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Kredit Zinsen und Kosten

Vor Abschluss eines Kreditvertrags sollte jeder Kreditnehmer genau vergleichen, welche finanziellen Belastungen auf ihn zukommen. Diese können, je nach Bank, erheblich variieren und setzen sich zusammen aus Kredit Zinsen und Nebenkosten.

Nominalzinsen bei der Kreditaufnahme

Der Kreditgeber verlangt für die Vergabe des Kredits eine finanzielle Gegenleistung vom Kreditnehmer. Als Vergütung für das geliehene Geld fallen Nominalzinsen an. Die Nominalzinsen sind ein Aufschlag auf den vereinbarten Nominalwert des Kredits. Der Nominalwert eines Kredits ist der im Kreditvertrag ausgewiesene Betrag, in dessen Höhe ein Ratenkredit aufgenommen wird.

Der Auszahlungsbetrag eines Kredits ist in der Regel geringer als der Nominalbetrag, da weitere Kredit Kosten direkt vom Nominalbetrag abgezogen werden. Der Nominalzins stellt somit den reinen Kreditzins ohne Berücksichtigung sonstiger bei Kreditvergabe anfallenden Kosten dar und wird von den Banken in der Regel als jährlicher Zinssatz angeben.

Die Entwicklung des Nominalzinses richtet sich nach dem von der Notenbank vorgegebenen Leitzins. Der Leitzins gibt an, zu welchem Zins sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen dürfen. Über die Geschäftsbanken wird eine Anpassung des Leitzinses schließlich an die Endverbraucher weitergegeben. Steigt der Leitzins, müssen die Geschäftsbanken aufgrund der gestiegenen Refinanzierungskosten, ihren Nominalzins bei der Kreditvergabe erhöhen. Wenn die Notenbank dagegen den Leitzins senkt, können die Geschäftsbanken dank der gefallenen Refinanzierungskosten ihren Kunden Kredite zu einem niedrigeren Nominalzins offerieren.

Zinsen für bonitätsabhängige Kredite

Wichtige Einflussfaktoren auf die Kredit Zinsen sind Höhe und Laufzeit des beantragten Kredits. Daneben hat bei der Vergabe eines Kredits auch die Bonität des Kreditnehmers einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Höhe der Kredit Zinsen. Die Bonität gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kreditnehmer in der Lage ist, später das geliehene Geld zurückzuzahlen. Im Umkehrschluss ist bei Kunden mit schlechter Bonität die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Ausfall des Kredits kommt, wesentlich höher.

Das erhöhte Risiko eines Kreditausfalls lassen sich die Banken in Form höherer Kredit Zinsen vergüten. Bei bonitätsabhängigen Krediten gilt daher grundsätzlich, je besser die Bonität des Kreditnehmers ist, desto bessere Zinskonditionen erhält der Kreditnehmer von der Bank angeboten.

Zinsen für bonitätsunabhängige Kredite

Mittlerweile haben sich einige Anbieter von Krediten dazu entschlossen, die Zinshöhe bei der Vergabe von Krediten unabhängig von der Bonität des Kreditnehmers festzulegen. In diesem Fall werden die Kredit Zinsen ausschließlich durch die Höhe und die Laufzeit des Kredits bestimmt. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder unabhängig von seiner Bonität einen Kredit erhält. Die Bank überprüft auch bei dieser Form der Kredite sehr wohl die Bonität ihrer Kunden. Anhand dieser Bonitätsbewertung wird aber ausschließlich entschieden, ob der Kunde überhaupt einen Kredit erhält oder nicht. Wenn der Kunde jedoch einmal die Zusage für einen Kredit bekommen hat, hat das Ergebnis der Bonitätsprüfung keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Kredit Zinsen.

Der Vorteil eines bonitätsunabhängigen Kredits besteht darin, dass diese Kredite für die Kunden wesentlich transparenter sind. Der Kunde muss nicht erst ein auf seine finanzielle Situation abgestimmtes Kreditangebot bei der Bank einholen.

