Anstelle des von der Bundesregierung erarbeiteten Stipendien-Systems setzt die SPD-Fraktion auf bessere Rahmenbedingungen beim BAföG. Sie fordert im Antrag 17/884 die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz auszuweiten, um so dem „hochselektiven Bildungssystem“ der Bundesrepublik entgegenzuwirken.
Daher plädieren die Sozialdemokraten vor allem für eine Anhebung der Altersgrenze. Lag sie bislang bei 30 Jahren, soll zukünftig bis zum 35. Lebensjahr, bei Master-Studiengängen sogar bis zum Alter von 40 Jahren BAföG bezogen werden können. Die Förderhöchstdauer müsse gleichzeitig um zwei Semester verlängert werden. Sie entspricht momentan noch der Regelstudienzeit. Darüber hinaus fordert die SPD die Möglichkeit, für zwei weitere Semester ein unverzinsliches Darlehen zu beantragen. Möglich ist ein Kredit schon jetzt, allerdings nur verzinst. Berücksichtigt werden müsse bei der Bezugsdauer zudem, ob jemand Angehörige pflege oder Kinder erziehe.
Erfreut zeigt sich die SPD darüber, dass 2009 mehr finanzielle Mittel für das BAföG bereitgestellt wurden, insgesamt 1,433 Milliarden Euro. Davon profitieren derzeit rund 330.000 Studierende und 192.100 Schülern. Sie erhalten im Schnitt 398 bzw. 321 Euro im Monat, so der 18. BAföG-Bericht.

Hallo,
ich finde den Beitrag super und dieses Gesetz sollte schnellstmöglich geändert werden, da ich mich als über “30ige” mit Kind bis aufs äußerste diskriminiert fühle. (hab bereits jahrelang in Steuerkassen eingezahlt und noch nie Bafög bekommen)
Ich bin 31 Jahre alt und studiere im 2. Semester Soziale Arbeit, da ich in meinem Beruf keine Arbeit bekommen hab und nicht tatenlos zu haus sitzen möchte. Ich bekomme kein Bafög und keine anderen Sozialleistungen, da ich in einer Partnerschaft lebe. Lediglich der Hortbeitrag für die Betreuung meiner Tochter wird vom Jugendamt übernommen. Ich habe einen Partner, der jedoch nicht Vater meines Kindes und demnach auch nicht unterhaltsverpflichtet ist. Ich lebe nun mit meiner Tochter von 150 Euro Unterhalt und ihrem Kindergeld. Davon muss ich jeden Monat für uns beide 140 Euro KV zahlen, Fahrtkosten zur Uni, Unfallversicherung, Essengeld in der Schule, täglicher Bedarf u.v. weitere Kosten machen mir das studieren fast unmöglich. Da die Uni ca. 70 km entfernt liegt, mein Kind betreut werden muss und ich auch noch Zeit zum Lernen brauch, ist es mir auch nicht mögl. nebenher zu arbeiten. Da das Geld keinen Monat reicht, sind meine Ersparnisse bald aufgebraucht und ich werde das Studium abbrechen müssen. Ich finde die Gesetze sehr ungerecht und bin sehr verzweifelt in meiner momentanen Lage. Ich möchte nicht zu lasten der Steuerzahler arbeitslos zu haus sitzen, und habe deshalb den Weg des Studiums gewählt, nicht zuletzt auch weil die Regierung immer von “lebenslanger Bildung ist wichtig” spricht. Bitte bleiben Sie weiterhin so energisch an dem Thema dran, denn ein Studium darf nun wirklich nicht am Alter und den finanziellen Engpässen scheitern!