Das Versprechen, den Bürgern bliebe auf Dauer mehr netto vom Brutto, hat die Bundesregierung offenbar ganz schnell vergessen. Um die Löcher bei den gesetzlichen Krankenkassen zu stopfen, müssen wieder einmal die Beitragszahler ran. Sie werden künftig deutlich mehr berappen müssen. Wie viel genau, lässt sich nur schwer vorhersagen: Die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung werden nicht länger gedeckelt.
Punkt eins auf der Liste der Änderungen: Die Beitragssatz steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberanteil liegt dann bei 7,3 Prozent und wird auf diesem Stand festgeschrieben. Zukünftige Erhöhungen gehen also komplett zu Lasten der Versicherten, deren Anteil bedingt durch den Sonderbeitrag von 0,9 Prozent bei 8,2 Prozent liegt. Wer aktuell 1.000 Euro brutto verdient, zahlt damit 82 Euro und nicht wie zuvor 79 Euro im Monat an die gesetzliche Krankenkasse.
Der zweite und wahrscheinlich schwerwiegendste Punkt: die Zusatzbeiträge. Sie durften bislang maximal ein Prozent des Einkommen ausmachen, im Höchstfall also 37,50 Euro (entsprechend der Beitragsbemessungsgrenze von 3.750 Euro). Zukünftig wird es diese Obergrenze nicht mehr geben und können die Krankenkassen frei über die Höhe des Zusatzbeitrages entscheiden. Ab zwei Prozent ist ein Sozialausgleich vorgesehen, der sich nach dem amtlichen Durchschnittswert für die Zusatzbeiträge orientiert. Getragen wird dieser Ausgleich wiederum von den Steuerzahlern. Also: nix mit mehr netto vom Brutto.
