Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Umstellung der Studiengänge an den deutschen Universitäten und Fachhochschulen das Heil bringende Mittel sein sollten, um endlich Anschluss an die internationale Bildungselite zu erhalten.
Doch hat sich das Modell in Deutschland bisher nicht im erhofften Maße durchgesetzt bzw. die Studierenden im Lande beklagen zu hohe Anforderungen im Studium. Daher sehen viele Experten bestätigt, dass der so genannte Bologna-Prozess in seiner derzeitigen Form nicht der richtige Weg sein kann.
Eine Debatte am runden Tisch hat nun scheinbar auch der Bildungsminister Schavan endgültig die Augen geöffnet. Man sei übereingekommen, dass viele Änderungen notwendig seien, um das Studium in Deutschland endlich wieder salon- und konkurrenzfähig zu machen. Neben der bereits erörterten Möglichkeit einer Verlängerung verschiedener Bachelor-Studiengänge auf ein Modell mit vierjähriger Studienzeit soll den Studenten auch in anderen Bereichen ein wenig der Stress genommen werden.
Auch soll erneut an einem stärkeren Schwerpunkt im Praxisbereich in die Tat umgesetzt werden, um die angehenden Akademiker auf die Anforderungen am Arbeitsmarkt besser vorzubereiten. Erleichterung könnte auch im Bereich der Prüfungen geschaffen werden. Zu diesem Zweck könnten statt etlicher einzelner Prüfungen Modulprüfungen stattfinden, die den zeitlichen Rahmen der Prüfungsphasen deutlich straffen würden.
Ins Zentrum der Umstrukturierungspläne rücken zunehmend auch die in anderen Ländern üblichen Trimester-Abbauten für die Studiendauer. Hinzu kommt im Ernstfall ein Ausbau von Blockveranstaltungen, um den Studierenden mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung verschaffen. Bei den Studierendenvertretungen zeigt man sich allerdings eher skeptisch, dass die Politik zügig die nötigen Reformen umsetzen kann, ohne sich erneut im bürokratischen Sumpf zu verlieren.
