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Kindergeld und Freibetrag: Von den Neuerungen profitieren vor allem gut situierte Familien

8,4 Milliarden Euro: Um diesen Betrag sollen Familien und Unternehmen von nun an jährlich entlastet werden. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz macht es möglich, erntet in vielen Punkten allerdings auch berechtigte Kritik. Denn gerade mit dem Kindergeld, das um 20 Euro angehoben wird, und dem höheren Kinderfreibetrag schießt Schwarz-Gelb am Ziel vorbei – wenngleich alleine diese Maßnahmen bereits 4,5 Milliarden Euro kosten.

Der größte Vorwurf, den viele der Regierung machen, lautet dahingehend, dass sie hauptsächlich Familien unterstütze, die schon von Hause aus nicht jeden Cent umdrehen müssten. Diejenigen, die nur wenig zum Leben haben, profitierten hingegen nur minimal davon, dass sie einen höheren Kinderfreibetrag geltend machen können. Das Karl-Bräuer-Institut des Steuerzahlerbundes hat dazu eine einfache Rechnung aufgestellt: Dank des neuen Freibetrages in Höhe von 7.008 Euro pro Kind (vorher waren es 6.024 Euro) hat ein Doppelverdiener-Ehepaar mit zwei Kindern und einem Bruttogehalt von 8.000 Euro jeden Monat 204 Euro mehr im Portmonee. Davon können Familien mit einem Einkommen von 1.600 bis 4.000 Euro nur träumen. Ihnen bleibt pro Monat ein Plus von 40 bis 76 Euro netto, berücksichtigt man, dass auch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge angerechnet werden dürfen.

Das Kindergeld kann diese Ungerechtigkeit nicht wett machen. 20 Euro sind zwar viel Geld, erlauben aber keine wirklich großen Sprünge. Da ist es nur verständlich, dass viele sich eher ein deutlicheres Zeichen beim Kindergeld gewünscht hätten und dafür mit einer moderateren Anhebung des Steuer-Freibetrages zufrieden gewesen wären.

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10 Kommentare zu "Kindergeld und Freibetrag: Von den Neuerungen profitieren vor allem gut situierte Familien"

  1. Ludwig

    Fakt ist doch, dass eine Entastung stattfindet. Die “geringer” Verdienenden profitieren vom Kindergeld und die “besser” Verdienenden profitieren vom Kinderfreibetrag. Profitieren tun also irgendwie alle, nur in unterschiedlicher Höhe. Zu beachten sei auch, dass eine Familie, die ein Bruttoeinkommen von 4000 euro einen deutlichen niedrigeren Steuersatz hat als eine Familie mit 8000 euro Bruttoeinkommen. Das ist doch genau das, was die Regierung erreichen wollte: eine Entlastung. Damit ist dieses Werk ja auch vollbracht, es lässt sich halt nur über die Gerechtigkeit in der Entlastung streiten.

  2. arme Frau

    ja, es ist zwar von einer entlastung zu sprechen, von einer spürbaren entlastung sind wir aber noch sehr weit entfernt. da wo das geld ankommen soll kommt es nicht an und ich rede hier nicht von gehältern jenseits der 2000 grenze. für empfänger von alg ist dieses vorhaben eine nullrunde, wie schon sooft. diese haben nichts vom kinderfreibetrag und die kindergelderhöhung wird postwendend auf die leistungen angerechnet

  3. R.Schmidt

    Die Erhöhung des Kindergeldes ist wünschenswert und völlig in Ordnung. Es wird alles teurer und die Kinder benötigen ja sehr oft neue Bekleídung bzw Materialien für die Schule. Aktivitäten der Kinder außerhalb der Familie, Kita, Schule müssen in einem gewissen Rahmen finanzierbar sein, aber schon da gehen die meisten “baden”. Die Ernährung ist auch so eine Sache, bei vielen ärmeren Familien gibts meist die obligatorischen “Nudeln mit Ketchup”, für Obst oder vielfältigere Lebensmittel langts nicht. Das kommt später natürlich auf die Krankenkassen zu, die Leistungsfähigkeit beim Lernen ist nicht gegeben, die Kinder stumpfen ab.
    Natürlich muß aber sowas auch gerecht zugehen.

    bei einer Erhöhung auf 200 Euro / Monat z.B.

    Familie – beide in Arbeit – 2 Kinder = 72 Euro monatlich mehr
    Familie – Hartz 4 – 2 Kinder = 0 Euro, da angerechnet wird

    Jede Familie, ob in Arbeit oder Hartz 4 Bezieher sollten eine Erhöhung bekommen, nur muss endlich klargestellt werden, das auch beide Varianten etwas davon haben !

    Es ist in keinster Weise sozial das das Kindergeld bei den Einen ankommt und genutzt werden kann, bei Hartz 4 Familien aber sofort wieder abgezogen wird, bei denen die es genauso nötig haben. Das wäre wie wenn der Chef kommt und sagt ” Aha Herr Meier, Sie bekommen also Kindergeld, na dann will ich Ihnen das mal vom Lohn abziehen.”

    • Arbeiter M.

