Das Betreuungsgeld hat es in sich. Vor allem auf politischer Ebene findet das Gezerre um die 150 Euro kein Ende. Vorgesehen ist der Betrag für Eltern, die Kinder unter drei Jahren zu Hause betreuen. Gutschein oder Bargeld lautet die vordergründige Frage zur Leistung, die ab 2013 gezahlt werden soll. Das Deutsche Kinderhilfswerk beleuchtete das Thema Betreuungsgeld jetzt von einer ganz anderen Seite und sagt: alles Schmarrn.
Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, findet für die Idee des Betreuungsgeldes klare Worte: “Einerseits die frühkindliche Bildung auszubauen und andererseits Eltern mit 150 Euro pro Kind zu überreden, diese nicht in Anspruch zu nehmen, ist idiotisch.” Stattdessen wäre es sinnvoller, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen. Der Bundesrepublik wirft Thomas Krüger zudem vor, die Rechte der Kinder auf Bildung und Förderung zu verletzen.
Ganz so weit geht der Familienbund der Katholiken nicht. Die Präsidentin, Elisabeth Bußmann, befürwortet vielmehr ein Betreuungsgeld, allerdings unter anderen Vorzeichen: “Wir brauchen eine Anschlussleistung an das Elterngeld, das allen Eltern gezahlt wird.” Das heißt, alle Väter und Mütter müssten eine Grundleistung erhalten, ob die Kinder nun zu Hause erzogen werden oder in einer Kindertagesstätte. Gutscheine lehnt der Familienbund deshalb grundlegend ab. Sie seien diffamierend und unterstellten, dass Familien nicht mit Geld umgehen könnten. “Die Familien sind diejenigen in unserer Gesellschaft, die mit den knappsten Mitteln wirtschaften müssen”, so Elisabeth Bußmann.
