Die Zahl der überschuldeten Haushalte in der Bundesrepublik ist leicht zurückgegangen. Laut “Schuldenatlas 2009″ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sank die Schuldnerquote von 10,11 auf 9,09 Prozent. Dazu beigetragen haben vor allem der stabile Arbeitsmarkt und die gesunkenen Energiepreise. Insgesamt sind derzeit 6,19 Millionen Menschen ab 18 Jahren überschuldet oder haben nachhaltige Zahlungsschwierigkeiten.
Dass die Zahl derer, denen die Schulden über den Kopf wachsen, nicht weiter gestiegen ist, sei in erster Linie der Kurzarbeit zu verdanken, sagt Creditreform-Vorstand Helmut Rödl. Dadurch sei der deutsche Arbeitsmarkt vor dem Absturz bewahrt worden. Der positive Trend wird seiner Ansicht nach allerdings nur kurz anhalten. Schon im kommenden Jahr sieht er einen erneuten Anstieg. Erwartet werden 2010 rund 6,5 Millionen überschuldete Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, laufende Verpflichtungen und Kredite zu bezahlen.
Besonders betroffen – und damit die Sorgenkinder – sind Jugendliche im Alter von 18 bis 20 Jahren. Ihr Anteil an der Schuldnerquote stieg in den vergangenen Jahren rapide an. Von 2004 bis 2009 schnellte die Zahl junger Menschen mit Überschuldung von 75.000 auf 128.000. Männer sind dabei deutlich öfter betroffen als Frauen. Im Schnitt betragen die Verbindlichkeiten 36.900 Euro. Feststellen lasse sich ein klares Nord-Süd-Gefälle, wohingegen Ost und West sich langsam angleichen. Die höchste Schuldnerquote hat Wuppertal. Hier sind 17,9 Prozent der Einwohner überschuldet.
Hilfe bei Überschuldung: das Verfahren der Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenzverfahren)