Kreditnebenkosten

Bei der Kreditaufnahme muss der Kreditnehmer nicht nur die aus den Nominalzinsen resultierenden Kosten tragen, es entstehen noch zusätzliche Kredit Kosten. Dabei handelt es sich um die sogenannten Kreditnebenkosten. Die Kreditnebenkosten führen zu einem Anstieg der Finanzierungskosten und müssen daher unbedingt bei der Kreditentscheidung miteinbezogen werden. Welche Kreditnebenkosten anfallen und wie hoch diese sind, unterscheidet sich je nach Kreditinstitut.

Zu diesen Kreditnebenkosten gehört das Disagio. Das Disagio bezeichnet einen Zinsabschlag auf den Nominalwert des Kredits. Durch das Disagio wird die tatsächlich ausgezahlte Kreditsumme verringert. Ein Kostenfaktor, der fast immer beim Abschluss eines Kreditvertrags entsteht, ist die Bearbeitungsgebühr. Die Bearbeitungsgebühr soll den personellen Aufwand der Banken bei der Bearbeitung eines Kreditgesuchs abdecken. Sie beläuft sich in der Regel auf ein bis drei Prozent der Kreditsumme. Wenn der Kreditnehmer als Sicherheit für den Kredit ein Wirtschaftsgut angibt, muss dessen Wert häufig zuerst geschätzt werden. Daraus entstehen Schätzkosten, die auch den Kreditnebenkosten zugerechnet werden.

Restschuldversicherung

Einige Kreditinstitute knüpfen die Vergabe eines Kredits an die Bedingung, dass der Kreditnehmer zusätzlich eine Restschuldversicherung abschließt. Diese Restschuldversicherung springt ein, wenn der Kreditnehmer nicht mehr in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen (z.B. bei Arbeitslosigkeit). Die Kosten, die durch diese Kreditversicherung entstehen, gehören ebenfalls zu den Kreditnebenkosten.

Einen weiteren Kostenfaktor stellen die Bereitstellungszinsen dar. Diese werde vom Kreditgeber berechnet, wenn zwischen Abschluss des Kredits und dessen tatsächlicher Inanspruchnahme ein längerer Zeitraum vergeht.

Die folgende Tabelle gibt es eine Übersicht über alle Kreditnebenkosten, die bei der Vergabe eines Kredits, auf den Kreditnehmer zukommen können.

Kreditnebenkosten

Effektivzins fasst Kredit Kosten zusammen

Oftmals wird bei einem Vergleich von Kreditangeboten der Fehler gemacht, dass diese ausschließlich anhand der Höhe des Nominalzinses verglichen werden. Dies kann aber zu einem fehlerhaften Ergebnis führen, da die Kreditnebenkosten dabei völlig außer Acht gelassen werden. Deshalb ist es für alle, die auf der Suche nach einem Kredit sind, wichtig, die Kreditnebenkosten und den Nominalzins zusammen in den Kreditvergleich einzubeziehen. Dies geschieht durch den Effektivzins. Im Effektivzins werden die durch die Nominalzinsen entstehenden Kosten und die Kreditnebenkosten zusammengeführt. Der Kreditnehmer erhält dadurch einen Überblick, welche Kredit Kosten insgesamt entstehen.

Der effektive Jahreszins spiegelt somit die tatsächlichen Finanzierungskosten wesentlich besser wieder als der Nominalzins. Da im Effektzins alle Kredit Kosten enthalten sind, ist er stets höher als der Nominalzins.

Welche Kredit Kosten bei der Berechnung des Effektivzinses berücksichtigt werden müssen, gibt die Preisangabenordnung vor. Zudem sind alle Banken gemäß der Preisangabenverordnung dazu verpflichtet, dem Kreditnehmer den effektiven Jahreszins des Kredits anzugeben.

Die folgende Tabelle verdeutlicht, welche Kredit Kosten genau im Effektivzins enthalten sein müssen.

Zusammensetzung des Effektivzinses

Nicht vom Effektivzins erfasste Kosten

Einige Kreditnebenkosten fließen jedoch nicht in die Berechnung ein. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, welche Kredit Kosten nicht im effektiven Jahreszins enthalten sind.

Kosten außerhalb des Effektivzinses:

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