BAföG für den Bachelor und den Master

Voraussetzungen

Aus § 7 Abs. 1 a BAföG ergibt sich die Förderungsfähigkeit eines Master-Studiums nach dem Erwerb eines Bachelor-Abschlusses. Unter welchen Voraussetzungen im Einzelnen eine BAföG-Förderung infrage kommt, ist im Folgenden dargestellt.

Mit der zum 01.10.2010 in Kraft getretenen BAföG Änderung wurde das Höchstalter für Master-Studiengänge auf das 35. Lebensjahr angehoben.

Voraussetzungen für die BAföG-Förderung

Die Gewährung von Ausbildungsförderung für ein Master-Studium wird an drei wesentliche Bedingungen geknüpft.

Bachelor Abschluss

§ 7 Abs. 1 a BAföG bestimmt ausdrücklich, dass die Förderung eines Master-Studiums mit Mitteln des BAföG nur möglich ist, wenn der Auszubildende zuvor einen Bachelor-Abschluss erlangt hat. Ein anderweitiger erster Hochschulabschluss, insbesondere ein Diplom, berechtigt folglich nicht zur Inanspruchnahme von BAföG-Leistungen für ein Master-Studium.

Master Studium

Das Gesetz verlangt keinen besonderen fachlichen Zusammenhang zwischen dem Bachelor und dem sich anschließenden Master-Studiengang. Es ist vielmehr ausreichend, dass für die Aufnahme eines Master-Studiums irgendein Bachelor-Abschluss erworben worden ist, wenn nur das Master-Studium selbst berufsqualifizierend ist und innerhalb einer bestimmten Zeit absolviert werden kann (Vollzeitstudium über zwei bis vier Semester).

Altersgrenze von 30 Jahren (bzw. 35 bei Master-Studiengängen)

Ausbildungsförderung wird nicht geleistet, wenn der Auszubildende bei Beginn des Bachelor Ausbildungsabschnitts, für den er Ausbildungsförderung beantragt, das 30.Lebensjahr vollendet hat, § 10 Abs. 3 BAföG. Für das Master-Studium liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren. Ausnahmen hiervon lässt das Gesetz nur unter engen Voraussetzungen zu, § 10 Abs. 3 BAföG. Ausnahmen gelten etwa, wenn der Auszubildende

  • aus persönlichen oder familiären Gründen, insbesondere der Erziehung von Kindern bis zu zehn Jahren, gehindert war, den Ausbildungsabschnitt rechtzeitig zu beginnen,
  • infolge einer einschneidenden Veränderung seiner persönlichen Verhältnisse bedürftig geworden ist und er noch keine Ausbildung, die nach dem BAföG gefördert werden kann, berufsqualifizierend abgeschlossen hat.

Zeit zwischen Bachelor und Master-Studium

Oft ist ein nahtloser Übergang in der Förderung zwischen dem Bachelor-Abschluss und dem Master-Studium nicht ohne weiteres möglich, weil zwischen den Prüfungsleistungen für den Bachelor und dem Beginn des neuen Ausbildungsgangs eine Zeitspanne von einigen Monaten liegt. Unter solchen Bedingungen hilft auch die Übergangsregelung des § 15 b Abs. 2 BAföG nicht weiter, wonach ein Zeitraum von nur einem Monat zwischen dem Ende eines Ausbildungsabschnittes und dem Beginn eines anderen unbeachtlich bleibt für den weiteren Bezug von Bafög-Leistungen.

Fachrichtungswechsel während des Master Studiums

Ein Fachrichtungswechsel aus wichtigem Grund im Sinne des § 7 Abs. 3 Satz 1 Nr.1 BAföG ist bei einem Master-Studiengang nicht möglich, wie aus der deutlichen gesetzlichen Anordnung in § 7 Abs. 1a BAföG folgt. Demgegenüber lässt die Regelung einen Fachrichtungswechsel beim Master Studium zu, wenn ein unabweisbarer Grund vorliegt. Ein unabweisbarer Grund gemäß § 7 Abs. 3 Satz 1 Nr.2 BAföG wird zum Beispiel anzunehmen sein, wenn das Studium der Chemie aufgrund einer erstmals aufgetretenen Allergie gegen bestimmte Substanzen nicht fortgesetzt werden kann und eine spätere Ausübung des angestrebten Berufes nicht möglich erscheint.

Nach der Verwaltungsvorschrift, die zu § 7 BAföG ergangen ist, liegt ein unabweisbarer Grund immer dann vor, wenn eine Wahl zwischen der Fortsetzung der bisherigen Ausbildung und ihrem Abbruch oder dem Wechsel aus der bisherigen Fachrichtung ausgeschlossen ist.

Studienabschlussförderung bei Bachelor und Master

Auch die Studienabschlusshilfe nach § 15 Abs. 3a BAföG wird den Absolventen von Bachelor und Master Studium zuzubilligen sein, wenn die besonderen Voraussetzungen der Bestimmung vorliegen.

