Die Kritiker nehmen Familienministerin von der Leyen auch weiterhin wegen ihrer zahlreichen Ansätze unter Beschuss.
Doch wenigstens bei ihrem Reform-„Kind“, dem Elterngeld, kann kaum daran gezweifelt werden, dass das Modell als Leistung durchaus zu Veränderungen für die Familien in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren geführt hat. Beispielhaft mag hier nur allein das Bundesland Hessen genannt sein.
Dort ist die Nachfrage nach der staatlichen Leistung auch weiterhin erheblich. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden deutlich mehr als 30 000 Anträge gestellt, wie in dieser Woche aus dem Giessener Regierungspräsidium zu vernehmen war. Die Zahl an sich zeigt bereits, dass das Elterngeld seinen Zweck zu erfüllen scheint. Doch interessanter wird es noch, wenn man die Anträge nach Geschlechtern aufschlüsselt.
So waren es in 2009 bisher rund 19 Prozent Männer, die für die übliche Zeitspanne von zwei Monaten einen Antrag auf Elterngeld stellten in Hessen. Zwar ist diese Gruppe der Männer im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Hierfür machen Experten aber vor allem die Angst um den Arbeitsplatz infolge der Wirtschaftskrise verantwortlich, nicht den mangelnden Anreiz des Modells Elterngeld.
Grundsätzlich zeigen sich die Herren der Schöpfung interessiert an der Möglichkeit, aktiver als bisher und unter dem Schutz des Bundes an der Kindererziehung teilhaben und mitwirken zu können.
