Dass in der Wahrnehmung oftmals ein Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit besteht, klingt zwar vielfach ausgesprochen pathetisch.
Doch genauso fühlen sich viele Studierende in Bayern dieser Tage, nachdem das Bayerische Verfassungsgericht die Studiengebühren im Freistaat als verfassungskonform eingestuft hatte. Mit der Realität – vor allem der wirtschaftlichen – hat diese Entscheidung aus Sicht der angehenden Akademiker nicht viel zu tun.
Auch weiterhin will man dort nun wie an der renommierten Ludwig-Maximilian-Universität streiken und für die grundsätzliche Abschaffung von Studiengebühren eintreten. Dabei spielt nach wie vor die unsachgemäße Verwendung der Studiengebühren eine wichtige Rolle in den Kritikpunkten der Studierendenvertretungen.
Einerseits würden die Gebühren nicht wie vorgeschrieben für die jeweiligen zahlenden Semester verwendet. Darüber hinaus zeigen die Studierenden durchaus Verhandlungsbereitschaft. So hatte zuletzt die studentische Senatorin in München die Möglichkeit einer Senkung der Studiengebühren in Betracht gezogen. Rechtlich sei ein Spielraum vorhanden, den die bayerischen Unis ausnutzen könnten.
Eine endgültige Abschaffung ist zwar nach wie vor das erklärte Ziel der protestierenden Studierenden. Doch eine Senkung der Jahresbelastung durch die Studiengebühren von bisher 1000 auf nur noch 600 Euro würde vielen Studierenden durchaus beim Bestreiten des Lebensunterhalts helfen. Zur Ruhe kommen wird der Senat bei diesem brisanten Thema also auch in der Zukunft nicht.
