Experte Bofinger für verlängerten ALG Anspruch in der Krise

De Spekulationen über notwenige Kürzungen bei den staatlichen Sozialleistungen reißen weiterhin nicht ab.

Auf der einen Seite gibt es diejenigen Politiker und Wirtschaftsvertreter, die sich für striktere Kontrollen bei den Empfängern von Leistungen wie Hartz IV und Arbeitslosengeld einsetzen. Ihnen gegenüber stehen die Experten, die sich für eine grundsätzliche Abschaffung der bestehenden Unterstützungsmodelle stark machen.

Schlichtweg weil sie das Projekt Hartz IV als generell gescheitert ansehen beiden Gruppen gegenüber stehen Experten der renommierte Wirtschaftforscher Peter Bofinger. Er machte am Wochenenden einmal mehr mit Forderungen auf sich aufmerksam, die genaue in die entgegen gesetzte Richtung steuern würden.

So äußerte Bofinger, dass gerade jetzt in der akuten Phase viel eher Verlängerungen der Maßnahmen wie Arbeitslosengeld I nötig wären, statt der bevorstehenden Welle der Arbeitsplatzrationalisierungen mit weiteren Kürzungen beim ALG I oder der Transferleistung Hartz IV zu begegnen. Im Gespräch mit der Zeitung mit den vier großen Buchstaben setzte Bofinger sich dafür ein, in der momentanen Phase die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes um sechs Monate zu verlängern.

Auf diese Wiese könnte der Staat die von der Wirtschaftskrise Betroffenen umfassender als bisher entlasten. Nur so könne verhindert werden, dass die Menschen nach dem Verlust ihrer Arbeitsplätze schnell ins Modell Hartz IV abstürzen, aus dem es vielfach keine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt gebe.

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