Wie wenig Qualität und Quantität und Qualität im Einzelfall miteinander zu tun haben können, sieht man derzeit bei der ständig steigenden Zahl der Studiengänge im Bachelor-Format.
So sieht es jedenfalls der Lutz Stratmann, seines Zeichens Wissenschaftsminister von Niedersachsen. Gerade auch in Zeiten von Studiengebühren dürfte der „Wildwuchs“ – so auch der O-Ton von DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben in dieser Thematik – an den Unis nicht dazu führen, dass Leistungen im Studium an anderen Unis nicht mehr anrechenbar seien und so die eigentliche so wichtige Mobilität verhinderten.
Der Minister seinerseits fordert wie schon andere vor ihm eine Abkehr vom strengen Plan, nach dem ein Bachelorstudium unbedingt in sechs Semester aufgeteilt sein müsse. Praxisbezug und sinnvolle Strukturen seien wichtiger als das Durchpauken von Wissen im Eiltempo, bei dem die Vermittlung von wichtigem Know-how auf der Strecke bleiben könnte.
Während es für die Studierenden um ihre Studiengebühren geht, sieht Minister Stratmann vor allem die Qualität der Studiengänge in Gefahr, denn die Umstellung auf Master und Bachelor wird durchaus als richtiger Schritt betrachtet. Mittlerweile wurden innerhalb der zehn Jahre seit dem Beschluss von Bologna rund zwei Drittel der deutschen Studiengänge umgestellt.
Wichtig sei vor allem, dass die Studierenden auch mit einem BA-Abschluss auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen Job finden können. Der Ruf müsse dringend aufpoliert werden. Darüber hinaus spricht man sich in Niedersachsen für die Anhebung des BAföG-Höchstalters auf 35 Jahre an. Bisher liegt diese Grenze bei nur 30 Jahren.
