Wer über die Fördermodelle im Bildungsbereich sinnvolle Aussagen treffen möchte, sollte grundsätzlich wohl auch einen Blick auf das Verhalten der Studierenden in ihrer Freizeit werfen.
Denn nur die wenigsten der angehenden Akademiker würden wohl neben dem Campusleben einen Nebenjob ausführen, wenn die Zuschüsse von Bund und Ländern tatsächlich ausreichend wären. Zu diesem Thema hat das Beratungsinstitut univativ nun aktuelle Zahlen veröffentlicht.
Diese Daten könnten gerade in Sachen Wahlkampf einige Sprengkraft besitzen. Denn die Experten aus Darmstadt präsentieren eine Statistik, laut der mehr als 60 Prozent aller Studierenden an den neuen Hochschulen nebenher auf einen Job angewiesen sind.
Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage lässt erkennen, dass Fördermaßnahmen wie BAföG, Wohngeld und andere Leistungen des Staates scheinbar bei den Studierenden noch immer nicht ausreichend sind. Dabei sollten gerade die Veränderungen beim BAfÖG dafür sorgen, dass sich die deutschen Studierenden mehr auf ihre Bachelor- und Master-Studiengänge konzentrieren können als früher.
Dass die Studierenden in den Semesterferien in mehr als drei Viertel aller Fälle einen Nebenjob haben, ist noch nachvollziehbar. Doch insgesamt sind auch heute noch 32 Prozent der Umfrageteilnehmer gezwungen, parallel zum Studium pro Woche mindestens 20 Stunden zu arbeiten.
Immerhin noch 27 Prozent der Studierenden jobben für mindestens elf Stunden pro Arbeitswoche. Kritiker der Unterstützung bezweifeln, dass sich diese Zahlen allein daraus ergeben, dass die Studierenden sich gerne etwas dazuverdienen möchten. Zumal sich die Nebenjobs auf die Höhe der BAföG-Bezüge auswirkt. Ein Grund für den Arbeitsbedarf sieht so mancher nach wie vor in den strittigen Studiengebühren.
