Die Schätzungen zu den Privatinsolvenzen erwarten ein trauriges Rekordhoch für das Jahr 2010. Für das erste Quartal 2010 zählte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel, eines der führenden Unternehmen in Deutschland für Wirtschafts- und Bonitätsinformationen, 34.710 Privatinsolvenzen, und damit 13,84 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (2009: 30.491).
In der am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Studie rechnet Bürgel mit 140.000 Privatinsolvenzen für das gesamte Jahr 2010, und damit mit einem neuen Rekordjahr für die Verbraucherinsolvenzen. Besonders betroffen seien Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren, bei denen ein Anstieg um 72 Prozent zu verzeichnen ist. Im Vergleich zwischen Männern und Frauen liegen die Männer vorne, da statistisch gesehen 59,05 Prozent aller Anträge
Im Bundesdurchschnitt liegt im ersten Quartal dieses Jahres die Anzahl der Anträge bei 42 je 100.000 Einwohner. Diesen übersteigt der Spitzenreiter, Bremen, um nahezu das doppelte und kommt auf 83 Anträge je 100.000 Einwohner. Die wenigsten Anträge, mit 32/100.000, konnte der Freistaat Bayern (Anstieg um 11,26 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und Thüringen (Anstieg um 46,54 Prozent zum Vorjahreszeitraum) verzeichnen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 34 (Anstieg um 13,41 Prozent zum Vorjahreszeitraum).
Auch der Anstieg zum Vorjahreszeitraum ist insgesamt als dramatisch zu bezeichnen. 15 von 16 Bundesländern haben sich verschlechtert. Lediglich Schleswig-Holstein konnte einen Rückgang der Anträge um 2,93 Prozent verzeichnen. Besonders Thüringen sticht mit einem Anstieg von 46,54 Prozent hervor und übersteigt den Bundesdurchschnitt um ein Vielfaches.
