Bei all der Unzufriedenheit mit den Bedingungen an den deutschen Unis und den hohen Studiengebühren sollten die aktuellen Zahlen zu den gebührenpflichtigen Studierenden nicht außer Acht gelassen werden.
Viele Unis im Land haben in den vergangenen Wochen bekannt gegeben, dass sie die Semesterbeiträge aufgrund steigender laufender Kosten erhöhen müssen zum kommenden Semester. Für viele Studierende sind selbst diese paar Euro eine nicht unerhebliche zusätzliche Fixkostenanteil. Am Beispiel von Baden-Württemberg wird jedoch deutlich:
Die Zahl derer, die faktisch Studiengebühren entrichten müssen, ist jedoch deutlich geringer, als man dies bisher wohl vermutete. Nicht nur die Rektorenkonferenz beklagt die Ausnahmeregelungen wie die Geschwisterregelung, die den Studenten zur Zahlungsbefreiung verhelfen können. Eigentlich sollten alle Studierenden Gebühren zahlen.
Die Zahlen für das zurückliegende Sommersemester sprechen jedoch eine weitaus andere Sprache. Nur vier von zehn eingeschriebenen Studenten zahlen tatsächlich die bis zu 500 Euro Studiengebühr pro Semester an den deutschen Unis. In Einzelfällen an kleineren Universitäten geht dies so weit, dass nur ein Bruchteil aller immatrikulierten Studenten wirklich bezahlen muss.
Allerdings ändern diese Erkenntnisse nichts an der Problematik, wenn ausgerechnet die Studenten ohne familiäre Absicherung und den entsprechenden finanziellen Background nicht von einer etwaigen Befreiung profitieren können. Und die angekündigten Stipendienmodelle lassen weiterhin auf sich warten.
