Die Bachelor-Studiengänge erhalten einen neuen Anstrich: Am Donnerstag haben sich die Ländervertreter im Rahmen der Kultusministerkonferenz zu leichten Korrekturen am bestehenden und heftig kritisierten System durchringen können. Die Stofffülle soll ebenso wie die Zahl der Prüfungen begrenzt und ein Wechsel der Hochschule erleichtert werden. Es ist ein Anfang, geht aber längst nicht so weit wie im Rahmen der Studentenproteste gefordert wurde, zum Beispiel ein achtsemestriger Bachelor.
Statt eines grundlegenden Kurswechsels sprechen die Kultusminister von einer Korrektur von Fehlentwicklung. Ziel sei es, den Bachelor studierbarer zu machen. Das heißt in erster Linie, die Arbeitsbelastung wird von derzeit durchschnittlich 30 Stunden etwas flexibler gestaltet, mit 25 bis 30 Stunden. Nicht neu, weil schon im Oktober eine Einigung erzielt werden konnte, ist der Beschluss, weniger Prüfungen zu verlangen. Je Modul – einer Lehreinheit – ist nur noch eine Prüfung vorgesehen. Am Master-Studiengang und den Zugangsbeschränkungen, die von den Universitäten nach eigenem Ermessen festgelegt werden können, ändert sich nichts.
Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch (CDU) und die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, zeigten sich mit den Entscheidungen, die sie als Reaktion auf die Kritikpunkte der Studierenden bezeichneten, zufrieden. Insgesamt wird das Paket als Erfolg betrachtet. CDU/CSU begrüßten die Korrekturen. Für die SPD forderte Vorstandsmitglied Hannelore Kraft, einen Bologna-TÜV, damit Missstände erkannt und behoben werden können.
