Das geplante Stipendien-Programm der Bundesregierung enthält noch viele Unbekannte. 360 Millionen Euro sollen vom Staat, sprich Bund und Ländern, übernommen werden. Befürchtungen, dass das BAföG darunter leiden könnte, hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan zwar erst kürzlich als vollkommen unbegründet bezeichnet. Zweifel bleiben aber. Vor allem die Unions-Kultusminister und die SPD-geführten Länder sind skeptisch. Dabei wäre es fatal, am BAföG zu sparen, wie Hochschulforscher Andrä Wolter im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erklärt.
Die Begabtenförderung komme zwar durchaus auch Studierenden aus bildungsfernen Familien zugute. Die Stipendien alleine reichten aber bei Weitem nicht aus, um die derzeitige soziale Schieflage in der Bildung zu korrigieren und für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. BAföG bleibe das wichtige Instrument, um Abiturienten zu fördern, die aus finanziellen Gründen keine oder nur eine geringe Chance hätten, eine Hochschule zu besuchen. Das Ziel müsse lauten, zunehmend Studienanfänger aus sozial schwachen Familien zu gewinnen. Jetzt am BAföG zu sparen oder Einschränkungen vorzunehmen, um die Koalitionspläne realisieren zu können, wäre der falsche Weg.
Wie wichtig BAföG ist, belegen auch die Zahlen, die jetzt aus Rheinland-Pfalz gemeldet werden. Immerhin 23,6 Prozent aller Studierenden in dem Bundesland bekamen im vergangenen Jahr Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Seit 2007 stieg die Quote um 0,9 Prozent. Im Jahr 2000 lag der Anteil der Studierenden, die BAföG bezogen, bei 14,4 Prozent.

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