Bekanntlich lässt sich die deutsche Bundesfamilienministerin auch nach den ersten Studienergebnissen nicht die eigene Reform namens Elterngeld madig machen.
Aus Sicht von Ministerin Ursula von der Leyen ist das Elterngeld ein voller Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil trotz sinkender Zahlen bei den potentiellen Müttern die Geburtenrate in Deutschland zwar nicht gestiegen, aber wenigstens nicht deutlich gesunken ist.
Doch diese Schönfärberei ändert nicht das Geringste an den Zahlen, die Eurostat, das Europäische Statistikamt nun zu den europäischen Geburtenzahlen bekannt gebeben. Hinlänglich berichtet wurde in den Medien, dass es der Bundesrepublik Deutschland verglichen mit vielen anderen Ländern innerhalb der EU noch recht gut geht in der Zeit der internationalen Wirtschaftskrise.
Doch bei den Geburtszahlen ist Deutschland vor allem eines: am Ende. Und zwar am Ende der Statistik, die aufführt, wie viele Kinder auf 1000 Einwohner im Jahr 2008 das Licht der Welt erblickt haben. Ländern wie Spanien, in denen die Arbeitslosigkeit deutlich höher ist als hierzulande haben dennoch eine deutlich höhere Geburtenrate.
Mehr als doppelt so hoch liegt die Rate in Irland. Einziger Trost für Deutschland kann vermutlich nur sein, dass sich die Situation bei den Geburten nicht deutlich verschlechtert hat, denn schon 2007 ging die Laterne an Deutschland wegen der niedrigsten Rate auf 1000 Einwohner. Nur von einem wirklichen Erfolg des Elterngeldes kann so wohl nicht mehr gesprochen werden.

Das Versagen der Familienpolitik von Ursula von der Leyen ist deshalb so offensichtlich, weil sie selbst selbst geringfügige Anstiege der Geburtenrate als ihren eigenen Erfolg ausgegeben hat. Jetzt richtet sich diese Art mit kurzfristigen Schwankungen zu argumentieren gegen sie selbst.
Insgesamt ist es unseriös, solche langfristigen demographischen Entwicklungen auf kurzfristiges Handeln zurückzuführen. Der demographische Umbruch hat viele Dimensionen und ist mit so grundlegenden soziologischen Veränderungen verbunden, dass die Geburtenrate von kurzfristigen familienpolitischen Maßnahmen kaum beeinflusst werden kann.