Hallo..
Zu meiner Situation: Ich bin 26 Jahre alt und studiere Mathe und Physik auf Lehramt (fast fertig). Wohnen kann ich bei den Eltern meines Stiefvaters. Allerdings muss ich hier für Telefon/Strom usw selbst aufkommen, nur Miete muss ich nicht zahlen. Das finanziere ich durch Zeitungsaustragen und Rest angesparten Bafögs. Zu Beginn habe ich Physik auf Diplom studiert, habe dann aber nach einigen (Beratungs)Gesprächen und Praktika zu Mathe/Physik Lehramt gewechselt unter Anerkennung sämtlicher erbrachter Leistungen. Letztes Semester wurde dann die Fachrichtung offiziell gewechselt. (Vorher wegen Bäfög inoffizielles Parallelstudium). Seit dem Wechsel bekomme ich kein Bafög mehr. Hatte den Höchstsatz. Meine Mutter ist Hausfrau mit 2 minderjährigen Kindern (andere Schwester ist bereits ausgezogen), mein Stiefvater Angestellter beim Gartenbauamt (ca. 1600,-).
Meine Eltern trennten sich als ich 8 Jahre alt war, bis die Scheidung durch war war ich 12. Im endgültigen Urteil wurde festgelegt, dass er für mich und meine Schwester je 255 € (damals 500 DM) Unterhalt zahlen sollte. (Und meiner Mutter einen gewissen Betrag, den Sie während der Ehe in seine Firma steckte um Ihm zu helfen)
Mehr oder weniger Regelmäßig erbrachte er diese Leistungen, bis er März 1998 sämtliche Zahlungen einstellte. Bis zum 15.01.03, nachdem er kurz in den Knast gesteckt wurde zahlte er keinen Unterhalt, die aufgestauten Ansprüche meiner Mutter und mir/meiner Schwester beliefen sich dann auf fast 40.000€.
Diese wurden mit verschiedenen Pfändungen hin und her versucht einzutreiben, wo er dann immer wieder einen Haken fand, andere Ansprüche gegen sich erfand oder gepfändetes verschwinden lies. Irgendwann machte ein Gericht einen Fehler, so dass alle Ansprüche verfallen (angeblich mit einem "wertvollen" Patent bestritten) waren. Geld haben wir nie gesehen, stattdessen muss meine Mutter Ihm jetzt ca. 5000€ Prozesskosten erstatten. Meine Mutter legte daraufhin einen Offenbarungseid ab, diese Ansprüche liegen seitdem offen.
Mir hat er in dieser Zeit wieder mehr oder weniger Regelmäßig Unterhalt überwiesen, in letzter Zeit hat er sie wieder eingestellt.
Angeblich verdient er nichts, seine Firma hat er aufgeben/an seine neue Frau verkauft (zufällig die gleiche Branche). Und häuft immer mehr Kredite an (auch aufgrund eines sehr aufwändigen Lebenstils).
Irgendwann wurde er nach dieser Masche, die Prozesse führte noch meine Mutter, dazu verurteilt, dennoch Unterhalt zu zahlen da das Gericht seine Mittellosigkeit nicht anerkannte.
Kontakt zu Ihm besteht kaum noch.
Ich wollte jetzt endlich einen Schlusstrich ziehen und seine bestehenden Unterhaltsschulden und den zukünftigen bis meinen Abschluss mit seinen Forderungen mit meiner Mutter verrechnen. Vielleicht dann auch wieder Kontakt aufnehmen, wenn das alles endlich vorbei ist und dann vielleicht seine neuen Kinder kennenlernen, die ich ja nur als Babys gesehen habe.. Sind ja auch meine Geschwister..
Doch heute kam eine Mail von Ihm: Wieder versucht er uns über den Tisch zu ziehen: Statt unserer Vereinbarung sollen ihm 1500€ überweisen damit er auf seine Ansprüche verzichtet. Angeblich ein gutes Angebot, weil er mir sowieso keinen Unterhalt mehr zahlen müsste.
Ich habe die Schnauze von diesem ********* jetz gestrichen voll und will meinen Unterhalt einklagen. Offen sind bis jetzt Ansprüche von ca. 1700€, die sich in den letzten Monaten angesammelt haben.
Habe ich noch hieb und stichfest Anspruch auf Unterhalt gegen meinen Vater?
Müsste er mir nach der Düsseldorfer Tabelle nicht sogar mehr als die 255,- zahlen? Wie lange habe ich Anspruch?
Bis ich 27 bin? Bis zu meinem Referendariat? (Wärend diesem verdiene ich ja Geld) Oder bis ich endgültig fertig bin? (Also nach dem 2. Staatsexamen?)
Entschuldigung für eventuelle Rechtschreibfehler oder Gedankensprünge.. habe nur eben sein Angebot per Mail erhalten und bin etwas aufgebracht..
Ach ja.. im ersten Jahr (zwei Semester) habe ich kein Bafög erhalten weil er mir keine Unterlagen gegeben hat..
Auf das Urteil von 1996 (?) kannst du nicht mehr pochen. Spätestens bei deinem 18. Geburtstag hätte der Unterhalt neu festgesetzt werden müssen, da ab dann auch deinen Mutter barunterhaltspflichtig war.
Wurde denn im Rahmen der Pfändungen, Prozesses (saß er wegene Unterhaltsschulden im Knast?) usw. sein Einkommen regelmäßig überprüft?
Wurde vielleicht sogar der zu zahlende Unterhalt ab und zu angepasst?
Du solltest alle Unterlagen nehmen und dich anwaltlich beraten lassen. Für ein Forum ist das leider nichts.
Wie alt sind deine Geschwister? Vielleicht kannst du direkt zu ihnen Kontakt aufnehmen. Allerdings sollten deine Emotionen über den Unterhaltsstreit mit dem Vater dabei außen vor bleiben![]()
Neu festgesetzt wurde meines Wissens nach nie etwas. Der Knast war soweit ich was so was wie Beugehaft der französischen Gendarmerie. Da bei den Prozessen (wurde ja 2002 volljährig) meine Unterhaltsforderungen teil der Gesamtforderung waren die gerichtlich durchgesetzt werden sollten denke ich gilt diese Höhe ja weiterhin. Ansonsten müsste diese ja neu angesetzt werden, oder? Da würde er wohl auch nicht mit 255,- € wegkommen..
Meine Geschwister bei ihm sind 14 und 11 Jahre alt. (Und ich kann mir gut vorstellen wie die in Bezug auf unseren bösen Teil der Familie indoktriniert werden..)
Die Frage ist hauptsächlich, ob ich überhaupt noch und wenn dann wie lange unterhaltsberechtigt bin.
Werde mir aber die nächsten Tage so nen Beratungsschein beim Amtsgericht holen.
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