BAföG-Bedarf

Höhe der Förderung - Leistungsbedarf

(02.08.2016) Steht fest, dass du dem Grunde nach einen Anspruch auf BAföG hast, möchtest du natürlich wissen, mit wie viel Geld du monatlich rechnen kannst. Um dies herauszufinden, musst du zunächst deinen Bedarf ermitteln. Das ist der Förderbetrag, der dir maximal zusteht. Auf ihn wird möglicherweise anschließend noch Einkommen und Vermögen angerechnet. 

Für Studierende an Hochschulen, Akademien und Höheren Fachschulen liegt der BAföG-Höchstsatz derzeit bei 670 Euro. Ab dem 1. Oktober 2016 sind es 735 Euro. Für Auszubildende an anderen Ausbildungsstätten fallen die Höchstbeträge geringer aus. Näheres kannst du den Tabellen unten entnehmen.

Welche Tabelle für dich gilt, richtet sich nach der Art der Ausbildungsstätte, die du besuchst, und der dort absolvierten Ausbildung. Der konkrete Bedarfssatz wiederum hängt davon, ob du während der Ausbildung bei deinen Eltern wohnst oder nicht und ob du selbst beitragspflichtig kranken- und pflegeversichert bist oder nicht.

Folgende Bedarfsbestandteile begegnen dir in den Tabellen:

Grundbedarf (§§ 12, 13 BAföG)

Der Grundbedarf ist ein gesetzlich vorgegebener Betrag, für dessen Höhe die Art der Ausbildung und der Ausbildungsstätte maßgeblich ist. Bei bestimmten Schülergruppen ist im Grundbedarf außerdem ein Beitrag zu den Wohnkosten enthalten, ohne dass dies im Gesetz allerdings ausdrücklich erwähnt wird. Betroffen sind die Tabellen, in denen keine Wohnpauschale enthalten ist.

Wohnpauschale (§ 13 Abs. 2 u. Abs. 3a BAföG)

Die Wohnpauschale erhalten

  • Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien,
  • Schüler(innen) an Abendgymnasien und Kollegs sowie
  • Schüler(innen) in Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt.

Die Höhe der Wohnpauschale ist davon abhängig, ob die Auszubildenden während der Ausbildung bei ihren Eltern wohnen oder nicht.

Wohnst du zwar nicht mit deinen Eltern unter einem Dach, aber in einer Wohnung, die deinen Eltern zu mindestens 50 % gehört, wirst du genauso behandelt wie Auszubildende, die bei ihren Eltern wohnen.

Ergänzend noch folgender Hinweis: Bestimmte Studierenden- und Schülergruppen, deren anteilige angemessene Wohnkosten höher sind als die Wohnpauschale bzw. der im Grundbedarf enthaltene Beitrag zum Wohnen können ggf. einen Wohnkostenzuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB II beantragen. Für Studierende siehe dazu Hartz IV für Studierende.

Zuschlag zur Kranken- und Pflegeversicherung (§ 13a BAföG)

Ein Anspruch auf den Zuschlag zur Krankenversicherung (KV-Zuschlag) und Pflegeversicherung (PV-Zuschlag) besteht nur, wenn du nachweislich selbst beitragspflichtig versichert bist. Besteht dagegen eine Familienversicherung über deine Eltern, so ist der Tatbestand der eigenen beitragspflichtigen Versicherung nicht erfüllt.

Bedarfstabellen (§§ 12-13a BAföG)

Besuch einer Hochschule, Akademie oder Höheren Fachschule

(Die Beträge in Klammern gelten für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016)

Bedarfsbeträge für Wenn du bei den Eltern wohnst Wenn du nicht bei den Eltern wohnst
Grundbedarf 373 € (399 €) 373 € (399 €)
Wohnpauschale 49 € (52 €) 224 € (250 €)
KV-Zuschlag 62 € (71 €) 62 € (71 €)
PV-Zuschlag 11 € (15 €) 11 € (15 €)
Höchstbetrag 495 € (537 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

670 € (735 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

KV = Krankenversicherung, PV = Pflegeversicherung

Besuch einer Fachschule (die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt), eines Abendgymnasiums oder Kollegs

(Die Beträge in Klammern gelten für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016.)

