Mit einem neuen Projekt will das Amtsgericht Hannover gegen Schulschwänzer und deren Eltern vorgehen. Mit den geplanten drastischen Maßnahmen soll die Zahl der Schulschwänzer gesenkt werden.
Vielen Eltern scheint das Schulschwänzen eher harmlos und egal zu sein. Doch hat das Vergehen durchaus lebenslange Folgen: nach Studien haben Schulschwänzer ein höheres Risiko, straffällig oder drogensüchtig zu werden oder ihr Leben lang auf Hartz IV angewiesen zu sein. Diesem Risiko und der oftmals vorhandenen Gleichgültigkeit der Eltern will das Amtsgericht nun begegnen: besucht ein Kind mehr als 20 Tage unentschuldigt nicht die Schule und reagieren die Eltern trotz Wissen über die Schwänzerei nicht, kann ein Jugendrichter den Eltern das Sorgerecht in schulischen Angelegenheiten entziehen. Sind psychische Krankheiten der Grund für das schwänzen, kann auch das Sorgerecht hinsichtlich der Gesundheitsfürsorge entzogen werden.
Das Amtgericht Hannover bearbeiten je Monat durchschnittlich 200 Bußgeldverfahren wegen Schulschwänzen.
