgt 260€ warm. Irgendein mir nicht ganz schlüssiger kausaler Zusammenhang verhindert lt. Aussage des Wohngeldberaters in meiner Stadt einen Bezug von Wohngeld.

    Kann mir jemand erklären, warum das so ist und ob es evtl. Regelungen gibt, die ich erfüllen könnte um doch etwas zu bekommen? Ich Moment bin ich relativ verzweifelt, weil mein Konto immer mehr ins Minus geht und man an jeder Stelle nur weitergeschickt wird.


    Vielen Dank schon einmal.

  • Wenn du die Höchstförderungsdauer beim Bafög erreicht hast, wird dir ein Bafög-Kredit bzw. KFW-Kredit angeboten, den du nutzen solltest, dann klappts auch mit dem Wohngeld. Hoffe du hast trotzdem Bafög beantragt.

  • Im Link von Hoppel wird es ja schon sehr schön erklärt. Generell ist Wohngeld eben nicht dafür gedacht, den Lebensunterhalt zu finanzieren, so wie es z. B. Hartz IV, Grundsicherung oder BAföG tun sollen. Es ist lediglich ein Zuschuss zur Miete (und auch nie die komplette Miete). Deshalb ist ein gewisses Mindesteinkommen notwendig, um Wohngeld zu erhalten. Wenn du nur so wenig Einkommen hast, dass du davon rein rechnerisch gar nicht leben kannst, dann sind für die Wohngeldstelle deine Angaben unplausibel. Hier berücksichtigt die Wohngeldstelle auch schon idR das voraussichtliche Wohngeld. Bei deinen Angaben sehe ich auf den 1. Blick, dass das ohne weiteres Einkommen oder Vermögen nicht hinhauen kann. Du musst von deinem Einkommen die Warmmiete und die Krankenversicherung zahlen können und dann noch den Hartz IV-Regelbedarfssatz übrig haben (derzeit 409,00 €, bei einem sparsamen Lebensstil sind auch 80% davon akzeptabel).


    Im Endeffekt ist es so, dass man dir unterstellen könnte, du verheimlichst Einkommen oder Vermögen, denn von Luft und Liebe kann nunmal keiner leben. Wie schaffst du es denn überhaupt zur Zeit, so über die Runden zu kommen? Darüber musst du dir ja schon Gedanken gemacht haben, seit du weißt, dass du nur bis September BAföG kriegst. Die Aussage "Ich komme gar nicht finanziell über die Runden, Sie müssen mir unbedingt helfen." habe ich leider schon oft von Antragstellern gehört, aber de facto ist man eben in so einer Situation komplett falsch bei der Wohngeldstelle. Wärst du kein Student, würde man dich an das Jobcenter verweisen, aber dort haben Studenten ja leider keinen Anspruch, deshalb gibt es während des Studiums nicht viele Möglichkeiten.


    Wenn du weder über Ersparnisse verfügst, auf die du zurückgreifen kannst, noch anderweitig Geld erhalten kannst (weiterer Job, Unterhalt durch Eltern), sehe ich hier auch als einzige Möglichkeit einen Kredit. Vorteil: Er zählt zu deinem Mindesteinkommen, das du für den Wohngeldbezug benötigst, wird aber nicht als Einkommen angerechnet, verringert also nicht das sich errechnende Wohngeld.