Dass „ewige Studenten“ später weit weniger Chancen auf einen gut bezahlten Job haben als Studierende, die zügig zum Abschluss kommen, ist bekannt. Doch was ist mit jungen Absolventen, die nur vergleichsweise kurz an der Uni waren und einen Bachelor in der Tasche haben? Befürchtungen, dass es sich um ein Studium zweiter Klasse handeln könnte, erweisen sich mittlerweile als völlig unbegründet.
Knapp drei Jahre dauert ein Bachelorstudium. Damit starten die Studierenden weitaus jünger ins Berufsleben als es mit den klassischen Abschlüssen der Fall war. Genau darin sehen Experten einen der entscheidenden Vorteile. Zum einen könne man stolz darauf sein, bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche zu haben. Zum anderen ist es für Unternehmen ein Grund, erst einmal ein geringeres Gehalt zu zahlen. Dass dem auch so ist, zeigen erste Statistiken. Der Lohn fällt 15 bis 20 Prozent niedriger aus. Dafür können die Firmen die Bewerber, so Kolja Briedis von der Hochschul-Informationssystem GmbH (HIS), „zielgerichtet in einem Bereich weiterentwickeln“. Sie seien jung, damit flexibel und formbar.
Die Jobchancen stehen jedenfalls nicht schlecht. Ob nun Diplom, Magister oder Bachelor: Ersten Erhebungen zufolge dauert die Stellensuche im Schnitt drei Monate. Wer mit Pfunden wie einem praxisnahem Studium, Praktika und damit einer gewissen Berufserfahrung wuchern kann und sich zudem in der Freizeit engagiert, hat beste „Verkaufsargumente“ für sich in der Tasche. Hinzu kommt: Mit dem Bachelor stehen auch später noch alle Wege offen, zum Beispiel das Masterstudium.

Meiner Meinung nach ist die Einführung eines solchen Abschlusses ein fataler Fehler gewesen. Nun wird alles schön geredet. Leider bin ich selbst Bachelor-Student und erfahre von Tag zu Tag mehr Nachteile. Zeitdruck, keine Möglichkeiten, sich das Studium nicht einteilen zu können, Fristen, die nicht zu schaffen sind, weil Kurse schlicht und einfach von der Hochschule/Uni nicht angeboten werden und ein Versagen bei der Organisation Seitens Uni. Wie aber auch, soll das ganze von Statten gehen? Da wird ein Abschluss durchgedrückt und keiner hat Ahnung davon. Vergleichbar mit einem Bachelor aus USA ist der deutsche zumindest nicht. Weiter gehts beim Gehalt. Wir hatten eine Präsentation von einer mittelgroßen Phamafirma an der Uni, in der gesagt wurde, dass bei ihnen ein Bachelor ein Einstiegsgehalt wie ein Geselle bekommt. Wieso soll ich mir dann so viel Stress im Studium machen? Ob dieser Zeitdruck, ein Studium in 3 Jahren durchzudrücken Sinn macht, bezweifel ich. Und ob dadurch die Abbrecherzahlen gesenkt werden, bezweifel ich ebenfalls. Ich habe bereits auf Grund von den neuen Regelungen ein Studium abgebrochen und versuche nun mein GLÜCK in einem neuen. Zeit für Arbeiten gibt es kaum. Wenn ja, macht sich jeder Euro auf dem Konto gleich bei den Noten bemerkbar.
Alles in Allem habe ich das Gefühl, der Bachelor hat den gleichen Stoffumfang in kürzerer Zeit, man hat viel mehr Stress, die Prüfungen zu bestehen (nicht beliebig oft wiederholbar wie beim Diplom) und der Abschluss wird später nicht halb so gut angesehen wie ein Diplomabschluss.
Und wie gütig die Hochschule war, an der ich studiere, sie hat nun den neumodernen englischen Titel ‘Bachelor of science’ um den Titel Ingenieur erweitert! Wie gütig!
Aber ob mir das irgendetwas erleichtert, wage ich zu bezweifeln. Denn das in der Welt bekannte Diplom werde ich leider nie erhalten können.
Wieso muss alles gleich sein?
Wie langweilig wäre es denn, wenn alle Häuser gleich aussehen würden?
Die Studenten sind die Leidtragenden.
Es sollten sich mal die Verantwortlichen in die Situation eines Studenten begeben und sehen, wies wirklich aussieht.
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Alex