Immer mehr Studierende werden psychologisch betreut

Stress, Geldnot und die Angst, zu versagen: Für manche Studentin und manchen Studenten wird das auf Dauer zu viel. Sie fühlen sich ausgebrannt, sind frustriert und leiden immer öfter unter Depressionen. Wie sich das auswirkt, belegen die Daten des Deutschen Studentenwerks (DWS). Demnach stieg die Zahl der psychologischen Beratungsgespräche rapide an.

Über 80.000 Studierende nutzten 2008 die Gelegenheit, sich den Frust von der Seele zu reden. Das entspricht einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2007 zählte das DWS knapp 66.000 solcher Gespräche. Für eine psychologische Beratung entschieden sich über 23.000 Studierende, ebenfalls deutlich mehr als 2007. Damals waren es 21.676. Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks, sieht einen Grund für die Zunahme in der Bologna-Reform und bezeichnet den Bachelor schlichtweg als „Stress“, weil mit dem Druck auch die Angst zunehme.

Abgesehen von Prüfungsangst, Arbeits- und Lernstörungen sowie depressiven Verstimmungen, plagen viele Studierende zusätzlich finanzielle Sorgen. Das führte dazu, dass auch die Zahl der Sozialberatungen stieg, um 27 Prozent. Immerhin 71.665 (vorher 56.460) nahmen dieses Angebot wahr. Häufigster Grund war das Thema Jobben. Laut Stefan Grob lässt der Bachelor-Studiengang dazu kaum noch Zeit. Trotzdem: Zwei Drittel der Studierenden gehen arbeiten. Für ein Drittel ist der Nebenjob unabdingbar. Ein weiterer Aspekt, der bei den Sozialberatungen immer wichtiger wird: Wie können Alleinerziehende Studium und Kind unter einen Hut bekommen?

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