Eine aufgebrachte Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Studierende, die mehr erwartet hätten: Die Bologna-Konferenz in Berlin verlief vielleicht nicht ganz so rund wie erhofft. Immerhin steht die Ankündigung des Qualitätspaketes über zwei Milliarden Euro im Raum, um mehr Personal finanzieren und damit eine bessere Betreuung realisieren zu können. Für die Rektoren ein Anfang, für die Studierenden zu wenig.
Recht machen kann man es ohnehin nicht jedem. Das bewiesen eindrucksvoll linke Studierende von der „Aktion Bildungsstreik“. Sie sorgten für einen Eklat, der dazu führte, dass die Ministerin im wahrsten Sinne des Wortes vor Wurt schäumte und sich über den Mund wischen musste. „Ich nehme Sie ernst, dann erwarte ich auch, dass Sie uns ernst nehmen“ rief sie in den Saal. Die Enttäuschung war ihr anzusehen und ist verständlich: Sie hatte sich bemüht, alle Gruppen quer durch die Parteienlandschaft an der Konferenz teilhaben zu lassen.
Stolz ist Annette Schavan auf das Qualitätspaket, das es in diesem (finanziellen) Ausmaß noch nicht gab. Eine konkrete Lösung, wie das Problem von zu wenigen Dozenten für zu viele Studenten gelöst werden kann, steht allerdings nach wie vor aus. Es ist Sache der Länder, an den Verteilungsschlüsseln zu feilen. Sie setzen hierbei auf ein wenig Geduld, schließlich müssen auch die Strukturvorgaben vom Februar umgesetzt werden. Hierbei geht es vornehmlich um mehr Flexibilität bei der Studiendauer des Bachelor. Ein Master für alle, wie von den linken Studierenden gefordert, wird es allerdings nicht geben. Regelabschluss bleibt der Bachelor als berufsorientierte Ausbildung.
