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Kindergelderhöhung ist aus Sicht von Wirtschaftsexperten der falsche Weg

200 Euro Kindergeld waren im Gespräch und sollten vor allem Familien entlasten. Jetzt schießt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft aus Köln gegen den Vorschlag. Statt mehr Geld in Familien zu investieren, fordern die Wirtschaftsexperten, die Regierung möge sich endlich um Steuererleichterungen bemühen. Ansonsten drohe Deutschland die „Japanische Krankheit“ mit einer anhaltenden Flaute und Depression, warnt der Direktor des Institutes, Michael Hüther.

Er und seine Kollegen halten es für wichtiger, die kalte Progression aus dem Weg zu räumen. Sie sei verantwortlich dafür, dass jede Lohnsteigerung gleich durch höhere Steuertarife im Keim erstickt werde. Kurzfristig soll dazu die Besteuerung ertragsunabhängiger Elemente bei Unternehmen abgeschafft werden. Auf lange Sicht sollen zudem die Einkommensteuertarife geglättet werden, in zwei Schritten in den Jahren 2011 und 2012. Insgesamt würden damit Steuererleichterungen von 22 Milliarden Euro erreicht, die bis Mitte des Jahrzehnts für Wachstumseffekte sorgen könnten.

Ein höheres Kindergeld zu zahlen oder höhere Grundfreibeträge einzuräumen, sieht das Institut der deutschen Wirtschaft als falschen Weg. Michael Hüther nimmt in dem Punkt auch kein Blatt vor den Mund: „Was ich im Moment für absolut nicht notwendig halte, ist eine Entlastung für Familien. Dafür gibt es keinen Bedarf.“ Diese Maßnahmen würden nur auf kurze Sicht Konsumanreize bieten. Nötig seien aber langfristige Investitionsanreize. Einsparpotential sieht er dazu auch bei den Sozialsystemen, die effizienter gestaltet werden müssten. Darüber hinaus sei es erforderlich, an der Rente mit 67 festzuhalten.

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6 Kommentare zu "Kindergelderhöhung ist aus Sicht von Wirtschaftsexperten der falsche Weg"

  1. Tanja Dorion-Molignini

    Über so ein Bericht kann man sich aufregen. Was wollen die Wirtschaftsexperten und die Politiker eigentlich?
    Auf der einen Seite werden angebliche Wahlversprechen nicht einhalten, dann muß man noch lesen es sei nicht notwendig, die Familien weiter zu entlasten?
    Da muß man sich nicht wundern, wenn in Deutschland immer weniger Familien gründen wollen.
    Da bleibt nur zu sagen,daß in dieser Hinsicht andere Europäische Länder Deutschland weit vorraus sind.

    • Karl Mogl

      Das ist der – leider – übliche Zynismus der “Besserverdienenden”. Mit einem NETTO(!)-Verdienst von vielleicht 10.000 (oder mehr) kann sich Herr Hüther leicht gegen eine Erhöhung des Kindergeldes aussprechen (wenn er denn selbst überhaupt Kinder hat). Für wen oder was soll die Wirtschaft LANGFRISTIG Investieren, wenn dann die Fachkräfte und Käufer/Konsumenten fehlen? Nur weiter so, Herr Hüther!

  2. Stephan L.

    Das sind wirkliche Witschaftsexperten!? Genug Geld in der Tasche, keine Kinder haben und sich das Maul zerreissen über Familien wie z.B. Hartz4 Empfänger die Kinder haben und derren Kindergeld eh schon vom Regelsatzes abgezogen wird, das es nicht nötig sei entlastungen für Familien zu bringen. Neeeeein natürlich nicht.
    Ich könnt ko…. wenn ich sowas lese. Die sollten mal selbst an der Armutsgrenze leben und mal schaun ob die dann auch noch so blöde aussagen machen!!!
    Am liebsten würd ich den gleich seine 2 Erdnüsse für Zielübungen verwenden.

  3. Ellen

    Als alleinerziehende Mami arbeitete ich 30 Stunden/Woche und das klappte wunderbar durch den Ganztagskindergarten und die OGS. Leider habe ich meine Stelle verloren – meine Abteilung wurde nach Kroatien ausgegliedert weil das kostengünstiger wäre. Ich suche seitdem nach einer neuen Stelle und finde nix. Das ist besonders hart denn das geht ziemlich an mein Selbstvertrauen und… die Bewerbungen ins Geld! Noch erhalte ich ALG 1 aber ab Januar – falls ich keine Stelle kriege – wird es ALG 2…
    Ich würde mich gerne über die Kindergelderhöhung freuen aber das wird leider auch für uns nix. Und das finde ich eine Unverschämtheit: wer viel Geld hat, der soll für seine Kinder auch viel erhalten (hoher Kinderfreibetrag),
    wer wenig Geld verdient: tja, die Kinder brauchen auch nicht so viel (geringere Kindergelderhöhung).
    Und wenn die Eltern finanzielle Schwierigkeiten haben, dann kriegen diese Kinder halt gar nix.
    Das ist von der FDP auch so gewünscht denn die Politik geht anscheinend davon aus, dass alle hartz 4 Empfänger faul sind und dementsprechend – wie damals mit dem Judenstern – gekennzeichnet werden müssen.
    Immerhin muss es allen Kindern in der Klasse auffallen, dass dieses Kind arm ist… und womöglich wird es noch in der Klasse gehänselt weil es leider keine Ahnung hat was ein Mikroskop ist, was Judo ist, usw… Ich bin froh, dass mein Sohn zumindest in die OGS geht und dort an Sportaktivitäten teilnehmen kann denn ich überlege, ihn aus dem Sportverein rauszuholen (die 12,50 EUR monatlich sind mir einfach zu viel Geld aber er liebt seine Judostunden,… Ich kriege es noch nicht übers Herz. Dann esse ich lieber mittags nix…)
    Mein Weihnachtswunsch: eine Arbeitsstelle damit mein Sohn und ich wieder am Leben teilnehmen dürfen!

  4. Sigrid

    Liebe Ellen, ich kann das alles nachvollziehen,worüber Du schreibst.Bin selber alleinerziehend mit noch 3 minderjährigen kindern im eigenen Haushalt.Der neueste Vorschlag lautet: Kinder aus Alg II Familien sollen Gutscheine erhalten, damit diese Kinder auch Nachhlfe usw. erhalten können.Da bekommt der Judenstern eine ganz große Realität,so wie die Wahlwerbung von Frau Merkel: WIR Wählen ……….., die Betonung liegt auf dem kleinen Wörtchen WIR!!!Ich hoffe,dass Dein Weihnachtswunsch in Erfüllung geht und drücke Dir ganz fest die Daumen!!!!!!Viele Grüße von Sigrid

    • Ellen

      Liebe Sigrid,
      Ich danke Dir fürs Daumendrücken…

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