Krank zur Arbeit: Das scheint in der Bundesrepublik inzwischen gang und gäbe zu sein. Statt sich auszukurieren oder zumindest einen Tag das Bett zu hüten, zieht es nahezu jeder zweite Deutsche vor, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Das ergab eine Studie der Bertelsmann Stiftung (Gütersloh).
Die Mehrheit begründet dieses Vorgehen mit Pflichtbewusstsein. Zwei Drittel befürchten, dass sie später ansonsten vor einem unüberwindbaren Berg an Arbeit stehen, weil schlichtweg alles liegen bleibt. Dabei sind Singles (80 Prozent) eher bereit, sich trotz Erkrankung auf den Weg zu machen, als verheiratete oder liierte Kolleginnen und Kollegen (69 Prozent).
Einen deutlichen Unterschied gibt es auch zwischen Selbständigen und Arbeitnehmern. Während „nur“ 52 Prozent der Selbständigen krank arbeiten, sind es 74 Prozent der abhängig Beschäftigten. Dass es der Gesundheit nicht sonderlich zuträglich ist, muss nicht extra erwähnt werden. Laut Gesundheitsmonitor komme es auf engagierte Führungskräfte an, damit wieder ein „gesunder“ Umgang mit Krankheit Einzug halte.

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