Das Thema Betreuungsgeld wird Schwarz-Gelb wohl noch längere Zeit beschäftigen, obgleich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wochenende ein recht klares Statement abgegeben hat. Hintergrund ist der Streit darüber, ob das Betreuungsgeld in bar oder doch lieber in Form von Gutscheinen ausgezahlt werden soll. Angela Merkel spricht sich für die Barzahlung aus: “Wenn wir diese Diskussion anfangen, dass man Familien eigentlich nicht mehr zutrauen kann, dass wenn sie Geld in die Hand bekommen, sie was Vernünftiges damit machen, wenn das der Standardfall der Republik wird, dann tun wir wieder etwas, was mit meinem Menschenbild nichts zu tun hat.“
Wie die Bundeskanzlerin hatten auch führende Vertreter der CSU am Wochenende unterstrichen, dass die 150 Euro cash ausgezahlt werden müssen, wenn Kinder zu Hause betreut werden. Statt Familien zu gängeln und ihnen Misstrauen entgegenzubringen verdienten sie Unterstützung bei der Erziehung, sagte zum Beispiel CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Ins gleiche Horn stößt Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer. Die Mehrheit der Eltern kümmere sich vorbildlich um die Kinder. Mit der unsinnigen Gutscheinidee würde nur ein Keil zwischen junge Familien getrieben.
Für FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger gilt das, was im Koalitionsvertrag steht – und dort seien Gutscheine ausdrücklich als Möglichkeit erwähnt. “Wir sind der Auffassung, dass das Gutscheinmodell der bessere Weg wäre, weil es sozial gerechter und vor allem treffsicherer ist”, erklärte sie. Ursula von der Leyen, deren Ministerium zuständig ist, ließ einen Sprecher mitteilen, dass man auch darauf achten müsse, Kindern, die von der Betreuung in einer Kita profitieren würden, diese Chance auf frühe Bildung nicht zu nehmen. Noch seien drei Jahre Zeit, eine Lösung zu finden.
