Fernstudium - Fernuni - Fernlehrgang - Fernuniversität
Wer die Karriereleiter weiter hinauf will als nur bis zu einem Posten mit kleineren Verantwortungsbereichen muss auf dem heutigen Arbeitsmarkt einige Kompetenzen vorweisen können. Hierfür ist bisweilen ein Studium notwendig, das an einer Hochschule oder Universität, alternativ auch an einer Fernakademie absolviert werden kann. Ein Fernstudium ermöglicht ebenso wie ein normales Studium an einer Universität oder Hochschule die persönliche Weiterbildung.
In einem Fernstudium erlangt der Student das Wissen durch die eigenverantwortliche Aufarbeitung der Schulungsunterlagen. Anders als in einem normalen Studium, in welchem die jeweiligen Dozenten die Geschwindigkeit des jeweiligen Studiengangs diktieren und der Student bei den Vorlesungen einer Anwesenheitspflicht unterliegt, kann in einem Fernstudium die Lerngeschwindigkeit an den persönlichen Alltag angepasst werden. Das bedeutet, dass auch ein im Berufsleben stehender Mensch an der Fernakademie studieren kann, ohne seinen Lebensunterhalt zu gefährden.
Die Studiengänge sind im Fernstudium so aufgebaut, dass der Student durch eine festgesetzte wöchentliche Arbeitsleistung in der Lage sein soll, dem Unterrichtsstoff zu folgen, seine Hausarbeiten zu bewerkstelligen und durch deren Einsendung den jeweiligen Studiengang zu bestehen. Somit kann der Fern-Student seine berufliche Weiterbildung neben dem Beruf vorantreiben, neue Kenntnisse erlangen und je nach angedachtem Studiengang einen staatlich anerkannten Abschluss von zuhause aus umsetzen, der ihn auf der Karriereleiter ein gutes Stück weiter nach oben bringen kann.
Voraussetzungen für ein Fernstudium
Grundlegend gibt es nur wenige, generelle Voraussetzungen für ein Fernstudium, jedoch kann bei einigen Studiengängen eine fachbezogene Qualifikation nötig sein. Neben dem guten Beherrschen der Studiensprache (in Deutschland in der Regel die deutsche Sprache) sollte der Studierende in der Lage sein, mit verschiedenen Medien umzugehen, damit das Fernstudium nicht unter der fehlenden Präsenz des Dozenten vor Ort leidet. Dafür sollte der Student über einen Computer, einen Internetzugang und einen Telefonanschluss verfügen, bisweilen auch einfach in der Lage sein, seine Unterlagen auf dem Postweg zu versenden. Vielfach wird heute der Umgang mit dem Computer und dem Internet erwartet, um über Emails und Chat-Konferenzen die Betreuung während des Studiums durch die Dozenten zu vereinfachen.
Eine möglicherweise zusätzlich benötigte Qualifikation für das Fernstudium, etwa ein zuvor absolviertes Praktikum, einschlägige Arbeitserfahrung oder eine Berufsausbildung, ist jeweils nur an einzelne Studiengänge gebunden und kann je nach gewähltem Studiengang und je nach Fernschule deutlich schwanken.
Für akademische Studiengänge ist vielfach ebenso wie für ein normales Studium das Abitur oder eine Fachhochschulreife Voraussetzung. Für andere Studiengänge, beispielsweise aus dem künstlerischen Bereich, benötigt man beim Fernstudium häufig keine Hochschulreife. Gleiches gilt für das Erlernen neuer Fremdsprachen per Fernstudium.
Bei den technischen Berufen können zumeist entsprechende Vorkenntnisse in Form einer Berufsausbildung kombiniert mit einigen Jahren Berufserfahrung für das Studium ausreichend sein.
Dauer und Einteilung eines Fernstudiums
Das Fernstudium dauert je nach gewähltem Studiengang und Studienform zwischen einem und vier Jahren, wobei Ausnahmen möglich sind. In Bezug auf die Studienform steht der angehende Student vor der Wahl zwischen einem Vollzeit- und einem Teilzeitstudium. Für das Teilzeitstudium wird in der Regel ein deutlich verlängerter Studienzeitraum veranschlagt, der bis zur doppelten Dauer der Regelstudienzeit reichen kann.
Beim Fernstudium werden die Lernmaterialien in Pakete unterteilt, die in regelmäßigen Abständen dem Studenten zugesandt werden. Dem Studenten steht dann jeweils ein größerer Zeitraum (häufig bis zu vier Wochen) zur Verfügung, in welchem er die verschiedenen Lektionen durcharbeiten muss. Während dieser Lernphase steht dem Studierenden der Dozent telefonisch oder via Email für Fragen und Antworten zur Verfügung und korrigiert die im Anschluss an die jeweilige Lektion geforderten Hausarbeiten.
Die zeitliche Einteilung des Studiums bleibt dabei zu jedem Zeitpunkt dem Studenten überlassen. Er kann entsprechend seiner eigenen Lerngeschwindigkeit und seines Zeitrahmens selbst entscheiden, wie lange er für das Studium benötigt, darf jedoch die dem Studium zu Grunde liegende Studienzeit nur bis zu einem festgelegten Rahmen überschreiten. Dieser Rahmen hängt zumeist von der Gesamtstudienzeit ab und liegt zwischen drei und sechs Monaten, während welcher der Student ohne zusätzlichen (Kosten-)Aufwand überziehen darf. Natürlich steht es aber auch jedem Studenten frei, das Fernstudium schneller als geplant zu beenden.
Unterschiede zum Studium an der Uni oder FH
Der gravierendste Unterschied zwischen einem Fernstudium und dem Studium an einer Universität oder Fachhochschule ist die räumliche Distanz zwischen dem Studierenden und den Dozenten. Während sich an Uni und Hochschule die Studierenden versammeln, um gemeinsam den Anleitungen und Ausführungen der Dozenten zu folgen, wird im Fernstudium das Lehrmaterial in Form diverser Medien wie Briefe, CDs, Email etc. direkt zum Lernenden gebracht.
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Fernstudium und einem herkömmlichen Studium an Uni oder FH ist der Kostenfaktor: Sicher stöhnen einige Studierende angesichts von Studien- und Semestergebühren laut auf – diese Kosten sind aber nicht vergleichbar mit den Kosten, die bei einem Fernstudium anfallen. Ein Fernstudium ist in der Regel immer kostenpflichtig, wobei sich die Kosten natürlich entsprechend der Länge des Fernstudiums erhöhen. Einziger Lichtblick: Die Kosten für das Fernstudium können gegebenenfalls steuerlich abgesetzt werden.
Wer mit dem Fernstudium einen staatlich anerkannten Abschluss erreichen möchte, muss dabei im Gegensatz zu einem herkömmlichen Studium auf die jeweiligen Siegel des Fernstudienanbieters achten. Die Staatliche Zentralstelle für Fernstudien (ZFU) kontrolliert in regelmäßigen Abständen im Auftrag des Staates die Qualität der Fernstudienlehrgänge auf ihre Umsetzungstauglichkeit sowie die Möglichkeit zum Erwerb der notwendigen Fertigkeiten für die spätere Tätigkeit. Ohne das Siegel der ZFU darf ein Studiengang generell nicht beworben werden.
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