      Im Gegensatz zu Hartz 4 Empfängern arbeitet Herr Meier aber für sein Geld und bekommt es nicht umsonst … Wer nichts oder nur wenig einzahlt in die so schon leeren Kassen kann nicht auf Geschenke hoffen.
      …ein Sportler verdient Millionen aber ich mache doch auch Sport ;-)

      • Lilly

        und was ist mit den Hartz 4 Empfängern die arbeiten gehen, alleinerziehend sind und nur einen Aufstockungsbetrag bekommen weil der getrennt lebende Partner keinen Kindesunterhalt zahlt ?? Würde man Unterhalt bekommen dann kein Hartz 4 und auch mehr Kindergeld, da aber kein Unterhalt und dadurch Hartz 4 auch kein Cent mehr Kindergeld – da es angerechnet wird. Wo ist da die Gerechtigkeit ?? Nicht alle Hartz4 Empfänger sind faul !!!

      • Sigrid

        Sehr geehrter Herr Arbeiter M. Ich kann nur hoffen,dass Sie bis zum Renteneintrittsalter immer regelmäßig in die schon “leeren Kassen” einzahlen werden. Und immer daran denken:Hochmut kommt vor dem Fall,in Ihrem speziellen Fall: Es wäre zu wünschen,dass Sie Ihre Arbeit behalten, sonst sieht man sich ja vielleicht bei der Bundesagentur oder so.

      • R.Schmidt

        Werter Arbeiter M.,
        das die Kassen leer sind geht nicht auf das Konto von ALG II, sondern doch wohl eher auf die Misswirtschaft der Politiker.
        Ihre Meinung, das die ALG II Bezieher das ja umsonst bekommen, zeigt nur Ihre negative Einstellung gegen solche “Subjekte”. Da kommt wohl langsam bei manchen Arbeitenden (das sind DIE, die Arbeit haben, aber keine Lust) “Neid” auf. Oooo die Hartz 4 Bratzen kriegens umsonst und ich MUSS arbeiten. Jammer, jammer.
        Wenn Sie schon mal von diesen “geschenkten” Bezügen gelebt haben, würden Sie wissen – Zuckerschlecken iss nicht. Das ist kein Spass, das ist existenzbedrohend. Sie sind sofort “Bürger 2. Klasse”.
        Wenn die Politik nicht in der Lage ist, in der Wirtschaft für mehr Jobs zu sorgen, kann ein ALG II Empfänger hoch und runter springen wie er will. Es gibt in jeder Stadt genügen Arbeit, nur will sie keiner bezahlen!
        Ich persönlich habe 30 Jahre gearbeitet, Umschulung und Weiterbildung absolviert, mittlerweile in 4 Berufen tätig gewesen. Alle selbst organisiert. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht stapelweise Bewerbungen versende.
        Soll ich mir da beschenkt vorkommen. NEIN. Ich hab genügend in die Kasse eingezahlt.
        Und, werter Arbeiter M., hier gehts nicht um “Taschen füllen”, hier geht es um KINDER! Sind die “Balgen” von ALG II Empfänger weniger wert als die “KINDERLEIN” derjenigen, die (im Moment noch) Arbeit haben?

      • Marie

        Hallo – auch Geringverdiener, welche für Ihr Geld arbeiten gehen ( alleinerziehende Mutter mit Halbtags-Stelle), jedoch auf Zuschüsse von hartz IV angewiesen sind, da es sonst garnicht reicht, haben nichts von der Kindergelderhöhung, da diese wie erwähnt, abgezogen wird vom Zuschuss. Diese Leute sind doch am übelsten dran, reissen sich zeitlich u. organisatorisch den Arsch auf, haben Fahrtkosten und Krippenkosten, damit sie 900,- € selbst verdienen dürfen, um dann jeglichen Zuschuss wieder abgezogen zu bekommen ! Hier muss dringend was gemacht werden, eine Erhöhung des Freibetrages für Geringverdiener wäre mehr als fair, berechtigt u. nötig.

  4. hans

    Hallo, sehr interessantes Thema ,das Kindergeld und seine Erhöhung.
    Wenn das alles so zu triff, dann sollten wir eine Interessengemeinschaft gründen. Wir sollten das System umstellen, 40€ für H4 und ab gestaffelt nach Einkommen bis NULL!

    Wie können wir das erreichen ?

  5. Die Arbeitnehmer werden durch miese Propagandisten von Wirtschaft und Politik gegen die Arbeitslosen, besonders gegen Langzeitarbeitslose, aufgehetzt. Das entspricht genau den Vorstellungen unserer Politik. Vor allem, es lenkt die Bevölkerung von den wirklichen Ursachen der katastrophalen Verhältnisse ab.

    AlgII-Empfänger sind nicht an den desaströsen Finanzverhältnissen Deutschlands schuld. Korruption und Vetternwirtschaft zugunsten der Finanz- und Realwirtschaft, fortgesetzter Lobbyismus aus diesen Bereichen, all das sind die wahren Ursachen dafür. Wir haben keine Regierung, sondern eine, die eher einer Bedienung im Bordell gleicht: Nur, hier heißt der Freier “Vertreter der Wirtschaftsinteressen.”

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