Restschuldversicherung
Wer heute einen Kredit online oder auch bei der Hausbank abschließt, bekommt vom Kreditgeber oftmals eine sogenannte Restschuldversicherung angeboten, die die Tilgung in Fällen wie Tod, Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit übernimmt und somit dafür sorgen soll, dass man nicht in Zahlungsverzug gerät. Oftmals wird als Argument angeführt, dass so eine Versicherung nur einen kleinen Mehrbetrag im Monat kostet und dafür jedoch ein großes Risiko beseitigt. Natürlich stellt sich dabei fast jedem Kreditnehmer die Frage, ob so eine Restschuldversicherung überhaupt sinnvoll ist, oder ob es sich dabei um unnötige Kosten handelt.
Bei Kleinkrediten ist eine Restschuldversicherung absolut unnötig
Eine Restschuldversicherung soll also das Risiko absichern, aufgrund unverschuldeter Probleme seine Tilgungen nicht mehr leisten zu können. Dafür wird monatlich ein bestimmter Betrag berechnet, der sich oftmals im Bereich zwischen 20 und 30 Euro bewegt und nicht immer in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einfließt. Gerade bei Kleinkrediten bis 10.000 Euro würde dies nämlich eine exorbitante Steigerung bedeuten, die einen Onlinekredit als vollkommen überteuert zeigen würde. Da ein solcher Kleinkredit oftmals innerhalb von 2-3 Jahren abgezahlt ist, ist zudem die Wahrscheinlichkeit, dass einer der abgesicherten Risikofälle eintrifft, relativ gering und rechtfertigt nicht die hohen Zusatzkosten. Ein weiteres Argument gegen eine Restschuldversicherung bei Kleinkrediten liegt in der Tatsache begründet, dass man ein so kleines Darlehen in den meisten Fällen auch noch irgendwie selbst tilgen kann.
Abschluss einer Restschuldversicherung ist keine Kreditbedingung
Auch wenn verschiedene Kreditgeber einem meistens das Gefühl vermitteln, dass eine Restschuldversicherung als Bedingung für einen Kreditabschluss gilt, so ist dies in vielen Fällen vom Gesetz her ausgeschlossen. Man sollte sich also nicht beirren lassen und den Abschluss einer solchen Versicherung ablehnen, wenn man nur einen Kredit mit kurzer Laufzeit und niedriger Kreditsumme abschließt, da es einfach keinen Sinn macht, ein sehr unwahrscheinliches Risiko, dessen Eintreten nur relativ geringe Probleme mit sich brächte, durch hohe Prämienzahlungen abzusichern.
Bei langfristigen Darlehen mit hohen Kreditsummen durchaus sinnvoll
Plant man dagegen eine Baufinanzierung, oder möchte einen Kredit mit einer sehr hohen Kreditsumme abschließen, ist eine Restschuldversicherung durchaus sinnvoll. In einem solchen Fall ist das abzusichernde Risiko aufgrund der hohen Kreditsumme durchaus angemessen und die Wahrscheinlichkeit seines Eintretens durch längere Kreditlaufzeiten zusätzlich auch höher.
Es kommt also immer auf den jeweiligen Einzelfall an, ob eine Restschuldversicherung lohnend ist oder ob man darauf verzichten sollte. Bei Kleinkrediten kann man einen solchen Abschluss nicht empfehlen, wohingegen große Kredite und Baufinanzierungen durchaus sinnvoll mit einer Restschuldversicherung abgesichert werden können.