Bedarfsbeträge für Wenn du bei den Eltern wohnst Wenn du nicht bei den Eltern wohnst
Grundbedarf 348 € (372 €) 348 € (372 €)
Wohnpauschale 49 € (52 €) 224 € (250 €)
KV-Zuschlag 62 € (71 €) 62 € (71 €)
PV-Zuschlag 11 € (15 €) 11 € (15 €)
Höchstbetrag 470 € (510 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

645 € (708 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

Besuch einer Berufsfachschule oder Fachschulklasse (die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt), sofern diese in einem mindestens zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln

(Die Beträge in Klammern gelten für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016.)

Bedarfsbeträge für Wenn du bei den Eltern wohnst Wenn du nicht bei den Eltern wohnst
Grundbedarf 216 € (231 €) 465 € (504 €)
KV-Zuschlag 62 € (71 €) 62 € (71 €)
PV-Zuschlag 11 € (15 €) 11 € (15 €)
Höchstbetrag 289 € (317 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

538 € (590 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

Besuch einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule, einer Berufsfachschule, einer Fach- oder Fachoberschulklasse (die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt)

Hier gilt die Besonderheit, dass du nur dann BAföG erhalten kannst, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnst. Zusätzlich muss eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Du bist oder warst verheiratet oder verpartnert und führst einen eigenen Haushalt.
  • Du lebst mit mindestens einem Kind zusammen und führst einen eigenen Haushalt.
  • Von der elterlichen Wohnung aus ist eine zumutbare Ausbildungsstätte nicht zu erreichen.

Erfüllst du einen der Aufzählungspunkte und scheitert die Voraussetzung „nicht bei den Eltern wohnend“ allein daran, dass die Wohnung, in der du lebst, zu mindestens 50 % deinen Eltern gehört, ist die vorige Tabelle und dort die Spalte „Wenn du bei den Eltern wohnst“ für dich einschlägig mit der Folge, dass der Bedarf geringer ausfällt.

(Die Beträge in Klammern gelten für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016.)

Bedarfsbeträge für Du wohnst nicht bei den Eltern
Grundbedarf 465 € (504 €)
KV-Zuschlag 62 € (71 €)
PV-Zuschlag 11 € (15 €)
Höchstbetrag 538 € (590 €)
Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

Besuch einer Fachoberschulklasse (die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt), einer Abendhauptschule, Berufsaufbauschule oder Abendrealschule

Zu den Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, gehören alle Klassen 12, in die Auszubildende aufgrund ihrer beruflichen Vorbildung ohne vorherigen Besuch der Klasse 11 aufgenommen werden.

(Die Beträge in Klammern gelten für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016.)

Bedarfsbeträge für Wenn du bei den Eltern wohnst Wenn du nicht bei den Eltern wohnst
Grundbedarf 391 € (418 €) 543 € (587 €)
KV-Zuschlag 62 € (71 €) 62 € (71 €)
PV-Zuschlag 11 € (15 €) 11 € (15 €)
Höchstbetrag 464 € (504 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

616 € (673 €)

Bist du nicht selbst beitragspflichtig versichert, verringert sich der Höchstbetrag für dich um den KV- und PV-Zuschlag.

Bedarf für Praktikanten (§ 14 BAföG)

Sofern ein Praktikum überhaupt förderungsfähig ist, richtet sich die Höhe des Bedarfs nach der Art der Ausbildungsstätte, die das Praktikum in ihren Ausbildungsbestimmungen vorschreibt. Es gelten also die Beträge der einschlägigen obigen Tabelle. Im Artikel BAföG bei Praktikum erfährst du Genaueres zur Förderung von Praktika.

Kinderbetreuungszuschlag (§ 14b BAföG)

Wenn du mit mindestens einem eigenen Kind unter 10 Jahren zusammenlebst, erhöht sich dein Bedarf um einen Kinderbetreuungszuschlag, den du allerdings gesondert beantragen musst. Er beträgt aktuell für das erste Kind 113 Euro und für jedes weitere Kind 85 Euro. Für Bewilligungszeiträume ab dem 1. August bzw. 1. Oktober 2016 gibt es für jedes Kind einheitlich 130 Euro.

Autorin: Nicola Pridik