Dass die Verwaltungsvorschrift zu § 15 Abs. 3a BAföG sich hierzu nicht verhält, ist nicht entscheidend, denn sie datiert noch immer vom 20.12.2001, so dass die in der Zwischenzeit ergangenen Gesetzesänderungen zum BAföG in ihr keine Entsprechung finden. Gerade die in den letzten Jahren erfolgte Anerkennung internationaler Abschlüsse und ihre weitgehende Gleichstellung mit nationalen Studienabschlüssen zeigen jedoch, dass die besondere Förderungswürdigkeit dieser Ausbildungsgänge außer Frage steht. Stellt § 7 Abs. 1 a BAföG das für die generelle Förderungsfähigkeit des Master-Studiums eindeutig klar, so kann aber nichts anderes gelten, wenn derartige Studiengänge in gleicher Weise an sonstigen Vergünstigungen des Ausbildungsförderungsrechts teilnehmen, wie dies auch für deutsche Ausbildungen der Fall ist. Deshalb muss die Studienabschlussförderung den Auszubildenden auch bei Bachelor und Master offen stehen.

Master-Studium im Ausland

Wie § 7 Abs. 1 a BAföG zu entnehmen ist, kommt eine Förderung des Master-Studiums im Ausland nur in einem Mitgliedstaat der EU oder der Schweiz infrage. Die Aufnahme des Studiums in einem Ausbildungsland außerhalb der EU fällt nicht in den Anwendungsbereich des § 7 Abs. 1 BAföG und ist demgemäß nicht nach dieser Vorschrift förderungsfähig. Wer also die besonderen Voraussetzungen einer BAföG-Förderung im Ausland im Sinne des § 5 BAföG erfüllt, kann das Master-Studium im EU-Ausland absolvieren und seine Finanzierung mit BAföG-Mitteln sicherstellen.

Besonderheiten bei der Darlehensrückzahlung

BAföG wird bei Bachelor und Master als gesetzlicher Regelfall gewährt, das heißt, dass die Leistung zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als Staatsdarlehen erbracht wird. Bei der späteren Rückzahlung des Darlehensanteils gelten die schon zuvor erläuterten Grundsätze, daneben aber einige Besonderheiten, die sich aus dem Umstand ergeben, dass Bachelor und Master aufeinander aufbauen. Wird im Anschluss an einen Bachelor-Abschluss ein Master-Studium absolviert, können sich daher unterschiedliche Rückzahlungszeitpunkte ergeben, so dass fünf Jahre nach Beendigung der Bachelor-Ausbildung zunächst der hierauf entfallende Darlehensanteil zur Rückzahlung fällig wird. Ebenso gesondert zu erfassen sind für beide Ausbildungsgänge mögliche Teilerlasse auf die Darlehensverbindlichkeit, die ihre Ursache in guten oder besonders zügigen Studienleistungen haben können. Solche Vergünstigungen sind für Bachelor und Master jeweils getrennt festzustellen und für jeden Ausbildungsgang einzeln in Ansatz zu bringen. Die Rückzahlungsobergrenze von 10.000-. Euro gilt auch hier, wobei die Verbindlichkeiten aus Bachelor- und Master-Studiengang zu addieren sind.

Möglichkeiten eines Bildungskredits

Scheidet ein unmittelbarer Anspruch auf BAföG-Leistungen nach § 7 Abs. 1 a BAföG aus, weil etwa die Altersgrenze von 30 bzw. 35 Jahren  überschritten ist, oder liegen die Voraussetzungen einer Studienabschlusshilfe nach §15 Abs. 3 a BAföG nicht vor, kommt die Aufnahme eines Bildungskredits in Betracht.

Eine Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen des Auszubildenden, seiner Eltern oder des Ehepartners findet nicht statt, die Bewilligung kommt bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres infrage. Die Förderung kann maximal 24 Monate betragen, die Summe ist verzinst zurückzuzahlen. Es sind allerdings auch kürzere Zeiträume der Förderung möglich, mindestens aber drei Monate. Zudem kann der Bildungskredit auch in Anspruch genommen werden, wenn zugleich BAföG bezogen wird, etwa zur Finanzierung eines durch die Ausbildung veranlassten außergewöhnlichen Aufwands.

In diesem Fall kann der Bildungskredit auch durch eine einmalige Abschlagszahlung geleistet werden, um es dem Auszubildenden beispielshalber zu ermöglichen, teure Arbeitsmaterialien oder einen Laptop anzuschaffen. Nach den maßgeblichen Förderbestimmungen zum Bildungskredit, die von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt worden sind, kann der Kredit namentlich auch gewährt werden bei einem Master-Studium. Ein Bachelor-Studiengang ist ebenso mittels Bildungskredits finanzierbar. Dabei genügt seit dem 01.04.2009 der Nachweis, dass der Auszubildende die üblichen Leistungen des ersten Ausbildungsjahres erbracht hat.