In Deutschland hat es schon immer etwas länger gedauert, ehe sich die Menschen gegen unfaire Dinge auflehnten.
So jedenfalls die Kritik derer, die schon lange auf umfangreiche Proteste gegen Studiengebühren an deutschen Universitäten und Fachhochschulen pochen und die Studentenschaften des Landes am liebsten schon vor Wochen auf den Barrikaden sehen würden. Doch langsam scheint es sich zu regen.
Ganz nach dem Vorbild der studentischen Kollegen aus Frankreich finden die Forderungen der Studierendenvertretungen verstärkten Zuspruch. In Frankreich – einem Land mit bekannt langer Streik- und Protesttradition – gingen zuletzt über Wochen hinweg Proteste zu Ende, denen Studierende und Akademiker gleichermaßen beiwohnten.
Mitte Juni soll es nun in Deutschland auch endlich den Studiengebühren sozusagen an den Kragen gehen. Studierende und Schüler wollen am 17. Juni in bundesweiten Großdemonstrationen ihrem Protest Gehör verleihen. So soll es bei den Protestaktionen keineswegs ausschließlich und die Reformen des Studienformats in Richtung Bachelor und Master sowie um die Studiengebühren gehen.
Darüber hinaus soll auch der Unmut über die Verkürzung des Schulzeit auf den deutschen Gymnasien im Mittelpunkt der Demos stehen. Ein weiterer Aspekt neben den Studiengebühren ist die Forderung nach mehr Demokratie und Selbstbestimmung im Studium.
Beiden Aspekten sehen die Studenten-Initiativen in nicht ausreichendem Maße Rechnung getragen in Deutschland. Ziel der geplanten Großaktion im Juni ist es, mindestens 200 000 Teilnehmer zu mobilisieren.
